Lassen sich mit dem Ausbau der Kernenergie überhaupt die Klimaschutzziele erreichen?

Befürworter der Kernenergie werben mit neuen Kernkraftwerken für den Klimaschutz:

Soll der Anteil der Kernenergie an der weltweiten Stromversorgung gleich bleiben oder sich sogar auf angenommene 25 Prozent erhöhen, müsste die installierte Kraftwerksleistung im Jahr 2050 dann zwischen 650 und 1545 Gigawatt elektrische Leistung betragen. [...] Dazu müssten im Jahr 2050 zwischen 1000 und 1500 Reaktoren mit jeweils 1000 Megawatt elektrischer Leistung installiert sein. Zum Vergleich: Heute sind weltweit 435 Kernkraftwerke in Betrieb. Praktisch alle heute laufenden Anlagen werden jedoch bis zum Jahr 2050 aufgrund ihres Alters abgeschaltet sein. [...] Um bis 2050 einen [...] Beitrag zum Klimaschutz zu leisten [...], müssten die hierfür erforderlichen Anlagen zwischen den Jahren 2010 und 2050 neu errichtet werden. Geht man von 1000 Megawatt elektrischer Leistung pro Anlage aus, wären hierzu 1200 Kernkraftwerke erforderlich. Dies würde bei sofortigem Baubeginn einen mittleren jährlichen Neubau [...] die Inbetriebnahme von durchschnittlich 30 Reaktoren pro Jahr bedeuten. [...] Selbst in der Periode des stärksten weltweiten Neubaus von Kernkraftwerken um 1980 betrug die mittlere Kapazität, die jährlich ans Netz ging, [...] nur etwa zwei Drittel dessen, was für einen umfassenden Ausbau bis zum Jahr 2050 erforderlich wäre. Ein Ausbau der Kernenergie bis auf ein Niveau, bei dem die Kernenergie signifikant zum Erreichen der Klimaschutzziele beiträgt, ist deshalb aus heutiger Sicht nicht realistisch.  [Kernenergie: Eine Technik für die Zukunft von Julia Maraike, 2012]

Die Zahlen sprechen aber eindeutig gegen die Erreichung der Klimaziele, da nicht so schnell Kernkraftwerke gebaut werden können, wie sie benötigt werden.

Ist Klimaschutz durch Kernenergie unrealistisch?

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Wird die Energiewende in Deutschland krachend scheitern?

Medien berichten:

Neben das Klimabewusstsein tritt in der Öffentlichkeit [...] eine [...] bittere Erkenntnis: Dass nämlich der Umstieg auf Ökoenergien seinen Preis hat. Die Strom- und Gastarife klettern in der Sonderkonjunktur „nach Corona“ überall. [...] Der Strom wird ausgerechnet in einer Zeit teurer, in der Industrie, Verkehr und Gebäudewärme auf Elektrizität umgestellt werden sollen. [...] Hinzu kommt, dass die Leitungen vom windreichen Norden in die Industrieregionen unzureichend sind [...] Auf zwei Prozent der Landfläche müssen künftig Windräder stehen, dabei führen schon die vorhandenen zu Widerständen. [...] Selbst wenn die nächste Regierung es schaffte, die Energiewende zu beschleunigen, wird die ökologische Elektrifizierung Deutschlands einschließlich „grüner“ Wasserstofferzeugung nicht gelingen. Jedenfalls nicht innerhalb von nur acht Jahren bis zum geplanten Ausstieg aus der Kohle, die ein Drittel zur Stromproduktion beiträgt. Weitere elf Prozent liefert die Atomkraft, trotzdem ist es damit kommendes Jahr vorbei.

Vieles soll elektrifiziert werden. Der Stromverbrauch steigt in den nächsten Jahren. Kohle- und Kernenergie sind bald Geschichte.

Wie sollen die Ziele erreicht werden, wenn die Bevölkerung nicht mehr zahlen will und keine Lust auf Windräder vor der Haustür hat?

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Ist Europa zukünftig auf Atomkraft angewiesen?

Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sagt:

Es wird immer häufiger zu Versorgungsengpässen kommen [...] Vor allem sollten wir darauf achten, dass wir unsere Abhängigkeit vom Energieimport aus nicht europäischen Ländern nicht noch vergrößern. [...] Kernenergie muss ein Teil dieser Lösung sein. Auch wenn erneuerbare Energiequellen eine Schlüsselrolle bei unserer Energiewende spielen, brauchen wir doch noch weitere emissionsfreie Energiequellen, um unseren Bedarf zu decken [...] Und da ist Kernkraft unverzichtbar. Schon jetzt erzeugt sie fast die Hälfte des kohlenstofffreien Stroms in Europa. Kernenergie ist eine bedeutende, kostengünstige, stabile und unabhängige Energiequelle. Erstens, weil sie verhindert, dass die europäischen Verbraucher Preisschwankungen ausgesetzt sind, wie wir sie derzeit bei den Gaspreisen erleben. Zweitens, weil sie entscheidend zur Unabhängigkeit unserer Energie- und Stromversorgung beiträgt. Sie bietet eine verfügbare, kohlenstofffreie Energie, die uns eine bedeutende Menge an wettbewerbsfähigem Strom liefert, ohne dabei die Abhängigkeit durch eine Stromversorgung aus Drittländern zu erhöhen. [...] Kernenergie ist sicher und innovativ. In mehr als 60 Jahren hat die europäische Nuklearindustrie bewiesen, dass sie zuverlässig und sicher ist. [...] Der ständige Austausch von Know-how und Erfahrungen ermöglicht es dieser Industrie, die höchsten Sicherheitsstandards der Welt zu gewährleisten. [...] Die europäische Kernkraftindustrie ist eine weltweit führende [...] Branche. [...] Wenn wir den Kampf gegen den Klimawandel gewinnen wollen, brauchen wir Kernenergie.

Diese Frage soll keine Diskussion über die Vor- und Nachteile von Kernenergie behandeln, sondern konkret auf die Frage eingehen, ob wir auf Kernenergie angewiesen sind. Ich bitte um sachliche Antworten. Atommüll, Risiken etc. sind nicht Gegenstand der Fragestellung.

Benötigen wir zukünftig weiter Kernkraftwerke oder kann Europa ohne Kernrkaftwerke klimaneutral werden?

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Was macht Atommüll so viel gefährlicher als andere Arten von Giftmüll?

Ich lese immer wieder, dass Atommüll so ein schlimmes Problem ist, mit dem sich all unsere Nachfahren für tausende Generationen beschäftigen müssen und dass wir deshalb aus der CO2-armen Stromerzeugung aus Kernenergie aussteigen müssen.

Dabei ist dieser Atommüll nicht der einzige hochgiftige Müll auf der Welt. Es gibt Müllsorten die sind giftiger und es gibt mehr davon und die Industrien die ihn erzeugen werden nicht mit Klauen und Zähnen bekämpft.

Zum Beispiel die Untertagedeponie Herfa-Neurode in Hessen ist die weltweit größte untertägige Deponie für gefährliche Abfälle. Die Abfälle die da rein kommen sind zwar nicht radioaktiv, aber genauso gefährlich für den Menschen- oder gefährlicher. Herfa-Neurode ist zwar das größte, aber nicht das einzige Lager für hochgiftigen Müll in der Welt. Es ist nicht Mal das einzige in Deutschland.

In der Deponie lagern mehr als 3,2 Millionen Tonnen gefährliche Abfälle (Stand 2019). Bis zu 200.000 Tonnen pro Jahr werden hier neu eingelagert.

Und beachtet, dass dieser Müll keine Halbwertszeit hat, er bleibt so giftig wie am ersten Tag bis die Sonne in einer Milliarde Jahren die Erde verschluckt. Wenn Atommüll unsere Nachfahren also für tausend Generationen belastet, belastet dieser Müll unsere Nachfahren für immer.

Die Gesamtmenge der hochradioaktiven Abfälle in Deutschland beträgt dagegen etwa 16'000 Tonnen. Weltweit sind etwas mehr als 300'000 Tonnen hochradioaktiver Müll angefallen. Insgesamt. Weltweit.

Warum genügt die Angst vor den vergleichsweise geringen Mengen Atommüll in Deutschland die ganze Industrie zu verbieten, eine sehr viel größere Menge Giftmüll ist der Bevölkerung aber herzlich egal? Was ist an Atommüll so gefährlich, das ihn über alle anderen Arten von giftigem Müll erhebt?

Und ich weiß sehr genau, dass neue Kernkraftwerke den sogenannten "Atommüll" als Brennstoff verwenden. Mir geht es um die Frage warum die Bevölkerung eine überproportionale Angst vor Atommüll hat obwohl er objektiv gesehen nicht giftiger ist als hundert andere Arten von Giftmüll, die zum Teil deutlich mehr sind.

