Brauchen wir eine neue Utopie?

Spätestens mit dem Ende des 20. Jahrhunderts sind die großen Ideologien, aber auch die allermeisten Utopien von der großen gesellschaftlichen Bühne verschwunden. Ebenso ist man sich nahezu parteiübergreifend über die Wichtigkeit von Realpolitik und Pragmatismus weitreichend einig, was sich ebenfalls nicht zuletzt auch darin ausdrückt, dass keine der großen Parteien tatsächlich weiterreichende, durchdachte und konkrete Pläne für die Gestaltung der Zukunft vorlegen will und kann.

Allenfalls ist davon zu lesen, dass man dieses im kleinen Rahmen reformieren will oder jener Entwicklung entgegenwirken möchte, bevor die Lage allzu ernst und problematisch wird. Ab und an möchte man auch etwas wieder auf den Stand von vor 15 Jahren bringen (z.B. unser Gleisnetz oder die Anzahl der Sozialwohnungen).

Selbst beim großen Thema Klimawandel ist der breite Konsens in der deutschen politischen Landschaft möglichst alles dabei zu belassen wie es gerade ist und die Wirtschaft einfach zu decarbonisieren; sie also "grün" zu machen und dann wieder zur Tagesordnung überzugehen, oder gar diese überhaupt nicht zu verlassen.

Doch sind wir wirklich schon am Ende unserer gesellschaftlich-zivilisatorischen Entwicklung angelangt, sodass jetzt nur noch kleine Kurskorrekturen von nöten sind? Werden wir die immer neuen Herausforderungen unserer Zukunft mit einer derartigen Haltung überhaupt meistern können, oder brauchen wir womöglich eine oder gar mehrere neue gesellschaftliche Utopien?

Als neue gesellschaftliche Erzählungen davon, wie unsere Welt sein könnte und sein sollte, um die Annäherung an diese Utopien gemeinsam anzustreben und unsere heutige Politik anahnd dessen, wie mit einem Kompass danach auszurichten, wo wir gemeinsam hinwollen, statt vor allem danach wo wir nicht hinwollen?

Oder hatte Heltmut Schmidt mit seinem bekannten Auspruch "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen" womöglich doch recht und Utopien sind etwas, das nicht mehr in unsere heutige Zeit passt?

Ja, wir brauchen definitiv neue Utopien 42%
Ein Ziel wo es hingehen soll kann zumindest nicht schaden 33%
Nein, Utopien sind nichts für die heutige Zeit oder Gesellschaft 17%
Ich denke anders darüber und zwar so... 8%
Schule, Deutschland, Politik, Demokratie., Gesellschaft, utopie, Philosophie und Gesellschaft, Wirtschaft und Finanzen, Gesellschaft und Philosophie
Wieso heißt es immer die Wehrpflicht führt zu mehr Demokratie?

Hallo

jetzt bitte keine Argumente dass die Wehrpflicht eine notwendige Erziehungsmaßnahme für die verzogene und faule Jugend ist oder dass man dem Staat auch mal was zurück geben soll wenn man gratis zur Schule gehen studieren kann usw.

Diese Argumente kenne ich eh alle vom Wirtshaustisch und aus dem Bierzelt.

Mich würde mal interessieren ob es da irgendwelche nennenswerten Beispiele gibt wo die Wehrpflicht in Verbindung mit Demokratie und Frieden stand bzw. diese gesichert hat.

Ich wüsste (fast) nur Gegenbeispiele, die Wehrpflicht war Grundlage für Napoleons Eroberungszug durch Europa sowie für den ersten und zweiten Weltkrieg und für den Vietnamkrieg.

Des weiteren muss man anmerken dass der Großteil der Staaten mit Wehrpflicht Diktaturen sind. Demokratische Staaten mit Wehrpflicht gibt es außer Österreich und Schweiz und Finnland und Griechenland kaum welche.

In der Vergangenheit wüsste ich auch jetzt kein Beispiel wo Wehrpflicht mit Frieden in Verbindung stand bzw. für Frieden und auch Abrüstung und Demokratie sorgte.

Im kalten Krieg gab es zwar keine Eskalation aber sehr viel Aufrüstung und halt auch Wehrpflicht.

Als Beispiel für direkte Demokratie UND Wehrpflicht gibt es natürlich die Schweiz, aber die stellt auch eher eine Ausnahme dar da man sehr viele Diktaturen mit Wehrpflicht aufzählen kann.

Dieses Argument im Sinne von "Wenn es Wehrpflicht gibt kann die Regierung das Volk nicht unterdrücken" kommt ja auch oft, aber auch hier kann man gefüllt alle Diktaturen als Gegenbeispiel entgegenhalten. In Syrien zB gibt es auch eine Wehrpflicht, weiters gibt es in Russland eine Wehrpflicht und in Nordkorea und im Iran und sonst noch in einigen Staaten die Musterbeispiele für Rechtsstaaten darstellen.

Krieg, Politik, Demokratie., Soldat, Wehrpflicht, Philosophie und Gesellschaft
Verbrechen der Türkischen Regierung?

