Kann eine moderne Demokratie ohne politische Parteien funktionieren? Haltet ihr ein solches System für wünschenswert?

Der gute George Washington, der erste Präsident der USA, warnte seine Landsleute in seinem Abschiedsschreiben vor der Entstehung politischer Parteien. Er meinte, diese würden unnötige Spaltung und Konflikte verursachen und das politische Klima vergiften.

Das deutsche Grundgesetz spricht im Artikel 21 davon, dass die Parteien an der politischen Willensbildung des Volkes mitwirken. Das Grundgesetz stellt also die Bedeutung der Parteien für das politische System Deutschlands heraus.

In der Praxis erleben wir aber häufig, dass die Parteiendemokratie zuweilen absurde Früchte trägt. So werden mitunter Anträge im Parlament einzig und allein aus dem Grund abgelehnt, weil der entsprechende Abgeordnete einer "gegnerischen" bzw. unerwünschten Partei angehört. Es tritt auch immer wieder der Konflikt zwischen der Gewissensfreiheit der Abgeordneten (Art. 38 GG) und der inoffiziellen "Fraktionsdisziplin" auf. Das war insbesondere in der Zeit der Griechenland-Krise bei den Abstimmungen über die Hilfspakete immer wieder thematisiert worden. Abgeordnete, die gegen die Hilfspakete stimmten, wurden beleidigt und mitunter übel beschimpft.

Jetzt zu meiner Kernfrage: meint ihr, dass man z.B. das politische System Deutschlands so umgestalten könnte, dass es komplett ohne politische Parteien funktionieren würde und trotzdem demokratisch bliebe? Wie würdet ihr das angehen, wie würdet ihr euch das Ergebnis vorstellen? Würdet ihr euch eine Demokratie ohne Parteien wünschen?

Oder haltet ihr politische Parteien für notwendig oder wünschenswert? Welche Vorteile seht ihr in unserer aktuellen Parteiendemokratie?

Ohne Parteien funktioniert das nicht! 58%
Es geht auch ohne Parteien, aber man sollte sie abschaffen. 25%
Es geht auch ohne Parteien, aber man sollte sie behalten. 17%
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Wie geht ihr mit Menschen um, die aus Naivität oder Unwissenheit politische Herangehensweisen befürworten und glauben, ohne zu hinterfragen?

Ich bin auch keine Politikexpertin und weiß sicher nicht alles, aber ich hinterfrage sehr vieles kritisch, bevor ich zum Beispiel Posts von Politikern auf Instagram like. Ich stelle leider häufig fest, dass die Glaubwürdigkeit eines Politikers steigt, je höher die Person gestellt ist, je seriöser sich die Person zeigt und je mehr die Personen auch selbst an ihren Vorstellungen glauben und andere wiederum schlecht darstellen. Klassischer Narzissmus? (Trump hat es schließlich nicht ohne Grund geschafft, "mehrheitlich" Amerika für sich zu gewinnen.) Ich denke mal an eine nicht vergleichbare, aber dennoch interessante Person: Christian Lindner. Seitdem er Vorsitzender der Partei FDP ist, gewinnt die Partei mehr Wähler. Er wird medial immer präsenter und ist humorvoll betrachtet wie ein Influencer unterwegs, der wohl auch bei Frauen gut ankommt. Er postet etwas und es wird geliked. Wissen all seine Wähler wirklich genau worum es da geht? Ist "Bauen, bauen, bauen" und Digitalisierung wirklich die einzige Möglichkeit, um den Wohnraummangel entgegenzuwirken? Oft sind Wohnung vorhanden, die aber an Investoren verkauft werden oder es wird gebaut, aber viel zu teuer. Nur ein Beispiel von sämtlichen. Wie seht ihr das und warum verhalten sich manche Wähler einer Partei provokant ausgedrückt wie Fangirls und Fanboys?

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