Kommt drauf an. Wenn es Leute sind, die eher pfuschen und ich dann die Aufgaben übernehmen darf und der Kunde mir das um die Ohren haut, dann bin ich nicht begeistert.
Nun bei Neueinstellungen gibt es natürlich den Ankereffekt. Sprich wenn der AG dir zuerst eine Zahl entgegen wirft, dann wirst du dich daran orientieren. Sowohl unbewusst als auch natürlich, weil es dir irgendwo den Bereich vermittelt was möglich ist.
Wenn der AG dir sagt, dass Leute für die Tätigkeit mit deiner Qualifikation in der Regel mit 30k einsteigen im Unternehmen, dann wirst du da keine 60k aus dem Hut zaubern, weil dir klar sein wird, dass das unrealistisch ist das Doppelte zu kriegen, mal davon ab dass du dann argumentieren müsstest, warum du so viel besser bist.
Ansonsten kann natürlich einfach gesagt werden, dass das Budget für die Stelle maximal X ist und fertig. Das kann gelogen sein aber eben auch die Wahrheit sein und die Person, welche sich da um die Einstellungen kümmert hat gar keine Möglichkeit da drüber hinaus zu gehen.
Gleiche für Gehaltsverhandlung ohne Wechsel. Daneben gibt es bei beiden die Klassiker, wie wirtschaftliche Lage, Vertröstungen auf einen späteren Zeitpunkt, gerne unspezifisch ohne dass man Nägel mit Köpfen macht um zu sagen wann und was dafür geschehen muss.
Ansonsten ist natürlich auch ein großer Teil in deiner Hand. Frage ist dann immer, was du für Argumente hast. Gerade wenn man länger in einer Firma ist, werden diese natürlich immer dünner. Irgendwann kannst du alles, hast ggf. 1-2 zusätzliche Tätigkeiten übernommen, trägst mehr Verantwortung aber dann geht es eben nicht weiter. Das Einzige was dann passiert ist dass die Erde ein paar Kreise um die Sonne geschafft hat, was nun aber nicht dein Verdienst ist.
Innerhalb des Unternehmens setzt der AG eben meist auf Vertröstung. Er muss dich ja nur so gut bezahlen, dass du nicht wechselst und ein Wechsel ist unbequem. Es erfordert Arbeit sich zu bewerben, ggf. darauf vorzubereiten, ggf. ist damit ein Umzug verbunden oder Pendeln, ggf. hängt eine Familie dran usw. Kurz gewechselt wird seltener, damit hat der AG da keine Konkurrenz und muss nix machen.
Bei Neueinstellungen hingegen geht es um Leute, die auf Jobsuche sind, die bewerben sich schon aktiv, auch bei anderen. Sprich da ist der Arbeitgeber in direkter Konkurrenz zu anderen Unternehmen und muss gehaltstechnisch mitziehen oder kriegt eben keine Leute.
Daher kriegt man meist eher mehr Geld, wenn man wechselt. Auch wenn es traurig ist. Ein anderer, der dich nicht kennt, ist bereit dir mehr zu zahlen, dafür dass du dort einsteigst, obwohl du nicht eingearbeitet bist, die Abläufe nicht kennst etc., während du deinem AG, wo du alles bestens kennst und kannst und 100% geben kannst weniger wert bist.
Aber auf der anderen Seite, würde er den Bestandspersonal mehr und größere Gehaltserhöhungen einräumen, würde das wieder für Neueinstellungen fehlen, womit er da dann keine Chance hätte, wenn das nicht alle anderen Unternehmen genauso machen würden.
Was das Grundgehalt angeht war die größte Steigerung 2023 von 35,5k auf 40,3k p.a., also 13%.
Daneben war es die Rufbereitschaft, die als zusätzliche Aufgabe oben drauf ist, die entsprechend vergütet wird. Die ist damals mit gut 6.000 Euro im Jahr dazu gekommen, als ich im Grundgehalt knapp unter 30k p.a. hatte. Die war dann auch mit einigen großen Kunden merkbar hochgesprungen und ist mittlerweile über 15k im Jahr.
Aber natürlich auch mit zusätzlicher Arbeit und schlaflosen Nächten.
Aus meiner Brille, für mich, weniger aber ich kann auch sehr gut mit meinem Geld umgehen. Der Großteil der Menschen kann das nicht, sorgt nicht vor, auch bei vielen Selbstständigen sieht man es, die dann am Ende in der Grundsicherung landen.
