Vorstellungsgespräch: Chance durch Weiterbildung verbaut?

Hallo zusammen,

ich arbeite aktuell befristet im öffentlichen Dienst und hatte gestern ein internes Vorstellungsgespräch. Das Aufgabengebiet ist größtenteils identisch, allerdings wäre die Stelle unbefristet. 

Jedenfalls mache ich nebenher privat noch meinen Verwaltungswirt, mit dem ich in den gehobenen Dienst aufsteigen kann. Die Weiterbildung steht auch in meinem Lebenslauf, also die Personaler und Referenten wussten vorher schon Bescheid. Das Gespräch lief zumindest gut, ich konnte alles fachliche problemlos beantworten und habe mich auch so ganz gut verkauft. 

Nur am Ende, als ich Fragen stellen konnte, habe ich eventuell einen ganz großer Fehler begangen. Ich habe halt nochmal erzählt, dass ich jetzt Ende des Jahres mit der Weiterbildung fertig bin, natürlich gerne im Betrieb bleiben möchte, aber auch mehr Verantwortung übernehmen und eine höhere Stelle besetzen möchte und gefragt, wie die Entwicklungsmöglichkeiten sind. 

Wollte mit der Frage auch eigentlich nochmal meine Einsatzbereitschaft bzw. Engagement ausdrücken und der öffentliche Dienst sucht ja immer händeringend nach Fachkräften. Aber denke mittlerweile immer mehr, dass die Frage komplett dumm war. Damit habe ich ja signalisiert, dass ich die Stelle nur auf absehbare Zeit besetzen möchte und dann irgendwann im Laufe des nächstes Jahres wieder neu besetzt werden muss, wenn ich die höhere Stelle besetze. Denke mir schon, dass ich meine Chancen damit verbaut habe. 

Mein Vertrag läuft aber nur noch bis Ende Dezember und somit war ich „gezwungen“ mich jetzt zu bewerben. 

Könnt ihr mich irgendwie beruhigen oder war es total dumm von mir? 

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Ausbildungsprobpeme?

Hey,

Kurz zu mir: Ich bin 20, habe einen Realschulabschluss (auf dem Gymnasium) absolviert, bin mittlerweile 3tes von 3,5 Lehrjahren und habe leider Gottes absolut keine Lust mehr auf meine Ausbildung.

Da ich damals ein Recht schlechter Schüler war (Schnitt: 3,5) und absolut keine Lust mehr auf Schule hatte, habe ich Ziellos nach Ausbildungen gesucht und eine in Handwerklicher Richtung gefunden.

Anfangs hat es mir auch spaß gemacht, aber aufgrund (massiver, positiver) Persönlicher Veränderungen, sehe ich in dieser Ausbildung absolut nichts mehr.

Weder bin ich Handwerklich begabt, noch interessiert es mich. Es macht mich von Tag zu Tag mehr und mehr fertig. Ich bereue es zutiefst mein Abi damals nicht gemacht zu haben.

Mal abgesehen davon das ich teilweise von Minderwertigkeitsgefühlen geplagt werde, da alle meine Freunde studieren habe ich in den letzten 2 Jahren auch Bereiche gefunden die mich wirklich interessieren. Ich möchte nach meiner Ausbildung mein Abitur über den 2ten Bildungsweg nachholen (Mein Ziel und einziger Schnitt den ich akzeptiere ist 1,X) und dann entweder Psychologie oder Medizin studieren oder ein Komissarstudium bei der Polizei anzufangen. Ich bin sehr zuversichtlich das zu schaffen da ich mich jetzt schon viel damit beschäftige und durch die Minderwertigkeitsgefühle eine extreme Motivation zum lernen habe.

Der Gedanke das ich jetzt gerade schon mein erstes Jahr des Studiums vorbei haben könnte aber ich gerade Mal in 4 Jahren mein Abi beenden werde macht mich einfach so wütend.

Ich komme jeden Tag schlecht gelaunt von Arbeit heim und habe ein drücken im Bauch. Am liebsten würde ich einfach kündigen, was aber jetzt auch keinen Sinn macht.

Vor Corona/letzten Sommer hatte ich immerhin noch einen Frustausgleich, ich bin in einem Kickboxverein, das hat mir sehr geholfen und man konnte so noch Dinge machen. Aber jetzt im Lockdown staut sich der Frust an und ich fühl mich als würde ich irgendwann explodieren.

Meine Freundin macht momentan Abi und bevor das jetzt falsch rüberkommt, ich wünsch ihr das allerbeste und helfe ihr wo ich kann. Aber es tut schon weh dabei zuzusehen wie sie keine 4 Jahre ihres Lebens weggeschmissen hat. Nicht weil ich neidisch bin, sondern weil ich mich über mich selbst so ärgere.

Ich weiß das ich die 284 Tage (stand: aktuell) meiner Ausbildung noch überstehen muss, aber habe Angst dass das irgendwann zu psychischen Folgen führen könnte.

(Bevor das falsch rüberkommt, ich bin weder einsam noch habe ich privat Probleme. Mein größtes Problem ist nur mein Beruf. Er macht mich einfach jeden Tag ein Stück mehr kaputt.)

Ich weiß nicht, wie ich die gottverdammten 40 Wochen und 6 Tage noch ertragen soll.

Für Tipps, Ratschläge und Meinungen wäre ich wirklich dankbar🙏

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