Warum mischt sich Erdogan andauernd in die Angelegenheiten der türkischen Notenbank ein?

Medien berichten:

Die Inflation in der Türkei steigt weiter an. Im März habe die Inflationsrate bei 16,2 Prozent gelegen [...]. Im Februar waren die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 15,6 Prozent gestiegen. [...] Der ehemalige Notenbankchef Naci Agbal hatte versucht, mit starken Zinserhöhungen die Lage in den Griff zu bekommen. Vor rund zwei Wochen erhöhte er den Leitzins überraschend deutlich um 2 Prozentpunkte auf 19 Prozent – und wurde daraufhin von Präsident Recep Tayyip Erdogan entlassen. Die Lira stürzte ab. [...] Erdogan ist ein Gegner hoher Zinsen. Er vertritt die Ansicht, dass hohe Zinsen die Inflation in die Höhe treiben. Nach einhelliger Meinung der Fachleute ist jedoch das Gegenteil richtig: Wenn die Zinsen steigen, nehmen weniger Menschen einen Kredit auf. Dies führt zu niedrigeren Ausgaben und in der Folge einer sinkenden Inflation.

Eigentlich soll eine Notenbank unabhängig agieren. In der Türkei ist das nicht der Fall. Will der Notenbankchef die Lira retten und den Leitzins erhöhen, wird er entlassen.

Warum begreift Erdogan nicht, dass seine ökonomischen Theorie totaler Blödsinn ist?

Das ist totales Grundlagenwissen, das so ziemlich jeder BWL- und VWL-Student weiß. Ich meine, so langsam sollte ihm doch mal auffallen, dass ein niedriger Zins nichts bringt.

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