Heißt also am Ende des Tages mehr, weil man die Menschen scheinbar an die Hand nehmen muss. Oder eben weniger aber konsequent. Dann sagst du aber auch, wer es nicht hingekriegt hat vorzusorgen, der schläft halt auf der Straße oder verhungert. Man kann eben nicht beides haben.
In vielen Branchen, wie der IT, ist das gar nicht ungewöhnlich. Häufig auch ein selbstgemachtes Problem. Warum kriege ich als Arbeitnehmer wo anders, wo ich erst noch eingearbeitet werden muss, wo ich kein Projekt Know-How habe und mir das Domänenwissen fehlt mehr Geld beim Wechsel, als beim Arbeitnehmer wo ich 100% geben kann?
Der AG weiß, dass ein Wechsel unbequem ist und nutzt diese Loyalität und Bequemlichkeit aus. Mittlerweile hat sich das eben rumgesprochen.
Das Problem ist, dass Unternehmen in der Regel suchen, wenn sie jemanden brauchen der aktiv mitarbeiten kann und das Know-How mitbringt. Sprich sie haben zu dem Zeitpunkt schon zu wenige Leute mit Erfahrung.
Stellst du nun jemanden ein ohne Erfahrung, dann musst du ihn sogar noch wem zu Seite geben, der Erfahrung hat, der weniger produktiv mitarbeiten kann. Du machst das Problem kurzzeitig also noch schlimmer. Worst Case geht der während der Probezeit oder wird gegangen, dann ist es nicht einmal langfristig ein Gewinn.
Weil alle unsere System auf ewiges Wachstum aufgebaut sind. Ob nun das Rentensystem oder das Geldsystem an sich.
Und ja, die Produktivität ist heutzutage deutlich höher. Das damit erwirtschaftete Geld ist aber hauptsächlich oben angekommen, während der inflationsbereinigte Reallohne eher stagniert. Dafür sind die Yachten heute ein paar Zentimeter größer.
Ich bin relativ früh an den PC gekommen. Mein Vater hatte damals Anfang der 90er einen um Speisekarten und die Steuer für sein Restaurant zu machen. Der hat die Teile auch zusammengebaut, aufgerüstet und konfiguriert für Freunde und Bekannte.
Das war erst einmal nur Zocken aber mich hat dann auch fix der Rest interessiert. Mit 6 Jahren habe ich dann zusammen mit meinen Vater meinen ersten eigenen Rechner zusammengebaut.
Damals musste man sich noch mehr damit auseinander setzen, man war eben auf der Kommandozeile unterwegs, musste in Konfigurationsfiles rumeditieren, hat an Skripten was geändert oder ein wenig was mit Q-Basic gemacht.
Für mich stand quasi schon vor der Einschulung fest, ich will Programmierer werden. Damals natürlich vor allem um meine eigenen ganz tollen Computerspiele zu machen.
Nun dann kam erst einmal die Schule. Ich habe mir nebenbei ein paar Programmiersprachen beigebracht und war immer irgendwas am basteln und natürlich war dann später ich für Freunde und Bekannte der Ansprechpartner.
Die Schule habe ich nicht wirklich ernst genommen. Mein Berufswunsch hat sich nie geändert. Ich dachte ich kann das was ich machen will und das wird reichen. Hat es natürlich nicht, denn Unternehmen müssen natürlich auch nach irgendwas filtern und das ist erst einmal der Abschluss und das Zeugnis und ein Hauptschulabschluss nahe der 5 war nicht genug.
Dann ging es ein wenig hin und her. Etwas bei meinen Eltern aushelfen, ein Zwischenstopp auf einer Hauswirtschaftsschule wegen der Schulpflicht etc.
Irgendwann ging es dann zum Jobcenter zum Berufsberater. Den habe ich gesagt, dass ich Software entwickeln möchte. Der hat auf mein Zeugnis geguckt und mich angeschaut wie ein Teletubby. Ggf. was im Handwerk, Tiefbau oder maximal was Richtung CNC.
