Sollte es eine größere Trennung zwischen Kirche und Staat geben?

Wir stellen diese Umfrage vor dem Hinblick des gestrigen Blickwechsels, in dem unser Nutzer Bodhgaya, der zum Buddhismus konvertierte, eine in seinen Augen fragwürdige Trennung zwischen Kirche und Staat konstatierte, indem er schrieb:

„Deutschland gibt sich als säkularer Staat, was aber nur bedingt stimmt. Man kann fragen, warum ein säkularer Staat Verträge mit Religionsgemeinschaften schließt. Oder warum ist so etwas wie eine Landeskirche gibt, an die man auch noch Steuern zahlen muss.“

Da dieses Thema auch medial häufig die Gemüter erregt, interessiert uns nun Eure Meinung: Sollte es eine größere Trennung zwischen Kirche und Staat in Deutschland geben, wie beispielsweise im laizistischen Frankreich der Fall, oder haltet Ihr das im deutschen Grundgesetz vorgesehene partnerschaftliche Verhältnisse zwischen Kirche (bzw. vor allem dem Christentum) und Staat für angemessen? 

Wir sind gespannt auf Eure Meinungen!

Trennung zwischen Kirche und Staat sollte größer sein 81%
Kirche und Staat sind ausreichend getrennt 15%
Staat sollte auch Verträge mit anderen Religionen schließen 4%
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105 Antworten
Ist die asiatische Mentalität in puncto Trauer und der Annahme von Hilfe anders als die europäische und wie kann ich meiner Freundin helfen?

Meine beste Freundin ist Thailänderin. Sie ist mit einem deutschen Mann verheiratet und sie haben einen 11jährigen Sohn.

Sie leben in einer kleinen Wohnung im Haus seiner Eltern zur Miete und werden das Mehrfamilienhaus irgendwann erben.

Sie ist auf seinen Wunsch hin lange Zeit nicht berufstätig gewesen, obwohl sie in Thailand eine technische Ausbildung absolviert und Berufserfshrung gesammelt hat.

Stattdessen ist sie sehr engagiert im Ehrenamt, in der Schule, bei Dorffesten und bietet überall ihre Hilfe an. Ein sehr liebenswerter, engagierter und beliebter Mensch.

Seit ihr Sohn an der weiterführenden Schule ist, arbeitet sie in 2 Minijobs als private Reinigungskraft.

Nun ist ihr Mann, der lange Zeit Alleinverdiener war, 2018 schwer an der Lunge erkrankt und musste mehrfach operiert werden.

Obwohl ich mit ihr eng befreundet bin (wir sehen uns wegen Corona nur nicht oft), erzählt sie erst auf Nachfrage, dass ihr Mann so schwer krank ist und sie Angst hat, dass er stirbt.

Ich sende ihr beispielsweise Grüße und frage, ob alle gesund sind und erfahre erst dann, dass ihr Mann schon länger im Krankenhaus ist. Erst dann berichtet sie von ihren Zukunftsängsten, von ihren Plänen, Vollzeit arbeiten zu gehen, um ihn zu entlasten.

An ihrem Geburtstag habe ich beide besucht und ich saß mit ihr draußen im Gartenhaus und sagte ihr, sie solle sich melden, wenn sie Hilfe braucht. Sie bedankte sich, meldete sich aber nicht. Ich würde sie gerne unterstützen, ihren Sohn mal abnehmen, sie begleiten oder zuhören, aber sie meldet sich nicht.

Sagt nur Danke und schickt mir Herzchen.

Da ich beruflich mit Japanern zu tun habe, weiss ich, dass die Mentalität teils anders ist als bei uns, deshalb bin ich unsicher, ob ich sie jetzt in Ruhe lassen soll, weil sie sich nicht meldet oder ob das mentalitätsbedingt eine Einstellung von ihr ist, anderen nicht zur Last fallen zu wollen.

Sie selbst ist nämlich extrem engagiert, hütet andere Kinder, backt, bastelt und steht sich für wohltätige Zwecke die Beine in den Bauch.

An Verwandten hat sie hier nur ihre Schwiegereltern, die beide auch in dem Haus wohnen und gebrechlich sind. Sowie die Schwester ihres Mannes mit Familie 1km entfernt.

Ihre Mutter und Schwestern leben in Thailand und sie kann diese nur besuchen, weil ihr Mann dafür das Geld gibt. Die Familie macht die Jahresurlaube immer in Thailand.

Sie senden ihrer Mutter auch Geld zum Leben.

Sollte ihrem Mann etwas passieren, ist das alles in Gefahr, die Miete, das Auskommen, die Besuche bei ihrer Mutter, die Unterstützung.

Sie überlegt nun, wieder zu arbeiten, da ihr Mann mittlerweile an der Beatmung hängt.

Ich würde ihr gerne helfen, aber weiß ihr Verhalten nicht zu deuten. Möchte sie keine Hilfe? Ist sie zu stolz, schämt sie sich?

Vielleicht könnten andere Asiaten mal einen Tipp geben, ob ich mich da mal blicken lassen soll.

Sie ist Buddhistin.

Lieben Dank.

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3 Antworten
Was hält ihr von meiner Denkweise über das Leben?

