Warum arbeiten wir immer noch 40 Stunden pro Woche?

21 Antworten

Weil alle unsere System auf ewiges Wachstum aufgebaut sind. Ob nun das Rentensystem oder das Geldsystem an sich.

Und ja, die Produktivität ist heutzutage deutlich höher. Das damit erwirtschaftete Geld ist aber hauptsächlich oben angekommen, während der inflationsbereinigte Reallohne eher stagniert. Dafür sind die Yachten heute ein paar Zentimeter größer.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung – Softwareentwickler/Projektleiter seit 2012

Wohlstand ist immer mit Geld verbunden. Hat man viel Geld zur Verfügung lebt man in einem Haus in einer ruhigen Straße und gönnt sich auch neue technologische Sachen.

Will man weniger Arbeiten, hat man eben nicht das Geld zur Verfügung was man eventuell bräuchte. Reduzierte Arbeitszeit bedeutet mehr Mitarbeiter oder weniger Umsatz. Wenig Umsatz bedeutet wiederum das wenig Steuern bezahlt werden.

Es steht ja jedem frei, weniger als 40 Stunden pro Woche zu arbeiten... nur reduziert sich dann das Gehalt oder der Lohn entsprechend um die weniger gearbeitete Zeit. Und es gibt durchaus Branchen, wo nur beispielsweise 35 Stunden pro Woche gearbeitet wird. Übrigens liegt die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in Deutschland auch nur bei 33,9 Stunden - und damit weit unter der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit der meisten anderen Länder in Europa (es wird nur in Norwegen und den Niederlanden weniger gearbeitet).

Ansonsten sind 8 Stunden am Tag bei 5 Stunden die Woche = 40 Stunden halt der "Kompromiss" zwischen Arbeit und Freizeit. Es ist die Zeitspanne, die man normalerweise ganz gut bewältigen kann ohne dass eine zu große Erschöpfung eintritt. Man geht da von einer 1/3-Einteilung aus: 1/3 des Tages Ruhen (Schlafen), 1/3 des Tages Arbeiten und 1/3 des Tages Freizeit.

Wie sind wir denn zu diesem Wohlstand gekommen? Sicher nicht, indem wir die Hände in den Schoß gelegt haben. Und je mehr Ansprüche, desto mehr muss man eben arbeiten. Bei Selbständigen sind oft 40 Stunden zudem gar nichts. Und wir arbeiten nicht nur so viel, um unseren eigenen Wohlstand zu halten und ggfs noch zu mehren, sondern auch für die, die partout nicht arbeiten wollen (die, die nicht können mal ausgenommen, dafür gibt es Gründe).

Also bei uns im Patientenhotel einer Rehaklinik praktizieren wir verschiedene Zeitmodelle.

Zwar muss immer eine ganze Schicht mit 8 Stunden gemacht werden, aber es beginnt mit 2 Schichten pro Woche und geht bis zu 5 Schichten.

Da kann man sich im Rahmen dessen aussuchen, wie viel man arbeiten möchte, oder aus finanziellen Gründen muss.

Etwa die Hälfte unserer derzeit 23 Mitarbeitenden haben ein Teilzeitmodell.

16 w, 7 m.

Vier der Männer arbeiten auch in Teilzeit.