Nun blieb dabei, ich will Softwareentwickler werden. Dann ging es zum psychologischen Dienst vom Jobcenter, quasi ein IQ-Test. Dort gab es dann einen Brief, der gesagt hat, das sollte locker klappen. Wollte der Berufsberater aber nix von wissen, ergo ging es in einen berufsausbildungsvorbereitenden Kurs. Ein Mix aus ABM, Bewerbungen schreiben, Praktika machen. Auch da wollte man mich ins Handwerk drücken.
Habe dann nebenbei mit einer Schule Kontakt aufgenommen bzgl. mittlere Reife nachmachen. Hieß es erst einmal auch, dass das nicht geht ohne qualifizierten Hauptschulabschluss. Habe noch ein wenig genervt und dann von meinen späteren Klassenlehrer einen Mathetest des Vorjahres gekriegt. Den mit 100% hingelegt und im neuen Jahr habe ich dann dort meinen Real nachgemacht.
Dort an der Schule dann auch noch eine schulische Ausbildung zum Technischen Assistenten für Informatik (quasi ein schulischer Mix aus dem Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung und Systemintegration) gemacht und das Fachabi drangehangen. Alles auch halbwegs gut im Bereich 1,1 bis 1,2.
Seit 2012 arbeite ich als Softwareentwickler, mache nebenbei auch etwas Projektleitung usw.
Ist nun keine Spieleentwicklung, sondern Intralogistik aber es gibt durchaus Schnittmengen mit der Visualisierung, Routenberechnungen usw.
Ja, es ist definitiv immer noch mein Traumberuf und ich könnte mir gar nix anderes vorstellen. Nix desto trotz ist natürlich nicht alles rosig. Eine Tätigkeit ausführen als Hobby ist eben was ganz anderes, als wenn man das als Beruf tut.
Du hast Bürokratie, pfuschende Kollegen, kurzsichtige Entscheidungen der Führungsetage, Kunden, die nicht immer das gelbe vom Ei sind und, und, und. Ggf. frustriert einen das sogar mehr, wenn man echt für die Tätigkeit brennt. Und natürlich nimmt die Arbeit einfach verdammt viel Zeit in Anspruch, so dass andere Sachen zu kurz kommen.
Gehe davon aus, dass du dann mit dem Gehalt die Stunden des Mitarbeiters zahlst, der dich einarbeitet. Immerhin kann er nicht produktiv arbeiten, wenn er bei dir Händchen hält.
Alternativ zahlt der Kunde, wenn ein Lehrling daneben steht nochmal den Mindestlohn oben drauf?
Das gilt dann aber natürlich auch für dich, sprich wenn du ein Handwerker im Haus hast, dann zahlst du eben 150%, vermutlich eher 175% pro Stunde?
Du kriegst dafür dann zwar nicht mehr aber du unterstützt den Wirtschaftsstandort Deutschland ganz toll. Und das ist doch auch was wert oder?
Um zu schauen ob bei außerplanmäßigen Zahlungen alles passt, also vor allem bzgl. des Jahresbonus und der Zusammenfassung am Jahresende.
Mittlerweile kriegen wir es nur noch Digital bzw. müssen es abrufen bei Datev. Gucke ich 1-2 mal im Jahr rein.
Bin aber auf die laufenden Zahlungen eh nicht angewiesen und würde es auch gar nicht mitkriegen, wenn ein paar Monate die Zahlung ausbleibt.
Aktuell finde ich es zwar faszinierend und interessant, raus kommt allerdings zum Großteil nur Müll und ich kann die gängigen Tools zu nix gebrauchen.
Ggf. ein wichtiger Teil als Interface aber ich glaube nicht, dass LLMs selbst uns zur AGI bringen. Wir brauchen da vermutlich ganz andere Modelle und vor allem müssen wir dahin kommen, dass wir in die KIs wirklich eine Art Verständnis implementieren.
Ich weiß aber auch nicht, warum AGI das große Ding ist und warum wir uns überhaupt darum scheren und nicht anwendungsspezifischer denken.
Warum brauch ich am Ende einen Roboter mit einer AGI, der bei Amazon im Lager Waren in Kartons packt aber auch besser ist in theoretischer Physik als Einstein?
Ich denke da macht es mehr Sinn Sachen wie das Training zu optimieren und die KIs wirklich spezialisierter zu trainieren. Das würde natürlich auch die Wahrscheinlichkeiten für Halluzinationen reduzieren, da man kein Wissen vermischen kann, welches man nicht hat.
