Hallo zusammen
Es geht um eine Frage, die nicht mich betrifft, aber einen nahestehenden Menschen und vermutlich viele andere Frauen.
Ich weiss nicht, wie das in Deutschland ist, aber in der Schweiz gibt es ja natürlich auch Arbeitslosengeld (in DE wäre das ALG I), wenn man unverschuldet den Job verliert und eine bestimmte Dauer am Stück gearbeitet hat. Aber das ist ja an Bedingungen geknüpft, dass man sich um einen neuen Job bemüht und dementsprechend nachweislich eine bestimmte Anzahl an Bewerbungen jeden Monat schreibt, Kurse besucht etc.. Soweit ja logisch.
In dem bestimmten Fall geht es um folgendes:
Hier bei uns beträgt der Mutterschaftsurlaub 16 Wochen. Möchte man mehr Zeit, nimmt man dafür Urlaub (in der Regel hat man 20 Arbeitstage im Jahr) oder/und kann nochmal 16 Wochen unbezahlt dranhängen.
Die betreffende Person hat ihr bisheriges Leben lang gearbeitet. Um genau zu sein nun 20 Jahre lang mit ihren nun knapp 35 Jahren.
Nach der Geburt ihres 1. Kindes hat sie ihr Pensum reduziert. Nun kam das zweite Kind und sie wollte sich erstmal eine Auszeit nehmen um für beide Kinder voll da zu sein. Das heisst, sie hat die Kündigung eingereicht, die nach der Karenz dann eintritt. Der Verdienst des Ehemanns ist soweit genug, aber runterschrauben muss die Familie natürlich trotzdem, da die Frau auch sehr gut verdient hatte.
Und da sie ja nicht explizit nach einem neuen Job sucht, steht ihr unseres Wissens nach auch keine Arbeitslosengeld zu nach dem Mutterschaftsurlaub. Sehen wir das richtig? Und ist das in euren Augen korrekt?
Sie würde jederzeit wieder einen neuen Job finden und auch ihr alter AG hat ihr gesagt, wenn das der Fall ist, soll sie sich gleich beim Chef melden, auch wenn nichts ausgeschrieben sei.
Ist das denn fair, dass nur Menschen einen Anspruch haben, die keinen Job haben und zum Teil auch erst wenige Jahre gearbeitet haben, aber diejenigen, die freiwillig ein- bis zwei Jahre nicht arbeiten gehen, weil sie zwei Kinder haben, gar keinen Anspruch haben?
Klar steht es jedem frei, zu entscheiden, ob er Kinder will oder nicht und jeder weiss, dass Haushalt und Kindererziehung keine bezahlten Jobs sind, auch wenn sie anstrengender sind, als so manch anderes, aber man zahlt doch jahrelang für andere ein und wenn man selbst Unterstützung will, dann muss es genau so laufen.
Bitte keinen Hate, auch nicht gegen sie. Sie meint zwar, das sei okay und sie hätten ja zum Glück noch das gute Gehalt des Mannes, mir geht es hier aber explizit darum, ob das System so korrekt und fair ist. Denn in anderen Familien würde das Geld niemals reichen.
Wie ist eure Meinung dazu?