Ich habe mal wieder an das Leben gedacht und war traurig oder besorgt. Wir sind so an diese Erde gebunden, an Familie und Freunde. Am Ende wird all das aber weg sein. Den Moment genießen, das tue ich aber es fühlt sich an als würde ich davon versuchen wegzurennen statt mich der eiskalten Wahrheit zu stellen, die sich Leben nennt. Wenn man so eine Denkweise hat, denkt man sich auch, warum verschwende ich noch Energie für sowas wie Familie, wenn am Ende ich sowieso alleine fort gehe. Ich frage mich, was mein Lebensziel ist.

Ich habe Jahre lang in Einsamkeit gelebt, ich habe die Introversion sehr intensiv studiert über mehrere Jahre - mein ganzes Leben lang. Ich bin jetzt 20. Meditieren? Vielleicht. Vielleicht ist es nicht so falsch, was die Gurus und so machen. Sich selbst studieren, Körper und Psyche - das ist Meditation. Das kann jeder Atheist tun. Ich bin noch der Meinung, dass Meditation auch was spirituelles hat. Jeder kann selber entscheiden, was für ein Bereich er besser kennenlernen will. Ich habe so vieles gelernt...

Es gibt sicherlich noch so vieles mehr. Von Religionen schon lange losgelassen und fremden Denkweisen, ich habe selber das Leben studiert. Meine Sorge ist, warum ich noch lebe. Was soll ich jetzt noch machen 80 Jahre? Ich halte nicht viel von Familie trotzdem liebe ich sie genau so wie meine Freunde, aber mehr ist da nicht - nichts was für mich eine Rolle spielt nach diesem Leben.

Ich glaub sowieso, dass nur wenige mich verstehen können. Ich habe nichts dagegen die restliche Zeit noch zu genießen, aber es ist halt so uninteressant. Dieses menschliche Leben, diese Dimension... sie ist uninteressant. Ihr müsst es nicht verstehen. Dachte nur vielleicht kann wer nette Worte da lassen.

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Karfreitag-Tanzverbot: Gegenseitige Rücksichtnahme, Religionsfreiheit, Sonderrechte für Kulttage. Brauchen wir neue Regeln für unsere Multi-Kulti-Gesellschaft?

Jedes Jahr wieder gibt es Menschen, die sich über das Tanzverbot am Karfreitag aufregen. Gegenseitige Rücksichtnahme ist schwer. Beim Thema Raucher gegen Nichtraucher hatten wir das auch schon. Aber das ist heute schon Geschichte.

Es gibt Menschen, die sich über bestimmte Sonderrechte von Kirchen gerne aufregen und sich in ihren Rechten eingeschränkt fühlen. Wobei die Mehrheit der Deutschen steht zu Tanzverbot an Karfreitag.

Karfreitag (drei Tage vor Ostern) bedenken Christen den Tod ihres Heilands Jesu Christi am Kreuz von Golgatha (Jerusalem, Israel), der für die Sünde der ganzen Welt gestorben (1Joh 2,2, Hebr 9,28, 2Kor 5,19, Joh 1,29) ist.

Dieses Tanzverbot ist ein sehr altes „Kulturgut“. Und je weniger Christen es gibt, desto weniger Verständnis wird dieser Reglung entgegengebracht. Manche meinen dann frustriert, die Kirche hätte schon immer Sonderrechte für sich eingefordert.

Dabei profitieren auch sie von diesem „Sonderrecht“. Auch sie haben zu den kirchlichen Feiertagen frei. Nur können sie leider ausgerechnet am Karfreitag nicht Party machen. Die Clubs sind zu. Nur wer es am Vortag schnell genug in einen Flieger schafft, kann sich dem entziehen.

In den meisten Bundesländern ist es wirklich nur dieser eine stille Tag. Es gibt aber Bundesländer, die noch mehr Tage mit besonderen Regeln haben.

Wir leben hier in einem Land in dem auf religiöse Bedürfnisse keine Rücksicht genommen werden braucht. Christen haben aufgehört darauf aufmerksam zu machen. An Christi Himmelfahrt (40 Tage nach Ostern) feiern Nicht-Christen Vatertag. Niemand regt sich darüber auf. Umso überraschter ist so mancher Tourist, wenn ihm der Zugang zu irgendwelchen Kultstätten in einem Urlaubsland verwehrt wird, weil z.B. seine Kleidung als „unschicklich“ gilt. Manche Reiseführer weisen wenigstens darauf hin.

Ist es an der Zeit, dass wir darüber reden, welche speziellen Bedürfnisse die einzelnen Kulturen in unserer Gesellschaft haben? Ob jüdischer Feiertag, Ramadan, Unabhängigkeitstag, Christopher Street Day oder die Feiertage der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters. Ob Kirchenglocken oder nicht oder der Muezzin auf dem Minarett.

Könnten wir eine Gesellschaft werden, in der jeder die kulturellen Bedürfnisse der anderen achtet? Brauchen wir flexible Feiertagsreglungen, und Arbeitszeiten mit denen alle dann zufriedener Leben könnten?

Mich würde es freuen, wenn es diese Diskussion es schafft, den Weg in die Schulen und den Ethikunterricht zu finden.

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