Mir fällt das irgendwie nicht so leicht, weil ich den Eindruck habe, nicht alle Eventualitäten einplanen zu können.
Erst einmal ist die Frage, was du mit Eventualitäten meinst. Weiter unten redest du von Problemen. Geht es dir um Bugs und Randfälle oder Erweiterungen?
Im jeden Fall ist das hilfreichste vermutlich die Erfahrung. Bzgl. Bugs und Randfällen, ist es wichtig den Code testbar zu halten.
Ich finde zwar Themen wie TDD und automatisches Testen sehr interessant, oft scheitert es aber schon daran Probleme vernünftig nachstellen zu können und manuell testen zu können, wenn das beim Schreiben des Codes nicht beachtet wurde. Das sollte imo das Mindestmaß sein.
Bzgl. künftigen Erweiterungen, die kann keiner wirklich vorhersagen. Oft hat der Entwickler gar nicht so tiefen Einblick in die Fachdomäne und viele Entwicklungen lassen sich auch gar nicht vorhersagen. Hier überall Abstraktionen und Generalisierungen einzubauen würde den initialen Code deutlich langsamer, komplizierter und auch teurer machen.
Natürlich kann man von Anfang an ein wenig mitdenken wie von Mirko Marek bereits gesagt, ist hier vor allem die Modularisierung wichtig. Sowohl bzgl. der Anwendung selbst, sprich haben wir hier wirklich eine Anwendung oder sind das 2 oder 3 Anwendungen mit Schnittstellen dazwischen? Ist eines davon der Core und das andere ggf. 1-2 kleine Sonderlocken für explizit diesen Kunden?
Und auch beim Code da unter ist dann immer die Frage, was ist hier eine Sache. Ich stehe nun nicht auf dogmatische Regeln ala eine Funktion soll nur so viel Zeilen haben aber eine sinnvolle Unterteilung sollte schon vorhanden sein.
Ich für meinen Teil fange meist relativ weit unten im Code an. Es gibt einfach technische Probleme, von denen ich weiß, dass ich sie umsetzen muss. Da muss ich mir noch gar nicht groß um die Orchestrierung und Verdrahtung des Codes Gedanken machen.
Ich weiß ich muss in bestimmte Tabellen Daten einfügen, ich muss bestimmte Daten auslesen, ich muss eine API aufrufen etc. Da durch kann ich am Anfang schon Sachen lösen, die ich definitiv brauch, wo ich nicht viel überlegen muss. Da steckt dann viel technischer Code verpackt in einen möglichst einfachen Funktionsaufruf mit dem ich später arbeiten kann.
Danach bin ich meist komplett am anderen Ende und überlege, wo die Anwendung beginnt und welche ganz groben Fallunterscheidungen ich brauche. Auch hier ist die Arbeit meist relativ leicht, weil es nicht so viele Kombinationen gibt.
Am kompliziertesten ist die Mitte. Wenn ich da angelangt bin, dann weiß ich aber durch meine Herangehensweise schon, was ich von oben als Eingangsparameter habe und genauso was unten passieren muss.
Da ist mir dann wichtig, dass der Code gut lesbar ist und sich wirklich so liest, dass jemand aus dem Fachbereich ihn verstehen könnte. Der hat dann nix Technisches. Dort gibt es keine Datenbank, dort gibt es keine Substrings und was weiß ich.
Was da unter passiert kann man, wenn es die Sprache unterstützt natürlich mit einer minimalen Abstraktion verstecken, wie einem Interface oder dynamischen Aufruf, einfach der Testbarkeit wegen.
Kommt es dann zu Erweiterungen, dann habe ich eine Anwendung, die zwar keine eierlegende Wollmilchsau ist, die das quasi schon fast kann aber ich habe eine Anwendung, die ich auch zwei Jahre später noch sehr schnell verstehe. Eine Anwendung, wo ich gemäß der Anforderung genau weiß, an welchen Teil des Codes ich ran muss und wo ich mir diesbezüglich nix verbaut habe, weil ich diese verschiedenen Ebenen in einer zusammengemischt habe. Ggf. wird nur oben oder unten was geändert.
Ich glaube kein Mensch schreibt perfekten Code. Es gibt immer Trade-offs. Und auch Fehler kommen vor und keiner kann alle Erweiterungen absehen. Wichtig ist nur sich diese Erweiterungen nicht komplett zu verbauen und in Fehlerfällen den vorhandenen Code zu verstehen.