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Wie wird die Stromlücke, die mit Abschaltung der letzten Atomkraftwerke entsteht, geschlossen?

Medien berichten:

In Kürze schaltet Deutschland seine letzten AKW ab. Die Lücke, die durch das Aus der CO2-neutralen Energiequelle entsteht, lässt sich mit Solar- und Windkraft längst nicht schließen. [...] Zum Jahreswechsel lässt die Bundesregierung die Kernkraftwerke Gundremmingen C, Grohnde und Brokdorf abschalten. Ein Jahr später folgen die letzten Meiler Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim II. Deutschland stellt also demnächst sechs Kraftwerke ab, die pro Jahr 64 Milliarden Kilowattstunden klimafreundliche Elektrizität erzeugen. Mehr als alle deutschen Solaranlagen und fast die Hälfte der deutschen Windräder. Der Effekt ist so, als würde der Klimabeitrag von 15.000 der aktuell 30.000 deutschen Windkraftanlagen schlagartig wegfallen. Es würde viele Jahre dauern, bis neue Wind- und Solaranlagen diese Elektrizität zumindest der Menge nach ersetzen könnten. Zeit, die nach Einschätzung vieler Experten nicht mehr zur Verfügung steht. Um die jederzeit abrufbare Grundlast des Atomstroms zu ersetzen, brauchte es zudem gewaltige Speicheranlagen für den wetterabhängigen Ökostrom, die es noch nicht gibt. Vorerst müssen Kohle- und Gaskraftwerke die Lücke füllen.

Kernenergie fällt weg. Erneuerbare Energien können die Lücke nicht schließen. Kohle und Gas sollen das Problem lösen, aber Deutschland will auch aus der Kohlekraft aussteigen, weswegen das aus meiner Sicht keinen Sinn ergibt.

Wo kommt der Strom bald her?

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Warum hält Deutschland unbeirrt am Atomausstieg fest, wenn selbst die UN Kernenergie als Lösung für den Klimawandel sieht?

Medien berichten:

Die internationalen Klimaziele sind nach Analysen einer UN-Organisation nicht erreichbar, wenn dabei die Atomkraft ausgeschlossen wird. [...] Nun werde die Zeit knapp, fossile durch nachhaltige Energieträger zu ersetzen, um das Pariser Abkommen und die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung umzusetzen, ohne die Atomkraft dabei zu berücksichtigen, heißt es in dem UNECE-Bericht. Dabei verweist die UN-Wirtschaftskommission auf den 2018 veröffentlichten Bericht des Weltklimarats, in dem unter anderem von Szenarien ausgegangen worden sei, in denen die Atomenergieerzeugung bis 2050 durchschnittlich 2,5-mal höher als das heutige Niveau wachsen würde. Die UNECE spricht der Atomkraft das Potenzial zu, mit anderen kohlenstoffarmen Energiequellen verstärkt in einem zukünftigen dekarbonisierten Energiemix eingesetzt zu werden. [...] Atomkraft ist nach Ansicht der UNECE eine " kostengünstige Option zur Stromerzeugung für viele Teile der Welt". Kostengünstige Finanzierung und Marktrahmen könnten die Belastung durch hohe Vorabkosten von 5 Milliarden bis 10 Milliarden US-Dollar für große AKW verringern. [...] Da AKW nicht nur Strom, sondern auch Wärme produzieren, bieten sie nach Ansicht der UNECE auch Möglichkeiten, energieintensive Industrien zu dekarbonisieren. [...] Kanada, die Tschechische Republik, Finnland, Frankreich, Ungarn, Polen, Rumänien, die Slowakei, Slowenien, die Russische Föderation, die Ukraine, Großbritannien und die USA haben ausdrücklich erklärt, dass die Atomkraft in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Reduzierung ihrer Emissionen spielen wird. [...] Belgien und Deutschland haben den Ausstieg aus der Atomkraft für 2025 beziehungsweise 2023 angekündigt. [...] Laut dem jüngsten Bericht des Weltklimarats hat der weltweite Temperaturanstieg über den Landflächen bereits 1,53 °C erreicht.

Die Zeit rennt. Der jüngste IPCC-Bericht sah düster aus. Der Ausbau erneuerbarer Energien geht schleppend voran und die Speicherlösungen sind reine Fiktion.

Warum hält Deutschland trotz dieser Entwicklungen konsequent am Atomausstieg fest, wenn jetzt selbst aus UN-Kreisen auf die Vorteile verwiesen wird?

