Wird mehr vom Regenwald oder vom borealen Nadelwald abgeholzt?

4 Antworten

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Das ist eine hervorragende Frage!

Zwischen dem tropischen Regenwald und dem borealen Nadelwald bestehen allerdings einige Unterschiede.

  • die Zugänglichkeit: boreale Nadelwälder liegen oft in entlegenen Gebieten, die eine Abholzung erschweren.
  • Der Holzwert: derjenige der Nadelhölzer ist eher niedrig, zudem müßten die Nadelhölzer erst noch gelagert werden um als Bauholz verwendet zu werden. Tropische Hölzer sind ein Vielfaches davon wert.
  • Strassen die von Holzgesellschaften angelegt werden um wertvolle Bäume herauszuholen bahnen den Weg für die spätere Rodung und Brandrodung zur Erzeugung von Futtermitteln wie Soja. Dies ist in dieser Form im borealen Nadelwald gar nicht möglich.
  • Artenvielfalt: Mit jedem Quadratkilometer Regenwald verschwindet eine ungeheure Artenvielfalt. Der borale Nadelwald ist im direkten Vergleich sehr artenarm, weswegen der Verlust des Regenwalds für die Biodiversität ungleich schlimmer ist.

Danke für deine detaillierte Antwort!!

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bis zu einem Gewissen grad muss ich Dir widersprechen:

  • boreale Nadelhälzer sind weniger Bauholz, als vielmehr (dort wo es um das Abholzen großer Flächen geht) Papierholz - und wenn Nutzhaolz, dann wird es in großem Maßstab getrocknet...
  • auch boreale Ökosysteme sind empfindlich, und gerade WEIL sie artenärmer sind, braucht es größere Flächen um "funktionieren" zu können...
  • die Abholzung von borealen Wäldern setzt viele Klimagase frei (Holzabfälle, Umsetzung in Böden, Störung im Permafrostboden...)

aber natürlich ist Abholung von Regenwäldern (weder den tropischen noch den gemäßigten) auch nicht "besser"...

außerdem sollte man die (ggf. wenig schonende) Nutzung von Wäldern, die aber letztlich Waldfläche bleiben, also nach dem Kahlschlag wieder bepflanzt oder der Wiederbewaldung überlassen werden - und dem Roden im Sinne einer Nutzungsänderung (Brandrodung, Plantagen, Versiegelung... - i. d. R. kommt nix bessers nach, aus ökologischer Sicht...)

konkrete ha-Zahlen kann ich aber auch nicht nennen...

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@myotis

Es gibt aber einen ganz wesentlichen Unterschied: Abgeholzte Boreale Nadelwälder können wieder zu Nadelwäldern werden, brandgerodete Regenwälder sind durch Bodenerosion unwiderbringlich verloren.

Der Bedarf an Papier ist zudem durch hohe Recyclingquoten insgesamt rückläufig.

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@Fragikowski

die hohen Quoten gelten für Deutschland (einem minimalen Anteil am Weltpapieraufkommen...) = "Weltweit wird jeder fünfte Baum heute zu Papier verarbeitet. Ganze Wälder werden für die Herstellung der frischen Holzfasern gerodet." (https://www.huffingtonpost.de/alexandra-hildebrandt/deutschland-recychlingpapier-weltverbessern_b_6809212.html)

und zu den borealen Wäldern: weißt Du wie lange das dort dauert, bis ein komplett abgeholztes Areal sich wieder bewaldet?... ewig... (https://de.wikipedia.org/wiki/Boreale_Zone#Landnutzung)

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Regenwald. Der boreale Nadelwald wächst bis zu 18-mal langsamer als der Wald in den Tropen. Das bedeutet, dass man, wenn man Holzwirtschaft betreibt, in den Tropen viel öfter ernten kann.

Regenwald auch, weil dort die Gesellschaften nicht so weit entwickelt sind wie bei uns. Wir brauchen nicht mehr so viel Holz. Wir kochen mit Strom oder Gas, bauen mit Stahl und Beton, unsere Wälder wachsen. Das ist leider noch nicht überall so.

Na ja, zu deinen letzten beiden Sätzen: dann erkundige dich mal über die Urwälder in Russland und Weißrussland die der Bau- und Möbelwirtschaft (z. B. Baumärkten und Möbeldiscountern, u. a. Möbelhändlern mit zerlegten Möbeln aus Skandinavien, zum Opfer fallen.