Sprich im Fehlerfall weiß ich beim Debuggen schon in etwa, wo ich meinen Breakpoint setze und habe vermutlich 99% des Codes als Fehlerquelle schon ausgeschlossen.
Nun 500 Euro reicht nicht um große Sprünge zu machen aber leben kann man damit.
Von dort aus kann man natürlich auch schauen, dass man sich steigert. Mehr Verantwortung übernehmen, sich weiterbilden etc.
Es gibt sicher Menschen in München, die mehr verdienen als 3.000 Euro Brutto oder? Warum bist du keiner davon?
Und natürlich gibt es auch Mittel und Wege zu sparen. Ob man nun pendelt und ein paar Meter fährt oder in eine WG zieht.
Davon ab, auch in München gibt es teurere und günstigere Flecken. Und ja um zu ist natürlich noch günstiger. Du kannst dich natürlich auch da finanziell besser aufstellen und in wenigen Jahren wieder zurück nach München.
Wenn ich ohne den Lohn meine laufenden Kosten decken könnte, dann würde ich sicher nicht mehr als Angestellter in Vollzeit arbeiten, unabhängig von einer dicken Abfindung.
Heißt nicht gar nicht mehr Arbeiten. Ich interessiere mich für meinen Beruf aber Arbeit wäre ein Teil des Lebens. Eine Ergänzung. Nicht der Mittelpunkt, wo man alles andere an Leben zwischenquetscht und Kompromisse eingeht.
Ggf. eine kleine Selbstständigkeit, ggf. Teilzeit was in einem coolen Startup, ggf. würde ich OpenSource Software entwickeln aber eben komplett nach eigenen Bedingungen.
Nun deinen Text kennen wir ja schon und gesagt ist dazu denke ich auch fast alles.
Arbeit nimmt in meinen Leben auch einen großen Posten ein. Zum einen aufgrund der Arbeitszeit und wegen der Unternehmensstruktur.
Aufgrund fehlender Redundanzen, Inselwissen usw. wird eine gewisse Erreichbarkeit und Bereitschaft bei uns vorausgesetzt, auch nach Feierabend, im Urlaub usw.
Da durch lande ich im Jahresdurchschnitt nicht bei den vertraglich vereinbarten 40 Stunden, sondern eher bei 45-50 Stunden. Meist durch die Rufbereitschaft oder Crunch in heißen Projektphasen, wo 80 Stunden wohl die Norm sind, es aber durchaus auch mal jenseits von 100 Stunden die Woche geht für ein paar Wochen.
Wenn wir die Mehrarbeit mal als Urlaubstage rechnen, dann ist das natürlich auch nicht mehr schön und wären mittlerweile hunderte von Tagen, die in den letzten 13 Jahren zusammengekommen wären. Habe ich bis gerade ehrlich gesagt auch noch nie drüber nachgedacht.
Die Überstunden werden erst einmal nicht vergütet:
Mit der Vergütung gemäß § 3 Absatz (2) sind sämtliche Tätigkeiten des Mitarbeiters aus diesem Vertrag einschließlich etwaiger Über- und Mehrarbeitsstunden, auch soweit diese an Sonn- und Feiertagen anfallen, abgegolten.
Rechtlich nicht sauber aber wer will schon seinen Arbeitgeber verklagen und glaubt er wird danach dort noch glücklich. Immerhin werden sie bei einem potentiellen Bonus berücksichtigt.
Und ja, ich verbringe auch privat viel Zeit mit der Arbeit, wobei das keine offizielle Arbeitszeit ist. Aber ich bilde mich weiter, probiere hier und da was aus und ja, manchmal arbeite ich auch an den produktiven Projekten. Einfach weil mein Anspruch da höher ist.
Da ist der Gedanke aber gar nicht so sehr beim Thema Arbeit, dem Unternehmen oder sowas. Die Arbeit nimmt halt einen großen Teil der Zeit in Anspruch. Für mich hat das ein wenig andere Hobbies verdrängt, die ich früher ernsthafter betrieben habe, wie das Zocken.
Gut sein in etwas, besser zu sein als andere, das alles hat sich alles ein wenig in den Beruf hineinverlagert.
