Wer kennt weitere Beispiele für Lebewesen, die nur streng algorithmisch zu denken scheinen?

Wenigstens für Menschen und Tiere scheint zu gelten, dass sie kreativ sind und daher nicht ausschließlich algorithmisch denken (KI denkt nur algorithmisch und kann daher nicht kreativ sein).

Nun gibt es aber in der Natur mindestens ein Lebewesen, bei dem man da Zweifel bekommen könnte: die Grabwespe.

Die Grabwespe legt in mehrere Erdhöhlen Eier ab und versorgt die heranwachsenden Larven mit Beuteinsekten. Das allerdings tut sie nach einem festen Schema (das man als streng algorithmisch deuten könnte): Bevor die Brut neu versorgt wird, wird die Beute vor der Höhle abgelegt, dann die Höhle inspiziert und schließlich die Beute aus der Höhle heraus rückwärts in sie hineingezogen.

Zieht nun jemand während der Inspektion die Beute etwas vom Höhleneingang weg, so dass die Wespe die Höhle vollständig verlassen muss um der Beute wieder habhaft zu werden, so zieht die Wespe die Beute wieder bis direkt vor den Höhleneingang und beginnt die Inspektion der Höhle neu. Dies kann nun 30 bis 40 Mal wiederholt werden, ohne dass die arme Wespe bis dahin in der Lage wäre, die notwendige Inspektion der Höhle als schon durchgeführt zu "wissen" und deswegen die Beute sofort in die Höhle zu holen.

Quelle: Thomas Görnitz (nach D.S. Peters) auf S. 257-258 in seinem Buch "Quanten sind anders", 1999 Spektrum Akademischer Verlag.

FRAGE also: Kennt jemand noch andere Lebewesen mit solch geistiger Beschränkung? Pflanzen mal ausgenommen, denn über deren Bewusstsein wissen wir ja noch rein gar nichts.

Tiere, Biologie, Intelligenz, Bewusstsein, Evolution
2 Antworten
Welche Theorie gezielter Evolution klingt "esoterischer"?

Evolution dürfte mehr sein als nur Zufall und Auslese.

Ich weiß von zwei Biologen, die über die Grenze des derzeit durch Naturwissenschaft Beweisbaren hinauszudenken versuchen. Nennen wir sie A und B

Zuerst zu Forscher A. Er bezieht sich auf evolutionäre Ergebnisse, die während der letzten 500 Millionen Jahre entstanden sind. 

Er weist darauf hin, dass wichtige, hoch komplexe Erungenschaften der Evolution nahezu parallel zueinander — von kaum miteinander verwandten Arten, von solchen also, die sich schon weit auseinander entwickelt hatten, — immer wieder neu entdeckt wurden, so z.B. unser linsenförmiges Auge, das (wie man heute weiß) mindestens sieben Mal in der Evolutionsgeschichte unabhängig erfunden wurde: nicht nur bei Wirbeltieren, sondern auch bei stammesgeschichtlich weit entfernten Tieren wie Tintenfischen und Ringelwürmern.  

A denkt, dass dieses — und viele weitere solcher Beispiele — darauf hindeuten, dass Evolution gegen ein gewissen Ziel konvergiert.

Meiner Ansicht nach [ so sagt A ] war der Mensch bereits mit dem Urknall angelegt. Während der ersten Millisekunde dieser Welt. Unsere Entstehung ist alles andere als ein Zufall.

Die Evolution [ so erklärt uns A ] funktioniert wie eine Suchmaschine: Sie sucht nach Lösungen, die sich bereits als erfolgreich erwiesen haben, und verwendet sie immer wieder für verschiedene Lebensformen."

Nun zu Forscher B: Ihm sind Beobachtungen aufgefallen, die Biologen, Verhaltensforscher und Chemiker während der letzen 100 Jahre gemacht haben:  

Er weist z.B. darauf hin, dass 

  • es chemische Stoffe gibt — insbesondere solche, die in der Natur nicht von selbst vorkommen, sondern erst durch Chemiker entworfen wurden —, die über Jahrzehnte hinweg nur sehr widerwillg Kristalle bildeten, dann aber plötzlich — und in nur wenigen Wochen sogar weltweit — ihr Verhalten dahingehend geändert haben, dass sie von nun an sehr bereitwillig kristalline Form annahmen.  

Solche und ähnliche Beobachtungen lassen B vermuteten, dass es im Feld der physikalischen Kräfte Resonanzerscheinungen geben könnte, aufgrund derer von belebter oder unbelebter Materie erworbenes "Wissen" unbewusst aufbewahrt und auf spätere Generationen gleichartig organisierter Materie übertragen wird — seinen das nun einzelne Moleküle oder gar ganze Gehirne. 

Nun meine FRAGE: Welche der beiden Wissenschaftler scheint euch weniger "esoterisch" zu denken? 

Tiere, Schule, Menschen, Esoterik, Wissenschaft, Biologie, Entwicklung, Evolution, Evolutionsbiologie, Evolutionstheorie
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Könnte Rupert Sheldrakes Theorie sog. "morphogenetischer" Felder die hohe Effektivität der Evolution erklären?

Diese Frage richtet sich an alle Wissenschaftler und Hobbywissenschaftler, denen aufgefallen ist, dass die Evolution sicher nicht so effektiv sein könnte, wie sie tatsächlich ist, wenn sie sich nur auf zufällig eintretende Mutationen und anschließenden Selektionsdruck verlassen würde. Woher also kommt ihre so große Effektivität?

Sheldrake hat sich gefragt, ob unser Gedächtnis tatsächlich in unserem Gehirn residiert (und deswegen mit uns stirbt) oder ob unser Gehirn nicht eher einem Mobilfunktelefon gleicht, mit dessen Hilfe sich eigene Erfahrungen aus dem Netz - in dem Fall dem Internet - abrufen, aber auch dort ablegen lassen.

Kurz: Was Sheldrake ein "morphogenetisches Feld" nennt, könnte ein von der Natur selbst geschaffenes, überall im Universum präsentes Netz bisher unbekannter Kräfte oder Elementarteilchen sein, in dem Gehirne Information (Erfahrungen) so ablegen, dass später hinreichend ähnlich beschaffene Gehirne sie von dort bis in alle Zukunft hinein abzurufen in der Lage sind.

Eine denkbare Möglichkeit: Wir wissen bisher nicht, was sog. Dunkle Materie denn eigentlich ist. Wer kann ausschließen, dass sie Felder im Sinne Sheldrakes implementiert?

Mehr zu Sheldrakes Idee findet sich skizziert in Kurzaufsätzen, die sich per Google finden lassen ( https://www.google.com/search?q=sheldrake%2Bgreiter ).

Sheldrake selbst hat seine Idee in mehreren seiner Bücher beschrieben und auf gewisse Beobachtungen hingewiesen, welche darauf hindeuten könnten, dass morphogenetische Felder tatsächlich existieren. Einen besonders guten Einstieg in seine Idee stellt dar sein Buch "Der Wissenschaftswahn".

Sheldrake ist von Beruf Evolutionsbiologe und Verhaltensforscher.

Chemie, Biologie, Evolution, Evolutionsbiologie, Evolutionstheorie, Physik, Selektion, Mutation
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