Strukturalismus, Funktionalismus oder was anderes?

Ich sage immer "Strukturalisten sehen in Häusern Konstruktionen aus Mauern, Funktionalisten Konstruktionen aus Räumen." - allerdings bin ich gar nicht sicher ob es fachlich richtig ist was ich hier unter Strukturalismus und Funktionalismus verstehe, da ich oft wenn ich etwas dazu lese den Eindruck bekomme, es sei etwas komplett anderes gemeint. So heißt es dort z.B. zum Funktionalismus "[...] Nehmen Sie zum Beispiel die verschiedenen sozialen Institutionen, die in einer Gesellschaft existieren. Die Familie, Wirtschaft, Religion, Bildung und politische Institution haben jeweils eine eigene Rolle. Diese Rollen sind einzigartig und können von keiner anderen Institution erfüllt werden." (quelle: https://weblogographic.com/difference-between-structuralism-and-functionalism-11013 )was aber im Grunde schon das Gegenteil von dem was ich darunter verstehe oder immer verstand.

Das Thema Strukturalismus/Funktionalismus wurde bei uns leider nur kurz im Studium angerissen und ich hatte geglaubt es verstanden zu haben nur dass ich eben etwas komplett anderes darunter verstand: Funktionalismus war für mich das was Popper meinte, wenn er sagte eine Institution sei anhand ihrer Funktion zu Beurteilen sei und im Anschluss Demokratie als "[...] gegen eine Diktatur gerüstete Institutionen", in der "[...] Schlechte Regierungen unblutig abgesetzt werden können" und die "[...] über Rückschritte fortschritte machen kann" und eben ausdrücklich nicht als "Volksherrschaft" definiert. Oder um mich auf das eingangsgenannte Beispiel zu beziehen: Für ein Funktionalist kann jede beliebige Konstruktion in der Man wohnen kann zum Haus werden indem es dessen Funktion erbt bzw. wäre in dieser Logik Hafermilch eher Milch als Scheuermilch, da sie für Vegane menschen die Funktion von Milch übernimmt, Scheuermilch aber für niemanden.

Nur steht eben das im Widerspruch zu dem was in den Texten dazu steht, da dort die Rollen eben ausdrücklich nicht einzigartig sind sondern beliebig austauschbar sind (jeder schneidende Gegenstand kann zum Messer werden, so er dessen Funktion erben kann), weshalb ich davon ausgehen muss, dass mein Verständnis von Strukturalismus und Funktionalismus fachlich falsch ist; nur was genau ist dann das was ich darunter verstehe?

Psychologie, Sozialwissenschaften, Systemtheorie, Sichtweise
Gesellschaftsfrage -haben es die Realisten, die das System ihrer Gesellschaft realisieren & für sich nutzen, oder die Optimisten besser?

Wenn man sich in einer Gesellschaft befindet gibt es immer ein grundlegendes System, aus dem viele sich ein Vorteil ziehen. So sind die Schüler in den Klassen die beliebtesten wenn sie den nur genug Unterstützer haben und können in dieser Position alles machen, mussten dafür aber doch entweder andere runtermachen oder sich anderen erstmal anpassen wie ich das sehe.

Wäre es also besser mit zu leben und zu akzeptieren, dass die Gesellschaft so aufgebaut ist, dass der, der denn anderen runtermacht besser dasteht und der Einzige immer schwächer ist als die Gruppe? Somit würde man sich in dem System auch intergrieren und sich entweder eine Freundesgruppe nur zu seinem eigenen "Schutz" suchen (auch wenn dies bedeutet sich zu verstellen oder sie nicht zu mögen aber trotzdem so zu tun als ob) oder dazu noch andere runterzumachen um die Gruppenzusammengehörigkeit zu stärken. Man würde also das System auch für sich ausnutzen und das selbe machen wie die meisten es tun (zb besteht die Klasse überwiegend aus Leuten die es so machen und da ist wenig Platz für die andere Seite).

Denn andersrum kann man dieses System doch auch ablehnen, egal wie viele es machen, und zu seinen Werten und für die Werte denen man anderen als Mensch gibt stehen. Dadurch kriegt man vllt viele Gegner und wird Ausgegrenzt, aber das ist es doch wert an seine Werte zu glauben und nicht "Gefühlskalt" zu werden (denn das wird man doch wenn man andere runtermacht, oder?). Ich meine man nutzt die anderen so oder so als Sprungbrett, also können da überhaupt echte Freundschaften entstehen?Wenn man die ausreichende "Ehre" hat und das Selbstvertrauen es gegen jeden Wiederstand durchzuziehen, wird man da glücklich?

Wird man glücklich gegen den Strom zu schwimmen und verurteilt zu werden oder wenn man sich anpasst aber sich dann dadurch wiederrum eine Position baut, bei der man wiederrum alles machen kann was man will? (Das ist halt der Vorteil wenn man von allen akzeptiert wird, man kann machen was man will und wird unterstützt, dafür muss man sich aber erstmal selbst anlügen)

Ich sprech aus meiner Sicht und Erfahrung und bin wie man merkt der, der gegen den Strom schwimmt, weil ich das Gefühl hatte mich selbst zu belügen, wenn ich mich den anderen anpassen musste. Ich habs gelassen und frage mich ob ich damit etwas erreicht hätte, das mir Freiheit in meiner Handeln gegeben hätte, denn jetzt unterstützt fast niemand meine Sichtweisen und Handlungen. Vllt ist der Zug auch für mich schon längst abgefahren gewesen und man muss da echt von Grundschule am feste Freundschaften knüpfen um in solche Positionen zu gelangen. Ich habe keine dieser früheren Freundesgruppen aufrecht gehalten und habe neue Freunde gefunden, die aber nicht in meiner Klasse sind. Dieses System kann einen aber echt unterdrücken.

Schule, Ausgrenzung, Gesellschaft, Gesellschaftslehre, Schulsystem, Sozialwissenschaften, Gesellschaft und Soziales

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