Wobei gerade Arbeit aus freien Stücken in der Freizeit sich für mich auch gar nicht nach Arbeit anfühlt, sondern nach Hobby. Ich kann machen wie und was ich will, so viel oder wenig wie ich will. Ich muss nicht aber ich kann, ich kann es unterbrechen wann ich will etc.
Nix desto trotz lasse ich dafür andere Sachen, die mir wichtig sind nicht schleifen und natürlich entschleunigt das auch die normale Arbeitswoche und nimmt auch wieder Stress raus.
Ich denke das ist das Wichtigste. Viele Leute, die zu viel arbeiten tun das um Luftschlösser hinterher zu rennen oder um Problemen und Konflikten außerhalb der Arbeit aus dem Weg zu gehen. Für mich ist es Hobby und Leidenschaft.
Meinen Urlaub nehme ich per se immer vollständig, bin aber auch da erreichbar und muss häufiger mal kurz ran. Und häufiger verschiebe ich den auch für die Arbeit. Tut mir aber nicht weh, da ich nun niemand bin, der verreist und das meist paar Wochen später genauso gut ist wie zu dem Zeitpunkt.
Ist das okay Chat GPT zu nehmen oder sollte ich mir andere Lösungswege suchen?
Nun das Problem ist, dass ChatGPT nur schlau daher labert. Das kann oft richtig sein aber eben auch komplett falsch. ChatGPT weiß eben nur anhand des Trainings, welche Wörter häufig in Kombination miteinander geschrieben standen und gibt dir diese aus.
Zum Lernen halte ich das deshalb aktuell für ziemlich fatal, weil du eben auch komplett schwachsinnige Sachen lernen könntest, die ggf. funktionieren aber aus den falschen Gründen. ChatGPT versteht eben selbst nix.
Es brauch also bei der Verwendung von KI bei solchen Themen eher jemanden, der schon das Verständnis hat um zu interpretieren, ob die KI Schwachsinn redet oder nicht. Jemand der seine Frage präzisier stellen kann, die nötigen Fachbegriffe verwenden kann usw.
Ich halte da die meisten anderen Methoden für besser. Ob nun formal in Form einer Ausbildung oder einem Studium oder eben beim Selbstständigen lernen Medien wie Bücher, Kursen, ob nun kostenpflichtig oder auf YouTube etc.
Ich programmiere seit 2 Wochen und bin bei den Grundkonzepten. Habe jetzt versucht mithilfe von Swing (Java) eine Gui zu bauen und da sind bsp viele Probleme aufgetreten
Also Grundkonzepte und eine GUI mit Swing ist weit, weit, weit voneinander entfernt. Nach zwei Wochen würde ich vermutlich noch gar nicht mit GUIs rumspielen. Eben einfach weil das schon eine Abstraktionsebene ist, hinter der tausende oder Millionen Zeilen von Code stecken.
Während dein geschildertes Problem eben überhaupt nix mit GUI oder Konsole oder was weiß ich was zutun hat, sondern mit dem Grundkonzept des Scopes in der jeweiligen Sprache.
Nein. Das war es mal, bevor die Allgemeinheit hinzukam. Vor allem Smartphones haben hier sehr viel geändert.
Natürlich wird viel Mist betrieben aber generell ist es heute ziemlich reguliert und einheitlich.
Traurigerweise sind die Auswirkungen heute trotzdem schlimmer und die Qualität ist an vielen Stellen auf ein absolutes Minimum gesunken. Wie immer wenn Geld involviert ist. Es endet immer in einer Flut von Sachen mit schlechter Qualität, Miss-Informationen und Werbung. Enshittification eben.
Jein. Der klassische Weg ist ja meist Mitarbeiter zu verwalten. Daran habe ich überhaupt kein Interesse. Das würde ich auch nicht für das doppelte oder dreifache Gehalt machen wollen.
Verantwortung im Sinne von Mitgestaltung, Entscheidungen oder bzgl. einem Produkt den Ton angeben, das würde ich aber sehr gerne. Das hat für mich aber nix mit Karriere zutun oder dem Gehalt.
Es geht eher darum, dass mich viele Sachen auf der Arbeit stören und frustrieren und ich gerne ein wenig "aufräumen" würde. Das aber ziemlich fachlich, auch wenn ich da große Überschneidungen in anderen Bereichen sehe.
Bin Softwareentwickler/Projektleiter in einem kleinen Softwareunternehmen, welches Lösungen für die Intralogistik erstellt. Sprich Lagerverwaltungssysteme, Kommissionierlösungen, Materialflussrechner etc.
