Konstanz reagiert auf "Fridays for Future" und ruft als erste deutsche Stadt den Klimanotstand aus: Vorbildlich oder nicht?

https://www.youtube.com/watch?v=uSVJbYam1fo

Vancouver, Los Angeles, London und Basel haben es bereits getan. Jetzt folgt die erste deutsche Stadt:

Konstanz ruft den Klimanotstand aus.

Die Anregung für den Beschluss sei von "Fridays for Future" gekommen, hieß es bei der Stadt Konstanz.

Ende Februar sprachen Vertreter von "Fridays for Future" mit Oberbürgermeister Uli Burchardt (CDU). Er beauftragte daraufhin die Verwaltung, eine Beschlussvorlage zu erarbeiten, die nun einstimmig angenommen wurde.

Die Stadt Konstanz stellt damit alle Entscheidungen unter einen Klima-Vorbehalt. Wie die Stadt im Internetdienst Twitter mitteilte, wurde die Stadtverwaltung beauftragt, zusätzliche Maßnahmen zur Umsetzung des Beschlusses auszuarbeiten. Sie soll nach Angaben von „Fridays for Future“ auch künftig einen jährlichen Report über den Fortschritt bei der Vermeidung von CO2-Emissionen herausgeben.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article192862587/Fridays-for-Future-Konstanz-beschliesst-den-Klimanotstand.html

Diese Resolution ist deutlich mehr als eine Schaufenstererklärung, denn sie verpflichtet die Stadt, ihren Beitrag dazu zu leisten, dass sich die deutsche Klimabilanz nicht weiter verschlechtert. Die Stadt Konstanz hat sich zum Ziel erklärt, durch klimaneutrale Energieversorgung und Sanierung bestehender Gebäude den CO2-Ausstoß pro Person bis 2050 um 75 Prozent zu reduzieren. Ab September müssen alle Beschlussvorlagen der Stadtverwaltung einen verpflichtenden Hinweis zu möglichen negativen oder positiven Auswirkungen auf den Klimaschutz enthalten. Alle sechs Monate muss der Oberbürgermeister künftig öffentlich über Fortschritte oder Probleme bei der Reduktion der Emissionen berichten.

https://www.tagesspiegel.de/politik/erfolg-fuer-fridays-for-future-warum-konstanz-den-klimanotstand-ausruft/24283788.html

Weitere Infos:

https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-534503.html

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/konstanz-ruft-als-erste-stadt-in-deutschland-den-klimanotstand-aus-a-1265519.html

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_85687492/konstanz-ruft-den-klimanotstand-aus-als-erste-stadt-deutschlands.html

Meine Frage (Umfrage):

Ist der Beschluss der Stadt Konstanz (mit Blick auf andere deutsche Städte) vorbildlich oder nicht?

Ja, vorbildlich! 68%
Nein, nicht vorbildlich! 30%
Weder - noch, sondern: 1%
Leben, Gesundheit, Umweltschutz, Natur, Kinder, Erderwärmung, Schule, Zukunft, Menschen, Deutschland, Politik, Jugendliche, Recht, Klimawandel, Schüler, klimaschutz, Psychologie, Welt, Artenschutz, Engagement, erneuerbare Energien, Gesellschaft, Globale Erwärmung, Klima, Klimaveränderung, Kommunalpolitik, Konstanz, Luftverschmutzung, Methan, Natur und Umwelt, Naturschutz, Naturwissenschaft, Ökologie, Politik und Wirtschaft, Sozialkunde, Soziologie, Stadtverwaltung, Treibhauseffekt, Weltgeschehen, CO2-Ausstoß, Vorbild, Zukunftsangst, Artensterben, Politik und Gesellschaft, Philosophie und Gesellschaft, Umfrage, Fridays For Future, Greta Thunberg
21 Antworten
Beunruhigen Euch persönlich die Klimaprognosen und inwieweit richtet Ihr Euer Handeln darauf aus?

Einen schönen guten Morgen in die Runde!

Beim Thema Erderwärmung - derzeit in allen Ohren und Köpfen derjenigen, die sie als menschengemacht betrachten - befürchte ich, dass dieses Thema jenseits unserer Grenzen deutlich weniger vehement angegangen wird.

Mir scheint, dass woanders vergleichsweise Gelassenheit gegenüber Themen wie Massentierhaltung, Umweltgiften, CO2-Immissionen, schwefeligen Abgasen, usw. und ihren Einfluss auf die prognostizierte Klimaerwärmung herrscht.

