Wird sexualisierte Gewalt bagatellisiert, wenn sie von Frauen ausgeht?

Die #metoo-Bewegung hat weltweit eine Debatte über sexualisierte Gewalt und deren Formen ausgelöst. Die Täter waren dabei zumeist männlich.

In den letzten Wochen jedoch kamen vermehrt Fälle an die Öffentlichkeit, in denen dieses gängige Muster durchbrochen wurde. Zu nennen wäre da beispielsweise die Regisseurin und Schauspielerin Asia Argento. Sie war eine der ersten Frauen, die im Zuge von #metoo Missbrauchsvorwürfe gegen Harvey Weinstein erhoben hatte. Nun steht sie selbst unter dem Verdacht, vor einigen Jahren einen 17 jährigen Schauspielerkollegen zu sexuellen Handlungen genötigt zu haben. Laut der Zeit wurden diese Vorwürfe in US Medien teilweise als lächerlich bezeichnet, da „jeder 17 Jährige davon träume belästigt zu werden". (siehe: https://www.zeit.de/kultur/2018-09/shetoo-metoo-asia-argento-harvey-weinstein-belaestigung )

Ein weiterer bekannter Fall ist jener der amerikanischen NYU-Professorin Avital Ronell, die kürzlich wegen sexueller Übergriffe gegen einen Promovenden für ein Jahr vom Dienst suspendiert wurde. Interessant ist hier, dass sich berühmte Professoren-Kollegen & Kolleginnen mit der Angeklagten solidarisierten und nicht mit dem Opfer, dem eine persönlich motivierte Schmutzkampagne vorgeworfen wird. Ein Verhalten, das man so auch von den Freundeskreisen männlicher Täter kennt.

Es stellen sich daher zwei Fragen:

1. Wird hier mit unterschiedlichem Maße gemessen?

2. Ist es vielleicht teilweise sinnvoll mit unterschiedlichem Maße zu messen, da Männer seltener in Situation geraten, in denen sie sich physisch nicht wehren könn(t)en?

Wir sind gespannt auf Eure Meinungen. 

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