Ja ich bin ruhig. Es war schon immer so, ich habe gerne selbst mehr Arbeit aber die Kontrolle, dass die Sachen vernünftig gemacht werden und es frustriert mich, wenn ich zurückgehalten werde, über mir kurzsichtige Entscheidungen getroffen werden. Sachen die nötig sind nicht gemacht werden dürfen oder man gar auf Befehl in die falsche Richtung laufen muss.
Um mal konkreter zu werden, unsere Projekte sind kundenspezifisch, es gibt zwar von der Idee her einen Core aber letztlich wird das Leitprojekt zum Zeitpunkt X dupliziert und spaltet sich ab da ab und bekommt Kundensonderlocken.
Probleme die sich ergeben sind, dass mittlerweile über die Jahre fast identische Probleme auf zig verschiedene Weise gelöst wurden. Da durch, dass es nicht wirklich einen gemeinsamen Core gibt müssen Fehlerkorrekturen etliche Male erfolgen, ein einigen Systemen erfolgen sie gar nicht und der "Core" wächst eben auch so stark auseinander, dass er einfach verschieden ist. Man brauch explizites Projekt Know-How zu jeden Projekt. Dazu ist die Code Qualität grusselig, zu wenig dokumentiert usw.
Ich hätte gerne die Verantwortung für einen Teilbereich wo ich aufräumen kann. Einmal die Projekte durchgehen und schauen wo haben wir ein ähnliches Problem bei mehreren Kunden. Wie gleich oder unterschiedlich ist es?
Macht es Sinn da einen Standard zu schaffen, der Kundenübergreifend mit ein wenig Konfiguration arbeitet? Der sauber dokumentiert ist, für den es eine Knowledge Base gibt. Für den es Tools gibt zur Anlage und Pflege? Hier dann auch gerne automatisierte Tests und generell eine höhere Codequalität herstellen.
Ggf. heißt es auch größere Lösungen zu unterteilen, weil die Anwendung eigentlich 2 oder 3 verschiedene Sachen macht. Während ein Teil überall gleich ist etc. Eben auseinanderdröseln was gleich ist und was anders ist.
Was ich mir davon versprechen würde ist neue Projekte schneller umsetzen zu können. Projekte besser updaten zu können. Fehler schneller finden und beheben zu können. Und sehr wichtig auch, neue Mitarbeiter schneller an Bord holen zu können. Das ist bei uns z.B. ein sehr großes Problem. Unsere Anwendung ist hochkomplex, sowohl aufgrund der schlechten Umsetzung aber auch von der Domäne her, dazu eben die ganzen kunden/projektspezifischen Sachen.
Sprich neue Mitarbeiter müssen richtig was auf den Kasten haben, viel Bereitschaft an den Tag legen und trotzdem wird es 2-3 Jahre dauern, bis sie mal größere Aufgaben übernehmen können.
Haben sie keine Ambitionen und Ehrgeiz sich anzustrengen um mal sehr gut zu verdienen?
Leider hat Anstrengung nun nicht wirklich automatisch was mit gut verdienen zutun. Häufig sind Gehaltssprünge auch nur drin wenn man wechselt, dafür ggf. umzieht oder pendelt usw.
Weiteres Problem ist, dass der Sprung von man hat genug zum Leben und man kann größere Sprünge machen, sprich Eigenheim oder sich früher zu Ruhe setzen oder sowas einfach verdammt groß ist.
Alles andere erhöht nur ein wenig die Sparquote. Eine etwas höhere Zahl auf dem Konto aber am Leben ändert es nix.
Ansonsten ist es denke ich aber auch eine Frage der Tätigkeit. Manche suchen sich einen Beruf aus, der ihre Leidenschaft ist. Etwas wo drin sie gut sein wollen, sich verbessern wollen usw.
Aber der beste Kommissionierer im Lager, der beste Arbeiter am Band oder der beste Müllwagenfahrer der Welt werden sind eher nicht so die Ansprüche, die man an sich hat.
Verstehe also durchaus, dass die innere Motivation da nicht riesig ist.
Wenn ich beschäftigt bin möchte ich am besten immer was zu tun haben, denn nur so vergeht die Zeit wie im Fluge...
Bin ich voll bei dir.