Wie viele Menschen sind wirklich Teil der Gesellschaft?
Von den über 80 Millionen Menschen sind sicher viele Menschen dabei, die kein aktiver Teil der Gesellschaft sind. Ich denke dabei an Messis, psychisch angeschlagene, körperlich beeinträchtigte, einsame, obdachlose, ängstliche, sozial schwache und viele weitere Menschen. Menschen, die auf dem Blatt existieren, aber die man vielleicht auch nie zu Gesicht bekommt (Messis, zurückgezogene). Man sieht ja "draußen" (im funktionierenden Teil der Gesellschaft) eben auch nur funktionierende, gesunde Menschen.
7 Antworten
Das ist tatsächlich keine einfache Frage, weil es da nicht nur schwarz und weiß gibt.
Es gibt ja auch Personen, die zwar arbeiten aber ansonsten kaum das Haus verlassen, sind sie nun Teil oder nicht? Wo wäre da die Grenze z.B. durch gelegentlich zu Besuch kommende Familie, dass sie nicht als "außerhalb der Gesellschaft" gelten?
Einsame ist auch relativ, es gibt Personen die stehen voll im Leben, mit Job und Freundeskreis und sind trotzdem einsam, weil zu allen nur oberflächliche Kontakte bestehen und sie keinem wirklich wichtig sind. Aber sie das nicht aufgeben wollen, weil sie sonst gar nichts mehr hätten. Man sieht sie in der Gesellschaft, trotzdem sind sie einsam und unglücklich, auch wenn andere es ihnen ggf. nicht ansehen.
Ebenso gibt es Arbeitslose, sie ein sehr aktives Umfeld mit anderen Arbeitslosen und/oder ihrer Familie und anderen Freunden haben und sich da regelmäßig sehen. Die haben ggf. mehr und tiefere soziale Kontakte, also so mancher der extrem viel arbeitet.
Auch bei psychischen Erkrankungen können die Menschen für andere ganz normal und gesund wirken, weil sie alle Kraft aufwenden ein nach außen normales Leben zu haben und dadurch einen strukturierten Alltag.
Ich kenne einen Messie-Fall (Mutter einer Grundschulfreundin), da war die Frau keinesfalls einsam und zurück gezogen. Sie wirkte immer total normal, sogar mit recht oft neuen Klamotten (da getragene oft auf einen Berg landeten und nie gewaschen wurden), sie hatte einen normalen Job, die Kinder wirkten normal, es durfte nur nie jemand zu deinen nach Hause, Geburtstage wurden außerhalb gefeiert. Als meine Freundin dann mal krank war, sah ich warum. War mehrfach da, keiner öffnete, angeblich wäre die Mutter gerade nicht da gewesen und sie hätte geschlafen weil krank laut Aussage der Mutter am Telefon, bis ich beim nächsten Versuch dann eine Bewegung und ihr Gesicht am Fenster sah und wusste jemand ist da. Hatte dann in kindlicher Art ihren Namen gerufen, dass ich sie gesehen hätte. Die Freundin öffnete dann, obwohl sie es nicht durfte und selbst die Eingangstür war so zugestapelt, dass gerade so ein dünner Erwachsener seitlich durch gepasst hätte, dahinter Berge an Zeug. Habe ihr versprochen, dass nie jemandem zu sagen (also hier anonym zähle ich nicht) und das Versprechen gehalten, selbst als die Freundschaft unschön auseinander ging.
Grüß Dich LeanEveryday
Jeder ist Teil dieser Gesellschaft, ob man sie sieht oder nicht und wir müssen uns um jeden kümmern.
Art.1 Grundgesetz oder Verfassung:
Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Da steht keine besondere Differenzierung. Es sind alle Menschen gemeint.
Die Politik schafft die Rahmenbedingungen dafür. Aber es gibt Kräfte in der Gesellschaft die manches anders sehen und eben nicht bestimmte Menschen oder Gruppierungen als Teil unserer Gesellschaft anerkennen wollen, obwohl sie hier leben, Steuern zahlen, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen oder ein Asylrecht bekommen haben. Auch sie sind Teil unserer Gesellschaft.
Nur die, die aufgrund bestimmter Richtlinien keinen Asylanspruch haben, werden abgeschoben und sind somit nicht Teil unserer Gesellschaft. Solange sie aber aus juristischen Gründen hier bleiben müssen und geduldet werden, sind sie trotzdem zumindest temporär Teil unserer Gesellschaft.
Ob es so "gesund" ist, in dieser Gesellschaft gut zu funktionieren, weiß ich nicht.
Manche Außenseiter sind Heilige.
: )
Die soziale Zugehörigkeit ist kein statischer Zustand. Menschen können aufgrund von Krankheit, Arbeitslosigkeit oder anderen Krisen vorübergehend oder dauerhaft aus dem gesellschaftlichen Leben ausscheiden.
LG aus Tel Aviv
Ich glaube nicht das es hierzu Statistiken gibt wie viele Leute es genau sind.
In der heutigen Zeit spielt sich auch sehr viel online ab was auch nicht immer so gut ist.