Aktive Sterbehilfe in Deutschland?

Seid ihr dafür oder dagegen (mit Begründung)?

https://www.haleo.de/magazin/palliativmedizin/artikel/aktive-und-passive-sterbehilfe-was-heisst-das-eigentlich/

Passive Sterbehilfe bedeutet, dass man lebensverlängernde Maßnahmen abstellen lässt. Bei der aktiven Sterbehilfe wird ein Medikament verbabreicht welches absolut tödlich wirkt.

Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten.

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https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/_old-files/downloads/Sterbehilfe1.pdf

Bei einer repräsentativen Umfrage der Bundesärztekammer wurden viele Menschen befragt ob sie dafür oder dagegen sind.

  • 74 % der Ärzt*innen sind für passive Sterbehilfe
  • 21 % sind dafür (kommt drauf an, wird von Fall zu Fall entschieden) und lediglich
  • 5 % dagegen.

Bei der Bevölkerung sehen die Zahlen ähnlich aus, nur umgekehrt.

  • 72 % sind dafür
  • 17 % sind unentschieden und lediglich
  • 11 % sind dagegen.

Außerdem wurde auch bisher bei 50 % der Hausärzt*innen bereits um einen begleiteten Suizid gebeten und insgesamt 66 % aller Ärzt*innen sind noch nicht um einen begleiteten Suizid gebeten worden. Die Ablehnung von aktiver Sterbehilfe überwiegt in allen Ärztegruppen. Allerdings überwiegt die Annahme von aktiver Sterbehilfe bei der Bevölkerung.

Wer sich für Zahlen und Fakten bei dem Thema interessiert, kann sich gerne die gesamte PDF anschauen, denn was anderes als Zahlen und Fakten gibt es dort nicht. Ist 32 Seiten lang, aber gar nicht so viel zu lesen.
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Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin
Streitfall: Aktive Sterbehilfe (Tötung auf Verlangen) Argumente in der Debatte

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Ich selber bin absolut für aktive Sterbehilfe. Natürlich mit psychologischer Betreuung die nicht zu lange dauern sollte und dann entschieden wird.

Kann da gut aus eigener Erfahrung sprechen, da ich mit 18 einen tödlichen Unfall hatte, mit Polytrauma anderen Verletzungen und Herzstillstand während der Notoperation und seitdem sitze ich im Rollstuhl. War übrigens über 9 Monate nach dem Unfall im Krankenhaus. Ich habe nicht den Wunsch zu sterben, aber kann sehr gut nachvollziehen woher der Wunsch kommt.

Man muss sich nur vorstellen wenn die Großeltern krank und alt sind und ständig nur noch Schmerzen leiden und auch gar nicht mehr zuhause alleine leben können und es klar ist, dass sie sterben. Vielleicht nicht heute oder morgen und dann zieht sich das noch monatelang hin. Oder eine Person die Krebs im Endstadium hat und es keinen Weg mehr zurückgeht. Tumor-Schmerzen sind übrigens die schlimmsten messbaren Schmerzen die es gibt, die man legal messen kann. Man kann ja nicht legal messen wie schlimm es ist jemanden ein Bein abzureißen.

Hier noch ein Video von Leeroy der einen Gast hatte, der aktive Sterbehilfe geleistet hat und dafür im Gefängnis saß und dann die abschließende Frage.

Wie ist das STERBEHILFE ZU LEISTEN?

Seid ihr für oder gegen die aktive Sterbehilfe?

Ich bin für die aktive Sterbehilfe. 86%
Ich bin für die passive Sterbehilfe. 9%
Ich bin da noch unentschlossen. 5%
Leben, Deutschland, Tod, Recht, Arzt, Entscheidung, Ethik, Sterbehilfe, aktive Sterbehilfe
Warum nötigen wir andere Menschen zum Leben?

Was haben wir davon? Selbst alte Menschen, die leiden und am liebsten heute noch abdanken würden, bekommen keine sog. Letzter-Wille-Pille verschrieben. In ihrem Fall schadet sich die Gesellschaft auch noch selbst, weil sie an die betreffenden Personen Rente etc. zahlt.

Weil irgendwelche fremden politischen oder medizinischen Entscheider aus gewissensphilosophischen Gründen die Letzter-Wille-Pille verwehren, müssen die Betroffenen selbst real körperlich leiden. Und wenn der Spuk dann vorbei ist, kommt der Hausarzt vorbei und spricht banal sein herzliches Beileid aus.

Ich weiß, dass ich mit meiner Meinung ziemlich allein dastehe. Aber ich finde das menschenverachtend. Kein Grundrecht steht über dem anderen, also auch nicht das Leben/körperliche Unversehrtheit über der Menschenwürde. Und auch was das Recht auf Leben selbst angeht, so ist es eben ein Recht und keine Pflicht. Bei der Versammlungsfreiheit kann man ja auch selbst entscheiden, ob man einer Demonstration teilnimmt oder nicht.

Ich kann noch nachvollziehen, wenn die Gesellschaft (was ich zwar auch kritisch sehe) bei jungen, gesunden Menschen Suizid verhindern und Sterbehilfe verwehren will, weil die Betroffenen vielleicht oder tatsächlich noch eine Perspektive auf ein erfülltes Leben haben. Aber die Menschenverachtung macht ja eben auch nicht vor Alten, Kranken und Leidenden Halt.

Ich verstehe das bis heute nicht. Kann es mir jemand versuchen zu erklären?

Leben, Menschen, Recht, Psychologie, Ethik, Gesellschaft, Gesundheit und Medizin, Gewissen, Lebenswille, Leid, Menschenwürde, Nächstenliebe, Sterbehilfe, Philosophie und Gesellschaft

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