Bei hierzulande angedachten und schon umgesetzten Klimaschutzmaßnahmen (strengere Richtwerte bei Wärmedämmung und Heizen, Fahrverbote für Dieselmotoren, aber auch bei der Massentierhaltung, Energieerzeugng, usw.) muss ich immer daran denken, dass Luft keine Grenzen kennt: beim nächsten Wind, Sturm, Orkan wird alles - auch der Dieselrauch der gesamten Schiffe auf den Weltmeeren - wieder gleichmäßig verteilt. Da könnte man ja befürchten, dass die erwünschte Wirkung der Maßnahmen verpufft, denn Luft kennt ja bekanntlich keine Grenzen.

Die vereinten, hier schon gesetzlich vorgeschriebenen Anstrengungen erfordern einen hohen finanziellen Aufwand (z.B. für Wärmedämmung, geeignete Heizsysteme, usw.) und belasten das Budget gerade Einzelner sehr.

Aber dann ist da die Vorbildwirkung: wenn niemand damit anfängt, würde es noch schlimmer werden.

Befürchten könnte man aber auch, dass die Erderwärmung ganz anderen Regeln folgt... die Natur hat ihre eigene Weisheit!

Das Spannungsfeld von Pro und Contra ist groß.....!

Mich würde interessieren, wie diese Frage hier gesehen wird - und dann wünsche ich allen einen schönen sonnigen Herbsttag, der sich hier schon durch Nebel ankündigt.

Natur, Erderwärmung, Politik, klimaschutz, CO2-Ausstoß, Philosophie und Gesellschaft, Wirtschaft und Finanzen, Gugumo
47 Antworten
Warum gibt es so viel Missverständnis über den Unterschied zwischen natürlichen Klimaveränderungen, und der menschengemachten globalen Erwärmung?

In der Diskussion um den aktuellen Klimawandel kann oft lesen, dass Leute der Meinung sind, es gäbe keinen menschlichen Einfluss auf das Klima, weil sich das Klima schon immer zyklisch verändert habe.

Das unverständliche an dieser Argumentation ist, dass dies gar niemand bestreitet, und auch weder im Widerspruch zum menschengemachten Klimawandel steht, noch damit überhaupt etwas zu tun hat. Bei der menschengemachten globalen Erwärmung geht es darum, wie schnell sich das Klima derzeit verändert, weil durch menschliches Handeln wie Industrie, Energiegewinnung, Verkehrswesen, Nutztierhaltung, Rodung von Wäldern etc in einem erdgeschichtlich betrachtet winzigen Zeitraum die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre deutlich erhöht wird, was zu einer entsprechend schnelleren Erwärmung führt.

Warum ist dieser Unterschied für viele Leute scheinbar so schwer verständlich?

Auto, Reise, Umweltschutz, Schule, Umwelt, Wirtschaft, Menschen, Energie, Deutschland, Politik, Klimawandel, CO2, Wissenschaft, klimaschutz, Psychologie, Atmosphäre, Erdkunde, Forschung, Geologie, Gesellschaft, Globale Erwärmung, Industrie, Klima, Methan, Naturschutz, Ökologie, Physik, Politik und Wirtschaft, Treibhauseffekt, verschwörungstheorie, CO2-Ausstoß, Treibhausgase, Philosophie und Gesellschaft, Fridays For Future
34 Antworten
An alle Fridays for Future Demonstranten: Fliegt ihr über die Sommerferien weg?

Ich wollte einfach mal wissen, was die Jugendlichen & Studenten machen, um das CO2 Problem in den Griff zu bekommen (außer Demonstrieren)

Ausgangspunkt war, dass die Flugreisen in der Ferienzeit im Vergleich zum Vorjahr um 3,5% gestiegen sind. Eine Studie, die besagt, dass nur 39,5% der FfF-Aktivisten aus politischen, ethischen oder ökologischen Gründen eine Flugreise nicht angetreten. Eine Umfrage mit dem Ergebnis, dass Öko-Wähler am häufigsten fliegen. In der IPB Studie wurde wiederum gesagt, dass 36% der Aktivisten die Grünen wählen.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/gruenen-waehler-halten-rekord-bei-flugreisen-a-1002376.html

IPB-Studie https://protestinstitut.eu/wp-content/uploads/2019/03/Befragung_Fridays-for-Future_online.pdf?fbclid=IwAR32etsgQHb05-F4ad0unwfAs8sxK1jtSb30wJe27clSPHA4QCHf26OqpkQ

https://www.nrz.de/staedte/duesseldorf/flughafen-duesseldorf-erwartet-3-9-millionen-fluggaeste-id226421863.html

P.S. Bevor wieder Leute sagen: "Fast alle sind Minderjährig und haben keine Entscheidungsgewalt über irgendwas was Reisen betrifft."