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Warum setzt Deutschland nicht auf Kernenergie, obwohl die günstiger und platzsparender als Wind-/Sonnenstrom ist?

Die Vermeidungskosten in € pro Tonne CO2 sehen wie folgt aus:

  • Laufzeitverlängerung der 6 deutschen Kernkraftwerke: - 23 €
  • Klimaschutzmaßnahmen der Grünen: 34 €

Mit Kernenergie würde man also Kosten sparen. Die Erklärung zur Herleitung findet ihr hier. Ein Auszug daraus:

Die Kosten einer Laufzeitverlängerung sind negativ, weil abbezahlte Kernkraftwerke mehr Geld einspielen als sie kosten.

Zum Platzbedarf gibt es auf der Seite energiewende-rechner.org eine anschauliche Grafik. Hier sind mal 100 % Wind-, 100 % Sonnen- und 100 % Kernenergie gegenübergestellt.

Natürlich sind 100 % Strom aus einer Quelle unrealistisch. Diese Darstellung soll aber einmal den Flächenbedarf gegenüberstellen, der bei Kernenergie (kleine Kreis in Orange) winzig ist.

Hinzu kommt, dass Wind und Sonne Speicher benötigen, da sie nicht konstant Strom liefern können. Dafür bedarf aus auch einen enormen Flächenbedarf, der hier aber nicht dargestellt ist, da seine Umsetzung praktisch unmöglich ist, wie dieser Vortrag (ab 19:53) gut darstellt.

Warum erhalten wie die bestehenden Kernkraftwerke nicht oder bauen sogar neue Kernkraftwerke? Das würde doch viel mehr dem Klima dienen als die derzeit von den Grünen favorisierten Lösungen, da diese Lösungen, wie die verlinkten Fakten zeigen, sowieso unrealistisch sind.

Warum setzt Deutschland nicht auf Kernenergie, obwohl die günstiger und platzsparender als Wind-/Sonnenstrom ist?
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Warum sind Atomkraftgegner strikt gegen Atomkraftwerke und geben neuen Formen der Kernenergie keine Chance?

Medien berichten:

Der Generaldirektor der globalen Kernenergie-Behörde bedauert den deutschen Atomausstieg. Global gesehen sei die einzige Frage, welche Art von Reaktoren künftig gebaut werden. [...] Deutschland erzeugt viel Strom aus erneuerbaren Energien. Das ist ein Experiment und wir werden genau beobachten, ob es funktioniert. [...] Wir glauben, dass zuverlässige und grundlastfähige Ressourcen erforderlich sind, um sie mit erneuerbaren Energien zu kombinieren. [...] Deshalb planen viele Länder, auf Kernenergie zu setzen [...] Die Kernkraftwerke, die wir heutzutage weltweit haben, sind sehr sicher.

Deutschland nimmt international eine Sonderrolle ein, da es als einzige große Industrienation auf Kernenergie verzichten will. Mittlerweile gibt es im Bereich der Kernenergie neue Technologien:

Ich halte diese kleinen modularen Reaktoren für mögliche Gamechanger, weil sie Charakteristika aufweisen, die die großen kommerziellen Reaktoren nicht haben. Das macht sie noch sicherer. [...] Auch Pläne für Gasgekühlte- und Flüssigsalzreaktoren werden vorangetrieben.

Auch das große Problem radioaktiver Abfälle wird angegangen:

Ein Grund, warum zum Beispiel der von Ihnen erwähnte Dual-Fluid-Reaktor in der Tech-Community so beliebt ist, besteht darin, dass er theoretisch die meisten radioaktiven Elemente im abgebrannten Brennstoff verwerten kann

Abschließend heißt es:

Wenn ich eine Sache an der deutschen Ausstiegs-Entscheidung bedauere, dann dass wir dadurch einige der besten Wissenschaftler und Techniker der Welt auf diesem Gebiet verlieren. Wenn man die hervorragenden Technologien sieht, die in Deutschland entwickelt wurden, ist es wirklich eine Schande, dass diese Fähigkeiten der Welt verloren gehen. [...] Deutschland manövriert sich gerade in eine unglückliche Situation, weil es seine Forschung, seine Lehre und sein Wissen verliert. Und sollten die Deutschen in 20 Jahren feststellen, dass angesichts des steigenden Strombedarfs und der höheren Anforderungen an die Dekarbonisierung an der Atomkraft kein Weg vorbeiführt, dann müssen sie die Technologie zu hohen Kosten aus dem Ausland kaufen und haben vielleicht nur wenige Optionen, welche Technologien sie kaufen und von wem sie diese erwerben können.

