Freiheit als Mensch mit Hilfebedarf?

Inwieweit findet ihr es in Ordnung, dass man in einem Wohnheim, Alten- oder Pflegeheim einem Menschen mit Beeinträchtigung (z.B. seelisch, körperlich oder auch geistig) Freiheiten nimmt, weil man selbst denkt man wüsste, was das beste für ihn/sie ist?

Beispiel: Kleiderschrank abschließen, da der/die Klient/in Unordnung erzeugen würde. z.B. Mensch mit geistiger Behinderung durchwühlt oft seine Kleidung. Anderes Beispiel: Der Klient würde nur Polizei-Kostüme anziehen, weil er diese super findet und würde damit auch zur Arbeit gehen.

Beispiel: Kühlschrank abschließen, da der/die Klient/in nach Ansicht der Mitarbeiter zu viel isst und deutlich zugenommen hat (kurz vor Rollstuhl-Abhängigkeit).

Beispiel: Süßigkeiten wegschließen, da der/die Klient/in sie selbst sofort und ohne Bedacht aufessen würde.

Freiheitsentziehende Maßnahmen sind hier ausgenommen, weil sie richterlich veranlasst sein müssen.

Ich persönlich finde das Thema sehr schwierig, da ich in der Behinderten-Hilfe arbeite und immer zwischen der Selbstbestimmung und der Selbstgefährdung einer Person stehe. Außerdem ist es doch schwer abzuwägen, ob eingeschränkte Menschen sich immer der Folgen ihres Handelns bewusst sind. Auch tut man sich doch sehr schwer heutzutage freiwillig seinen Klienten beim Leiden oder Abbauen zu zu sehen, weil es ihren/seinen Interessen oder Wünschen nachgeht. Ich habe in der Schule gelernt, dass man niemanden zu seinem Wohlergehen zwingen kann und trotzdem finde ich es ethisch schwierig manche Menschen ihren eigenen Entscheidungen auszusetzen.

Die rechtlichen Grundlagen finde ich auch sehr schwierig, da mittlerweile vieles vom Bundesteilhabegesetz abgelöst und überholt wird.

Nichts desto trotz finde ich den Paradigmenwechsel von "Objekten zu Subjekten mit Rechten" sehr gut !

Würde mich sehr freuen zu hören, was ihr darüber denkt.

Grüße Jakubi

Recht, Psychologie, Ethik, Freiheit, Heilerziehungspflege, Inklusion, Philosophie, Philosophie und Gesellschaft
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Wie wärd ihr mit dieser Situation umgegangen?

Hallo,

Ich habe vor kurzem eine unschöne Situation gehabt die mich immer noch sehr beschäftigt.

Ich passe regelmäßig auf ein Kind mit Down Syndrom auf, ich mag sie und dass geht mir dann sehr nahe, wenn ich so etwas mitbekomme wie letztens.

Wir waren auf einem Spielplatz wo noch ein älteres Ehepaar mit den Enkelkindern war, beide schauten uns an als wären wir von einem anderen Stern, dies hat mich innerlich schon wütend gemacht, denn ich sehe es so dass wir alle gleich sind egal ob mit oder ohne Behinderung.

Auf jedenfall wollte die kleine auf die ich aufpasse rutschen und ging also zur Rutsche hoch, unten auf der Rutsche saß eins von den Enkelkindern auf der Rutsche und nebendran war der Großvater, die kleine sagte von oben runter ,,tütüt ich mag gerne rutschen“, erstmal ging weder das Kind noch der Großvater nicht von der Rutsche weg um platz zu machen. Als ich dann runter ans Ende der Rutsche kam , sah ich dass die Rutsche total nass war und ich zählte eins und eins zusammen, denn der kleine hatte keine Windel an, dass heißt er hat auf die Rutsche drauf gepinkelt und der Großvater hat nicht einmal etwas gesagt,sondern hat die kleine einfach runter rutschten lassen, hätte ich sie nicht kurz vorher hochgenommen, wäre sie direkt in das hinterlassene von dem Jungen gerutscht.

Das ist doch eine Frechheit oder etwa nicht? Hättet ihr den Großvater angesprochen?

Kinder, spielen, Pädagogik, Gleichberechtigung, Inklusion, Menschheit, spielplatz
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Wunsch-Grundschule abgelehnt, was nun?

Hallo guten Morgen, brauche unbedingt Hilfe.

Gestern kam zu unserem Entsetzen der Ablehnungsbescheid unserer Wunsch-Grundschule, wir sind völlig aufgewühlt. Begründung war fehlende Kapazität. Es stand wortwörtlich drin, dass es keiner Prüfung eines wichtigen Grundes bedarf, da die Kapazität der Schule fehlt, soll also heissen, die haben sich garnicht erst unsere ganzen Begründugen und persönliche familiäre Situation angeschaut. Ein Grund ist, unser Sohn ist Integrativkind mit I-Sratus in einer Integrativkita und die Wunschschule, welche eine Inklusionsschule mit besonderen Fördermöglichkeiten ist, hat abgelehnt. Die einzige hier in der Nähe. Und die, wo wir hinsollen, hat nur einen Sonderpädagogen, ist aber keine Inklusionsschule. Dazu kommt, dass sowohl meine Arbeitsstelle in direkter Nähe ist, als auch die Wohnung des Vaters (wo sich unser Sohn sehr häufig aufhält und sehr kurzer Schulweg ist), als auch der grosse Bruder direkt um die Ecke auf dem Gymnasium ist und somit die beste Betreuung für Schulweg und Hausaufgaben etc. hätte. Ausserdem kommen einige Kinder aus seiner Integrativ-Kitagruppe in diese Inklusionsschule, wogegen in die zugewiesene Schule kein einziges Kind aus seiner ganzen Kita hingeht. Aber ein gutes stabiles soziales Umfeld ist neben der Förderung für unseren Sohn aufgrund seiner besonderen Beeinträchtigung enorm wichtig und das nicht nur für die Jahre der Grundschule sondern ausschlaggebend für den ganzen weiteren Lebensweg, damit sich die Beeinträchtigungen nicht verschlimmern.

Kann mir jemand helfen, was können wir tun, damit das auf jeden Fall klappt?? Widerspruch werden wir einlegen aber was, wenn die sagen, geht trotzdem nicht, wir sind voll??

Danke euch!!

Schule, Recht, Brandenburg, Grundschule, Inklusion, Integration, Widerspruch, kultusministerium
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