Das Evangelium — Was versteht man darunter?

„Evangelium“ bedeutet „gute Botschaft“. Das Evangelium ist jedoch nicht irgendeine gute Botschaft. Es ist eine ganz bestimmte gute Botschaft aus einer ganz bestimmten Quelle über ein ganz bestimmtes Thema. Ja Gott hat sogar angeordnet, daß diese Botschaft allen Menschen bekanntgemacht werde. (Matthäus 28:19, 20), (Apostelgeschichte 5:42).

In einem Wörterbuch wird „Evangelium“ wie folgt definiert: „die Botschaft über Christus, das Königreich Gottes und die Rettung“. In Übereinstimmung damit wird in Vine’s Expository Dictionary of New Testament Words erklärt: In den Christlichen Griechischen Schriften (dem „Neuen Testament“) bezeichne das Evangelium die frohe Botschaft vom Königreich Gottes und von der Rettung durch Christus, die durch Glauben und auf der Grundlage seines Sühnetodes zu erlangen sei.

Wie aus dem erwähnten Wörterbuch hervorgeht, ist das Evangelium eng mit Jesus Christus verknüpft — sogar so sehr, daß die vier Bibelberichte über sein Leben auf der Erde die vier Evangelien genannt werden. Von Anbeginn seines irdischen Lebens war die Botschaft über Jesus eine gute Botschaft. Der Engel, der seine Geburt bekanntgab, sagte: „Siehe, ich verkünde euch eine gute Botschaft [oder: ein Evangelium] großer Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden wird, denn euch ist heute in Davids Stadt ein Retter geboren worden, welcher Christus, der Herr, ist“ (Lukas 2:10, 11).

Der neugeborene Jesus würde als Erwachsener der Christus werden, der verheißene Messias. Er würde enthüllen, wie Gott die Rettung herbeizuführen gedenkt, würde sein vollkommenes menschliches Leben zugunsten der Menschheit als Opfer darbringen, auferweckt und dann als der erwählte König des Königreiches Gottes eingesetzt werden. Wahrlich eine gute Botschaft! Aus diesem Grund wird die Botschaft über ihn das Evangelium genannt.

Jesus war während seines kurzen Dienstes auf der Erde eifrig damit beschäftigt, die gute Botschaft zu predigen. Im Matthäusevangelium lesen wir: „Jesus begab sich auf eine Reise durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte die gute Botschaft vom Königreich“ (Matthäus 9:35). Sein Predigen diente nicht lediglich dazu, die Menschen froher zu stimmen. Wie Markus berichtet, sagte Jesus: „Die bestimmte Zeit ist erfüllt, und das Königreich Gottes hat sich genaht. Bereut und glaubt an die gute Botschaft“ (Markus 1:15). 

Nach Jesu Tod predigten seine Nachfolger weiterhin das Evangelium. Sie sprachen nicht nur über das Königreich, sondern fügten die gute Botschaft hinzu, daß Jesus auferweckt und zur Rechten Gottes in den Himmeln erhöht worden war und den Wert seines vollkommenen menschlichen Lebens zugunsten der Menschheit dargebracht hatte. Als der von Gott erwählte König des Königreiches Gottes würde er über die ganze Erde herrschen und als Beauftragter Gottes dessen Feinde vernichten sowie das Paradies auf der Erde wiederherstellen (Apostelgeschichte 2:32-36; 2. Thessalonicher 1:6-10; Hebräer 9:24-28; Offenbarung 22:1-5).

Islam, Schule, Jesus, Christentum, Bibel, Evangelium, Gott
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Warum sehen sich manche Christen nicht als Angehörige des Christentums?

Dieses Phänomen ist mir hier in der Community schon mehrmals aufgefallen: jemand stellt eine Umfrage ein, welcher Religion man sich zugehörig fühlt - meist mit gängigen Optionen wie den bekannten Weltreligionen und als Zusatz "Sonstiges".

Dann sieht man natürlich bald die ersten User, die mit "Sonstiges" abgestimmt haben - und in ihrem Antworttext schreiben, sie glauben an Jesus Christus. Auf Nachfrage, warum sie dann de facto falsch abgestimmt haben, kommt dann häufig die Aussage, das sei keine Religion, sondern "etwas Anderes". Manche sehen sich auch als "wiedergeboren" und behaupten, das übersteige das "normale" Christentum.

Es gibt sogar Fragesteller christlichen Glaubens, die in ihrem Fragetext vehement verlangen, man solle nicht die Tags "Christentum" oder "Religion" einfügen, da der Glaube an Jesus angeblich keine Religion sei. Dass potenzielle Antwortschreiber dann ihre Frage nicht finden können, ist ihnen offenbar egal.

Nun ist es aber so, dass ein Mensch, der an Jesus glaubt und diesem nachfolgen will, nach landläufiger Definition dem Christentum angehört.

Hat es einen bestimmten Grund, warum diese Menschen sich nicht als dem Christentum angehörend definieren? Wollen sie einfach nur eine "einzigartige Schneeflocke" sein, auf die kein gängiges "Religionslabel" zutrifft? Wollen sie nicht, dass ihr Glaube als "einer unter vielen anderen" wahrgenommen wird? Welche Motivation steckt dahinter?

Religion, Jesus, Kirche, Diskussion, Politik, Christentum, Altes Testament, Bibel, Christen, evangelisch, Evangelium, Glaube, Gott, katholisch, Neues Testament, protestanten, Philosophie und Gesellschaft
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