Kann es sein, dass der Atomausstieg irrational entschieden wurde und vielen Atomkraftgegnern die langfristigen Konsequenzen nicht bewusst sind?

Atomkraft hat eine wichtige Zukunft beim Klimaschutz 44%
Atomkraft hat gar keine Zukunft beim Klimaschutz 42%
Atomkraft hat eine kleine Zukunft beim Klimaschutz 14%
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Kernenergie vs Erneuerbare Energie gegen den anthropogenen Klimawandel?

Die grundlegende Frage, die ich mir stelle, ist, welcher Energie den Vorzug gegeben werden sollte, um nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt so schnell wie möglich CO2-neutral zu bekommen.

Anmerkung:

  • Mit Atomkraftwerken (AKWs) meine ich Kernkraftwerke
  • PV=Photovoltaik-Anlage
  • WKA=Windkraftanlage
  • Kohlekraftwerk=KKW
  • Fusionskraftwerke spielen keine Rolle, da sie sowieso erst in der weiten Zukunft wichtig sind
  • Ich spreche vom beschleunigten Klimawandel, weil der Begriff mir korrekter erscheint. Klimawandel gab es schon immer, aber wir sind gerade dabei, diesen um ein Vielfaches zu beschleunigen und ihn stärker zu machen als er es jemals war

Meine Ansicht:

Da die Schäden, die der beschleunigte Klimawandel mit sich bringt, weit über die Schäden der älteren AKWs hinausgeht, ist es für mich auf jeden Fall klar, dass zuerst sämtliche Stromlieferanten, die mithilfe fossiler Brennstoffe funktionieren, abgeschaltet werden müssen. Die Abschaltung von KKWs hat hier also für mich eine höhere Priorität als die Abschaltung von AKWs.

Nicht nur sind die Folgen des Klimawandels verheerender als Atomkraft jemals an Schäden anrichten könnte, sondern auch der direkte Vergleich von KKWs und AKWs zeigt, dass KKWs mehr Menschen wegen der Emissionen tötet. Dabei spreche ich nicht von den absoluten Zahlen, sondern von den Toten pro erzeugter Energieeinheit.

So verursacht Atomkraft 0,07 Tote/TWh und Kohlekraft 24,6 Tote/TWh.
Bei der Atomkraft sind die Toten, die durch Minenarbeiten verursacht wurden, mit einkalkuliert.

Aber wie sieht es bei Erneuerbare Energie vs Atomenergie aus?

Die Toten der Windkraft fallen mit 0,04 Tote/TWh geringer aus und die Solarkraft hat mit einer Rate von 0,02 Tote/TWh die geringste Todesrate.

Das ist also kein Argument für die Atomkraft.

Umsetzung der Klimapoltik:

In der Theorie scheint die Erneuerbare Energie also die sicherste zu sein, doch wie sieht es mit der Umsetzung aus, die Energieproduktion weltweit so schnell wie möglich CO2-neutral zu machen?

Nun ja, wenn man annimmt, dass Deutschland nur durch WKAs versorgt werden müsste, bräuchte man die Fläche in der Größe eines Bundeslands.

Die Fläche ließe sich mit Sicherheit durch die Nutzung von PVs reduzieren, aber das Ergebnis wäre nach wie vor das massenhafte bebauen von Naturfläche -> weniger Pflanzen.

Zusätzlich kommt der massive Bedarf an Materialien (mind. 900 Mrd. Tonnen Stahl weltweit, um ein Material zu nennen) und das Anfallen von einem riesigen Recycling-Aufwand, auch da die Nutzungszeit nur 20 Jahre beträgt. Die Batterien müssen ja auch erstmal gebaut und regelmäßig recycelt werden und die Recycling-Anlagen dafür müssen auch im großen Stil gebaut werden.

Wie soll da jedes Land ohne Atomkraft CO2-neutral werden?

Für AKWs gibt es bereits Konzepte, die den radioaktiven Abfall zu einem großen Teil recyclen können. Und wenn Thorium statt Uran genutzt wird, beträgt die Halbwertszeit gerade mal 300 Jahre.

