Lässt Reichtum einen Menschen auf Dauer undankbarer werden bzw ist es moralisch vertretbar reich zu sein ?

Erstmal, ich weiß natürlich jeder Mensch ist anders und dass es Menschen gibt die durch Reichtum abheben usw. Mein Vater ist selbständig und hat sich vor 2-3 Jahren unberufen und eine neue Firma in einem anderen Berufsfeld eröffnet. Da man ja erstmal meinst viel rein investieren muss (Zeit und Geld) hatten wir die letzten Jahre wirklich finanziell nicht viel.Es gab Wochen oder Monate wo wir Wirklich so gut wie nix hatten. Aber wir waren trotzdem immer glücklich haben zusammen gehalten und Späße drüber gemacht. Es hat uns als Familie noch näher zusammen gebracht . Auf jeden Fall hat sich das jetzt geändert ich will nicht genau drauf eingegangen aber die Arbeit hat sich jetzt halt ausgezahlt. Viele Menschen streben ja immer nach Reichtum, für mich und meine Familie ist materielles an sich eh nicht so wichtig und irgendwie kann ich mich Nicht freuen bis auf dass ich es meinem Vater von Herzen gönne dass sich seine harte Arbeit ausgezahlt hat, Ich fühle mich schlecht dabei in „Reichtum“ zu leben währenddessen andere Menschen verhungern. Ich fühle mich dann wie jemand von diesen reichen Menschen die Schuld an so vielen schlimmen dingen auf der Welt sind. Quasi als würde ich jetzt in Zukunft zu den Übeltätern gehören ? Ich weiß das klingt dumm und das ist für viele vielleicht unverständlich aber wenn ich mir vorstelle in Zukunft eventuell in einem riesen Haus zu leb en währenddesse zur gleichen Sekunde menschen hungern und nichtmal ein anständiges Dach überm Kopf haben wird mich schlecht und ich fange fast an zu weinen weil mich das so traurig macht? Was stimmt nicht mit mir ? Findet ihr es moralisch unvertretbar heutzutage in „Reichtum“ zu leben ?

Armut, Luxus, Psychologie, Liebe und Beziehung, Reichtum, Philosophie und Gesellschaft
6 Antworten
Beruht unser Wirtschaftssystem auf Sklaverei als Gegenteil von freier Wahl zur Arbeit, mit einer Pflicht zu fremdbestimmter Arbeit mit Bezahlung?

Das Kreditwesen funktioniert nur so und auch das Arbeitgeber- Arbeitnehmerverhältnis. Aber nicht freiwillig, sondern als Nötigung zur Arbeit, in einem Abhängigkeitsverhältnis, weil der Bürger das Geld zum Überleben braucht und das Unternehmen den Kredit zum Überleben braucht. Es hat keine freie Entscheidungsmöglichkeit. Es muss sich abhängig von der Bank machen, wenn es den Kredit haben will. Es ist eine Herrschaft über ein Individuum. Arbeitnehmer und Unternehmen stehen unter dem Willen, Einfluss und Macht des Herrschers der das Geld zum Überleben gibt.

Der Kreditnehmer ist abhängig vom Kreditgeber, als Gegenteil dessen, dass Geld einfach zu schenken und das geschenkte Geld durch Wirtschaft wieder zur Bank zurück kommt.

Der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber als Gegenteil der freien Berufsausübung, wo der Arbeitnehmer selbst als Arbeitgeber handelt um nicht vom Einkommen, das der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer gibt, abhängig zu sein.

§ 240

Nötigung

(1) Wer einen Menschen rechtswidrig durch Drohung (mit Armut, Geldnot) mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung nötigt, auch wenn er diese Drohung nicht offen ausspricht, sondern die Situation schafft, dass diese Drohung wahr wird, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist. (Der eigenen Bereicherung, Gewinnerzielungsabsicht per Vertrag abgesichert)

(3) Der Versuch ist strafbar.

(4) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger (Arbeitgeber) mißbrauchen kann.

Art. 4

Verbot der Sklaverei und der Zwangsarbeit

(1) Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden.

(2) Niemand darf gezwungen werden, Zwangs- oder Pflichtarbeit zu verrichten.

Nicht als Zwangs- oder Pflichtarbeit im Sinne dieses Artikels gilt:

a) eine Arbeit, die üblicherweise von einer Person verlangt wird, der unter den Voraussetzungen des Artikels 5 die Freiheit entzogen oder die bedingt entlassen worden ist;

Bedeutet nichts anderes als das in der Überschrift, Zwangsarbeit verboten wird, aber in der Erläuterung darunter wieder erlaubt wird.

Arbeit, Geld verdienen, Politik, Recht, Armut, Grundeinkommen, Hartz IV, Reichtum, Soziales, Ausbildung und Studium, Philosophie und Gesellschaft, Wirtschaft und Finanzen
4 Antworten

Meistgelesene Fragen zum Thema Armut