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Ich kenne keine genauen Vergleichswerte, aber ich würde auf den Regenwald tippen. Schließlich wird der hauptsächlich abgeholzt, um Tierfutter für die Nutztierhaltung anzubauen. Das geht im Norden klimatisch gar nicht so ohne weiteres.

https://www.abenteuer-regenwald.de/bedrohungen/fleisch

Nicht nur Weidewirtschaft wird nach der Waldbeseitigung betrieben, sondern auch Ölpalmen werden nach der Abholzung in den Tropen angepflanzt.

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@voayager

Ja, auch Agrar-Diesel, aber Weideflächen und Ackerflächen für Tierfutter machen mindestens 80% aus (die Zahlen variieren je nach Quelle ein wenig).

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Klimawandel zurückdrehen?

Das Problem am Klimawandel ist ja, dass mehr CO2 in der Atmosphäre vorkommt, als wir richtig fänden.

Da gäbe es jetzt eine Idee, wie man einfach, möglichst viel, quasi unbegrenzt viel davon aus der Luft wieder entfernen könnte.

Man könnte schwimmende Meerespflanzen nehmen (oder züchten), also welche die in Salzwasser gut wachsen und diese im Meer in Mengen wachsen lassen. Wichtig wäre, dass diese Pflanzen möglichst viel CO2 aus der Luft verwenden. Also schnell wächst und möglichst auf dem Wasser wächst.

Das macht man in der Nähe von Land mit einer herrlich trockenen Wüste.

Dann erntet man das Zeug, damit Platz für neues Zeug ist und packt das in die Wüste zum trocknen, auf einzelne Haufen, die man dann (feuersicher) im Sand vergräbt und das CO2 mit ihnen.

Da es dort möglichst nicht regnen soll, damit das Zeug nicht verrottet und nicht unnütz abgedeckt werden muss, eben die Wüste.

Wüste und Meer haben wir ja genug und demnächst eher noch mehr als jetzt.

Die Kosten wären sicherlich überschaubar, der Platz vorhanden und die Technologie auch absolut ungefährtlich, außer vielleicht für den Fleck Meer, auf dessen Wasser dann weniger Sonne scheint.

Vom Umfang her, könnte man ja an den halbe Atlantik oder einen viertel Pazifik denken und eben jährlich Streifen rein ernten, die dann wieder zuwachsen. Am Anfang könnten ja Schiffe, die da sowieso lang fahren, irgendwelche Keimlinge verteilen.

Wieso tut man das nicht einfach?

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Klimawandel noch zu stoppen?

Hätte mal ne Frage an Leute, die sich für den Klimawandel und allen interessieren.

Denkt ihr, dass man noch irgendetwas MÖGLICHES machen, damit man im Sommer nicht noch mehr schwitzen muss?

Denn das Problem ist ja, dass es auf der Erde Kipppunkte gibt, wie zum Bsp. Der Amazonas (größter Kohlenstoffspeicher der Welt) oder ein weiterer Kipppunkte wäre die Antarktis, denn wenn immer weniger Eis, desto mehr Wasser und mehr große Pool auf der Erde. Also Kipppunkte sind eben Punkte auf der Erde, die Kippen können wenn wir schsse bauen und wenn so ein Kipppunkte verloren wurde, können wir es auch nicht mehr ändern. Z. B. ganzer Amazonas abgebrannt oder abgeholzt = AKarte gezogen.

Auch Leute haben keine Lust wirklich was für die Umwelt zu tun, da sie auf das Jetzt konzentrieren. Leute im Regenwald holzen Bäume ab, machen ihre Fläche zum Anbauen von etwas und sind zufrieden. Wenn wir denen sagen, dass sie es nicht dürfen, wird ihre Existenz szs. zerstört und die würden sagen, wieso sie ihr Feld für die Leute IN Europa oder woanders, damit diese sich freuen, aufgeben? Oder Konzerne, die nur Geld in A* geschoben bekommen wollen, würden keine Maßnahme einrichten um mal was für die Umwelt zu tun. Es sei denn die Konzerne kommen mit irgendeinem Sht an, denken, dass die damit die Umwelt schützen, aber eig. mehr Geld für ihr Konto wollen (z. B. der RSPO-könnt ihr mal gerne googlen). Ist das nicht ein Teufelskreis, wenn nur ALöcher oben sitzen und jeden kck bestimmen nur um paar Millionen zu verdienen????

Was haltet ihr zum Thema Umwelt, ob noch was möglich wäre, oder etc.....


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