Ich bin selbst Türkin, jedoch würde ich hierfür all meinen Stolz zurseite schieben und offen sagen : Es gab keinen Zeitpunkt in der ganzen Geschichte der Türkei in der es so etwas wie Freiheit oder Gerechtigkeit in unserem Land gab.

Von rassistischen Assimilierungsversuchen ethnischer Minderheiten bis hin zu ganzen Völkermorden, Vergewaltigungen und Folterungen in den türkischen Gefängnissen...

So sehr ich mein Land und die Menschen auch liebe : Den verkackten Staat zu unterstützen hat nichts mit "Landsliebe" zutun.

Ich gebe der Türkischen Regierung und ihren faschistischen Anhängern die Schuld für diese Ungerechtigkeiten. Die Zivilbevölkerung (Egal ob Türke oder Kurde, etc...) trägt zwar keine Schuld, jedoch schweigen sie über diese Tatsachen hinweg...

Dabei sollten sie doch diejenigen sein die über die Türkei bestimmen sollten ! Der Staat sollte Angst vor unserem Volk haben und nicht anders rum !

Ich will eine Aufklärung über all die Verbrechen die der Türkische Staat begangen hat und eine anschließende Aufarbeitung (so wie auch in Deutschland...)

Aber leider : Die Politiker sind wie überall auch, zu nichts nütze... Ich hoffe die Menschen versuchen sich irgendwann wie in den 70er und 80er Jahren (Volksaufstände in der Türkei) gegen den Staat aufzulehnen..

Wie ist eure Meinung dazu und wie seit ihr im Bezug auf dieses Thema aufgeklärt ?

Aufgeklärt 93%
Weiss einwenig bescheid... 7%
Wusste garnichts davon 0%
Religion, Türkei, Politik, Recht, Rechte, Anarchie, Demokratie., Folter, Gefängnis, Kommunismus, Korruption, Menschenrechte, Philosophie, Revolution, Sozialismus, Staat, ungerecht, Ungerechtigkeit, Verbrechen, Volk, menschenrechtsverletzung, Rechtsphilosophie, Philosophie und Gesellschaft
Ist Deutschland ein freies Land?

ich habe mal drüber nach gedacht ob man wirklich ein freier Mensch ist in Deutschland. Erster Punkt der Krieg. Deutschland unterstützt die Ukraine gegen Russland, die Ukraine tut mir sehr leid und es ist schlimm was dort vorgeht. Aber trotzdem würde ich mich gerne aus dem Krieg raushalten! Jetzt ist es so das Deutschland Waffen etc. an die Ukraine liefert und sich in den Krieg einmischt, entscheiden darüber tut nur die Bundesregierung die aus keine Ahnung wie wenigen Leuten besteht. Diese Leute entscheiden auch für mich ob ich mich einmische weil ich ein Bürger ihres Landes bin. Beschweren über sowas oder meine Meinung sagen kann ich nicht! Oder wer würde mir zu Oder auf mich hören wenn ich nicht als normaler Bürger vor der Bundesregierung stehen würde und meine Meinung sage, während Kameras laufen? Ich würde gerne neutral sein aber die paar Leute die oben sitzen entscheiden das. Ich kann zwar frei meine Meinung äußern aber ich kann nicht mitentscheiden und ich dachte das ist das Prinzip einer Demokratie. Soll man den Leuten aus der Regierung schreiben auf irgendwelchen Internetportalen? Das lesen die eh nicht und das interessiert die höchstwahrscheinlich auch nicht was einer ihrer Bürger sagt. Aber ich kann mich nicht raushalten oder Entscheidung treffen über etwas wie der Krieg. Aber es sollte grundsätzlich gar nicht nur um den Krieg gehen versteht das bitte nicht falsch, es war nur ein Beispiel an dem man es gut verstehen könnte was ich meine. Es geht auch um andere Sachen um alles eigentlich was die Bundesregierung entscheidet oder macht. Das einzige was ich wählen kann sind die Leute die in dieser Regierung sitzen und so oft die selben dummen Entscheidungen treffen, manchmal habe ich das Gefühl das die Menschen nicht über die Zukunft nachdenken würden. Also ist man auf diese Weise frei in Deutschland?

Zukunft, Menschen, Deutschland, Politik, Demokratie., Freiheit, Philosophie und Gesellschaft
In Partei eintreten in der Lieblingspolitiker ist?

Ich habe großes interesse an politik und glücklicherweise wohne ich in berlin wo politisch immer was los ist.

Ich weiß gar nicht wo ich mich politisch einordnen würde, bei manchen themen rechts, bei manchen ,links, bei manchen halt neutral 🤷‍♂️

Ich dachte zuerst an die grünen, da sie den geringsten altersdurchschnitt haben (ca45) und in der regierung sind.

Denke da steckt sicher viel potenzial drinne.

jedoch gefallen mir so ansichten nicht wie genderneutrale klos etc.

