Können psychische Krankheiten, Behinderungen (auch angeborene) oder Hirnschädigungen erst im Erwachsenenalter auffallen und zum Problem werden?

Diese Frage stelle ich mir derzeit immerzu, da in meinem Umfeld so ein ähnlicher Fall existiert. Ich schildere einfach mal ein Fallbeispiel das diverse Gemeinsamkeiten mit diesem realen Fall hat.

Fallbeispiel:

In diesem Fallbeispiel geht es um eine 21-Jährige, die hoch verschuldet ist, noch nie gearbeitet hat, in einer sanierungsbedürftigen Wohnung bei Familienangehörigen lebt und durch das Jobcenter an eine Reha verwiesen wurde, diese Reha jedoch von der Krankenkasse wegen mangelnden Erfolgsaussichten nicht bewilligt wurde.

Sie hatte schon immer Probleme von Grund auf. Als sie dann in die Schule kam, bekam sie innerhalb kurzer Zeit ziemlich viele Verweise und in der 4. Klasse wurde sie von der Schule geschmissen. Ihre Leistungen waren so schlecht, dass sie eigentlich auf eine Sonderschule oder in ein Heim geschickt werden sollte. Sie wurde übrigens schon in ihrer Kindheit zum Psychiater geschickt, wurde als schwer Entwicklungsgestört diagnostiziert und bekam Medikamente.

Ihre Leistungen wurden immer schlechter. Sie schaffte nicht einmal den Qualifizierenden Hauptschulabschluss. Ihr Zeugnis (das sie im Jahr 2012 erwarb) ist so schlecht, dass man es eigentlich keinen zeigen sollte weil sie damit eh nicht weiter kommt. Das mit der Schulzeit funktionierte eben so, sie wurde immer zur Schule gefahren und abgeholt und hat den Unterricht quasi nur 'verträumt', deshalb sind die Probleme kaum jemanden aufgefallen.

Nach dem Abschluss spitzten die Probleme sich immer weiter zu. Sie hatte keinen Ausbildungsplatz bekommen und hätte eigentlich noch Schulpflicht erfüllen müssen – da war sie 16. Die Schulpflicht verpeilte sie und bekam ein Bußgeld.

Ihre Lage spitzte sich immer weiter zu, bis sie dann ständig online shopping gemacht hat und sich dadurch etwa 12.000 Euro Schulden anhäuften. Diese Schulden existieren immer noch.

Als sie dann 18 wurde, sind ihre Probleme eher aufgefallen weil sie ihre Sachen nicht richtig regeln konnte. Jetzt ist sie 21 und steht sprichwörtlich im totalen Chaos. Sie ist sogar schon von Obdachlosigkeit bedroht, kann die Anforderungen vom Jobcenter nicht einhalten und eine Reha wurde nicht mehr bewilligt und auch alles andere wurde abgelehnt.

Wäre es vielleicht möglich, dass sie eine angeborene oder erworbene Behinderung hat oder eine Hirnschädigung und das Ganze erst jetzt auffällt? Davon abgesehen hat sie Depressionen, Angststörung, PTBS, Psychose und diverse Persönlichkeitsstörungen diagnostiziert bekommen. Sie denkt jetzt dass sie vielleicht noch was schlimmeres hat (weil alle Therapien haben nicht geholfen) und sie hat auch schon zu hören bekommen, dass sie wahrscheinlich irreversible Schäden haben könnte. Sie hat ja selbst schon Schwierigkeiten überhaupt einen Termin beim Arzt zu vereinbaren.

Finanzen, Schule, Geld, Schulden, Recht, Psychologie, Behinderung, Chaos, Depression, Gesundheit und Medizin, Jobcenter, Jura
5 Antworten

Meistgelesene Fragen zum Thema Finanzen