  1. Laut Lufthansa dürfen Kinder ab 12 alleine ohne in Anspruchsnahme von Betreuungsdiensten reisen. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass 16jährige eine Mädelsreise nach Malle alleine machen könnten, die die Eltern bezahlen dürfen. Zumal man auf einige Flüge Schüler- bzw. Studentenrabatt bekommen kann. https://www.lufthansa.com/de/de/alleinreisende-
  2. 47,2% der FfF- Aktivisten, die von IPB befragt wurden sind über 19. 52,8% sind 14-19 Jahre alt. Es sind jetzt wirklich nicht wenige volljährig & selbst wenn siehe 1.
  3. Mir geht es auch um wenigen und nachhaltigen Konsum (nicht weniger sondern wenig) , vegane Ernährung usw.

Ich will vernünftige, zielführende Antworten mit fundierten am besten mit (Primär)Quellen belegten Antworten, sofern ihr nicht von euch selbst sprecht.

Die Politik hat versagt, ist aber hier nicht das Thema.

Gegen Kohlekraftwerke? Wechselt zum Ökostrom (preislich gleich, sogar günstiger --> finanz. Änderung 0/+) statt „auf Rahmenbedingungen“ zu warten. Vergleichsportal: https://www.check24.de/strom-gas/strom/oekostrom-google/?deviceoutput=auto&wpset=google_energie_low&gclid=EAIaIQobChMIvKDb4-yz4wIVRKoYCh3vag92EAAYASAAEgJ_JPD_BwE

Sofern ihr trotzdem schreiben wollt wie hilflos wir sind & dass wir ohne Politik nichts ändern können, macht das woanders. Hier geht es darum was der Einzelne tun, um eine intakte Umwelt mit ihrer Artenvielfalt für alle Folgegenerationen zu erhalten. Hier geht es darum mündig zu sein, Ärmel hochzukrempeln, mit anpacken & sein eigenes Verhalten zu reflektieren bzw. gutes oder sogar vorbildliches Verhalten aktiv zu kommunizieren. Zu demonstrieren macht niemanden unantastbar. Eine Konvergenz von geforderten Inhalten mit dem eigenen Verhalten aufzuweisen, ist die einzige Möglichkeit eine Bewegung stark erscheinen zu lassen. Genauso wie eine Frage darüber zu erlauben und nicht direkt abblocken.

--> das ist nicht das Ziel https://www.youtube.com/watch?v=7tKdW_O-jPA

Urlaub, fliegen, Klimawandel, klimaschutz, Ökostrom, Sommerferien, Vegane Ernährung, CO2-Ausstoß, ökologischer Fussabdruck, Treibhausgase, Fridays For Future
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Warum gilt das Pflanzen von Bäumen als CO2-Ausgleich?

Heutzutage werden oft irgendwo Bäume gepflanzt, um den CO2-Ausstoß auszugleichen. Welche Vorteile bringt es der Umwelt?

Unter dem Strich verwandelt ein Baum den CO2 aus der Atmosphäre in Holz. Der Kohlenstoff verschwindet also nicht auf eine magische Weise, sondern bleibt im Holz gefangen. Für die Entsorgung von diesem Kohlenstoff müsste man das Holz nach dem Absterben des Baums also komplett eingraben oder etwa im Ozean versenken, und auch dafür sorgen, dass bei der Verwesung kein CO2 in die Atmosphäre wieder entweicht.

Allerdings werden die wenigsten Bäume so entsorgt. Meist wird Holz entweder zu Waren verarbeitet (z. B. Möbel, Papier), die früher oder später in der Müllverbrennungsanlage enden und den CO2 damit wieder in die Atmosphäre auslassen. Oder man nutzt Holz gar als Brennmaterial, was wiederum den ganzen im Holz gefangenen Kohlenstoff wieder in die Atmosphäre auspustet.

Warum gilt also das Pflanzen von Bäumen als ein CO2-Ausgleich, wenn der so aus der Atmosphäre eingefangene Kohlenstoff früher oder später wieder in der Atmosphäre landet? Und zwar zusätzlich zu dem eigentlichen CO2-Ausstoß, den man so "ausgleichen" möchte?

Biodiesel scheint ja viel sinnvoller zu sein als Ausgleich, hier zieht man den Kohlenstoff erst aus der Atmosphäre ab, bevor man ihn wieder auspustet, man hat also immer eine mindestens neutrale CO2-Bilanz.

Umweltschutz, CO2-Ausstoß
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