Z.b Klimawandel is richtig und wichtig aber die mehrheit hat andere probleme wie geringes einkommen, altersvorsorge usw man muss halt schauen dass man damit nicht geringverdiener so stark belastet.

Mein vorbild ist sarah wagenknecht und mein traum wäre es mal mit ihr an einem tisch zu sitzen und stundenlang über alles mögliche zu quatschen, daher dachte ich über die linke nach.

Was ich gerne ändern würde wenn ich die macht hatte: an erster stelle armutsbekämpfung, bildungssysten aufpeppen, bessere familienpolitik im sinne von zb dass familien entlastet werden, problem des wohnungsmangeks bekämpfen.

Außerdem ist deutschland laut meinen recherchen ein paradies für geldwäsche, dies würde ich auch gerne bekämpfen.

Allgemein probleme in verbindung mit kriminalität (z.b afrikaner haben kein aufenthaltstitel,daher kein recht zu arbeiten, daher haben sie keine andere wahl als zb drogen zu verkaufen. Da lässt sich sicher was machen)

Aber zb finde ich unsere justiz manchmal viel zu lasch bzw da lässt sich bestimmt auch was verbessern.

Najaaa wat meint ihr so?

Deutschland, Politik, Bundestag, Demokratie.
Was würdet ihr davon halten, wenn Mitarbeiter eines Unternehmens mitentscheiden dürften und prozentual nach Gewinn bezahlt würden?

In der Wirtschaft herrscht eine Autokratie der Kapitaleigner, bei der Mitarbeiter lediglich Arbeitssubjekte darstellen, die man nach Mehrwert oder Minderwert beliebig einstellen und entlassen kann. Die Mitarbeiter sehen von den Milliarden ihres Konzernes meistens gar nichts, sondern kriegen einen teils zu geringen, teils viel zu hohen Lohn für ihre Arbeitsleistung.

Was würdet ihr davon halten, wenn Unternehmen und Großkonzerne dazu verpflichtet würden, Mitarbeitern nach meinetwegen 1-5 Jahren Stimmrechte, Entscheidungsmöglichkeiten, Einflussnahme und vor allem Anteile am Unternehmen zusprächen, sowie am tatsächlichen Gewinn zu beteiligen, der variieren kann?

Denn beim aktuellen System ist es so, dass der Chef und die Vorstände für quasi keine Leistung Millionen kriegen, die Angestellten, die die Werte erwirtschaften so wenig erhalten, dass die nach einer Entlassung vorm Ruin stehen. Der Chef würde in einer solchen demokratischen Konzernidee auch nicht ernannt werden, sondern gewählt.

Also, was sagt ihr zu einer derartigen Umgestaltung?

Andere Meinung 62%
Finde ich gut, dies macht u.U. die Wirtschaft demokratischer 38%
Finde ich schlecht, weil der Chef u.a. sonst weniger Luxus hätte 0%
Egal 0%
Leben, Arbeit, Zukunft, Geld, Wirtschaft, Politik, Armut, Luxus, Erfolg, Demokratie., Gerechtigkeit, kapitalismus, Kritik, macht, Meinung, Reichtum, Unternehmen, Einnahme, Autokratie, Proletariat, Philosophie und Gesellschaft, Abstimmung, Umfrage
Ist der Überwachungskapitalismus noch demokratisch?

Laut Zuboff befinden wir uns im "Zeitalter des Überwachungskapitalismus", der die Wirkung medialer Meinungsmache über die sozialen Medien unmittelbar digital erfassbar und damit auch Wahlergebnisse durch gezielte Medienpropaganda steuer- und vorhersagbar macht. Was aber bleibt dann von unserer Demokratie noch übrig - führt Big Data tatsächlich in einen neuen Totalitarismus, in dem die Konzernmedien mehr Macht haben als die dann angeblich "demokratisch" gewählten Regierungen?

“Surveillance capitalism is best described as a coup from above, not an overthrow of the state but rather an overthrow of the people’s sovereignty and a prominent force in the perilous drift towards democratic de-consolidation that now threatens Western liberal democracies,” says Zuboff. Big-data companies present the future as a new era of transparency and freedom. In fact, the end-point of information capitalism is a social order that can only be described as totalitarian." 

["Der Überwachungskapitalismus lässt sich am besten als Staatsstreich von oben beschreiben, nicht als Umsturz des Staates, sondern als Umsturz der Souveränität des Volkes und als eine herausragende Kraft in der gefährlichen Entwicklung hin zu einer demokratischen Entkonsolidierung, die die westlichen liberalen Demokratien jetzt bedroht", sagt Zuboff. Big-Data-Unternehmen präsentieren die Zukunft als eine neue Ära der Transparenz und Freiheit. In Wirklichkeit ist der Endpunkt des Informationskapitalismus eine Gesellschaftsordnung, die man nur als totalitär bezeichnen kann".]

https://www.newstatesman.com/culture/books/2019/02/new-tech-totalitarianism

Ist der Überwachungskapitalismus noch demokratisch?
Politik, Demokratie.

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