Jetzt würde ich mich freuen, zu hören, was ihr darüber denkt :D

Kernenergie vs Erneuerbare Energie gegen den anthropogenen Klimawandel?
Nur Erneuerbare Energie reicht gegen den Klimawandel 29%
Erneuerbare Energie/Atomkraft kombiniert nutzen & neue AKWs bauen 25%
Erneuerbare Energie/Atomkraft nutzen & keine neuen AKWs bauen 17%
Erneuerbare Energie bringts nicht. Setzen wir auf Atomkraft 17%
Klimawandel ist natürlich. Wir brauchen nix gegen den Klimawandel 13%
Keine AKWs für uns aber Atomkraft erforschen für andere Länder 0%
Geht mich alles nichts an. Ich lebe bis dahin eh nicht mehr. 0%
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Steht die Atomkraft vor einer Renaissance?

Medien berichten:

Joe Biden, Bill Gates und Boris Johnson setzen auf die Serienfertigung neuartiger Reaktoren. [...] Fachleute sprechen von „Small Modular Reactors“ (SMR). Rund um den Globus gibt es derzeit rund 70 Projekte zur Entwicklung solcher Atommeiler im Kleinformat. [...] Das Besondere: Sie haben zwar nur einen Bruchteil der Leistung konventioneller Großkraftwerke, sollen dafür aber sicherer und viel weniger teuer sein. [...] Befürworter setzen darauf, dass SMR-Anlagen in Zukunft in großer Stückzahl und quasi in Serie gebaut werden, was die geringere Leistung der einzelnen Reaktoren ausgleichen würde. [...] Schon am ersten Tag im Amt ordnete Biden die Rückkehr der Vereinigten Staaten in das Klimaschutzabkommen von Paris an [...] Biden will auch die Chancen neuartiger Atomkraftwerke wie der SMR-Anlagen ausloten. Auch der britische Premierminister Boris Johnson ist ein Atomkraft-Fan. [...] In Kanada stehen die SMR-Reaktoren ebenfalls auf der energiepolitischen Agenda. Deutlich weiter sind Argentinien und China: Dort sind die ersten Klein-Atomkraftwerke bereits im Bau

Während man in Deutschland Kernenergie kategorisch ablehnt, setzen andere Staaten auf neuartige Lösungen in dem Bereich. Die neuen Reaktoren lösen die von Kritikern häufig genannten Probleme.

Steht die Kernenergie vor einer Renaissance? Begeht Deutschland einen Fehler mit dem Atomausstieg?

Ja, die Entwicklung bietet uns viele Chancen. 58%
Nein, das sind alberne Ideen 42%
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Was sind eure Argumente gegen Kernenergie / Atomkraft?

Wie einige Mitmenschen bereits wissen, schlage ich für die Energiewende besonders den Ausbau der Kernenergie vor. Ich habe auch schon privat mit einigen Menschen disbezüglich lange Diskussionen geführt. Ich bin immer wieder auf Argumente gegen die Kernenergie gestoßen. Im Folgenden entkräfte ich erst einmal die Standardargumente:

  • Sicherheit: Moderne Kernkraftwerke sind sicherer als Kraftwerke vergangener Jahrzehnte. Unfälle wie in Chernobyl, insb. die Explosion des Reaktors, können konstruktionsbedingt in der Form gar nicht vortreten.
  • Atommüll: Atommüll kann durch die Wiederaufbereitung reduziert werden. Zudem ist der Müll eher ein Rohstoff, da mit passenden Reaktortypen Atommüll transmutiert werden kann. Die Zeit der Lagerung reduziert sich auf wenige Hundert Jahre.
  • Klima: Kernenergie ist im Grunde CO2-neutral. Zudem besteht keine Gefahr wegen Verstrahlung, da die Radioaktivität nicht den Reaktor verlässt.
  • Kosten: Der Ausbau der Kernenergie ist wesentlich günstiger als der Einsatz erneuerbarer Energien. Aus ökonomischer Sicht lohnt es sich.
  • Abhängigkeit: Die Rohstoffe (Uran, Plutonium, Thorium) liegen in ausreichender Menge vor, sodass wir für eine extrem lange Zeit von der Kernenergie profitieren können.

Mich würde, nachdem ich die Standardargumente entkräftet habe, gern interessieren, wieso ihr, sofern ihr Gegner der Kernenergie seid, euch dennoch in den Weg stellt? Was spricht für euch dagegen?

(Ich bitte darum, dass ihr eure Gründe ausreichend begründet und nicht noch einmal die bereits in der Frage widerlegten Argumente wiederholt.)

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