Grundsicherung beantragen als "Fallnetz" falls AlgII-Antrag nicht durchgeht?

Jemand hat AlgII beantragt, ist ca. 3-4 Stunden/Tag arbeitsfähig, aber mit einigen Einschränkungen. Diese wurden teils schon vor einigen Jahren amtsärztlich festgestellt. Z.B.: Leichte, sitzende Tätigkeit; keine Schichtarbeit, keine Nachtarbeit, ... einige Einschränkungen kamen seit damals dazu, teils erst seit wenigen Monaten. So zum Beispiel: Treppen nicht möglich; Parkplatz in der Nähe des Arbeitsplatzes benötigt; großer/stabiler Stuhl nötig (massives Übergewicht), kein Arbeitsbeginn vor ca. 13 Uhr, da dies körperlich nahezu täglich nicht möglich ist (massive Kreislaufprobleme, Kotzen, Durchfall, ...) ...

Der Antragssteller arbeitet jedoch sehr gerne. Nach längerer Krankheit seit wenigen Jahren wieder freiberuflich; angestellt hat er noch nie gearbeitet, dies ist in seinem Beruf nicht üblich. Die 3-4 Stunden/Tag werden schon seit 2-3 Jahren wochentags erreicht. Allerdings entstand durch Corona eine mehrmonatige Lücke mit kaum Aufträgen. Es muss damit gerechnet werden, dass für diese Zeit im schlimmsten Fall garkein Honorar gezahlt wird. Das Angesparte geht dem Ende zu.

Sollte hier parallel ein Antrag auf Grundsicherung gestellt werden? Es gibt die Befürchtung, dass AlgII abgelehnt werden könnte mit der Begründung, der Antragssteller sei nicht ausreichend arbeitsfähig - obwohl er ja die Arbeitsfähigkeit schon lange unter Beweis gestellt hat und auch wieder von mehr Anfragen auszugehen ist je mehr Coronalockerungen kommen...

Es soll damit vermieden werden, dass für den jetzigen Monat Juni garkeine Zahlungen erfolgen ...

Recht, Antragstellung, Arbeitslosengeld 2, Freiberufler, Grundsicherung, Hartz IV, Jobcenter, Corona
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Beweislastumkehr für Freiberufler?

Hallo liebe Schwarmintelligenz,

ich verzweifle grade und hoffe sehr auf eure Weisheit.

Als freiberuflicher Musiker habe ich für eine freie Musikschule gearbeitet. Nun ist es mir als Freiberufler erstattet innerhalb von drei Jahren meine Rechnung rückläufig erstellen zu können, was Sinn macht, weil ich manchmal Monate habe in denen ich einiges verdiene, dann wiederum Monate wo absolut nichts passiert.

Dieses Recht habe ich in Anspruch genommen (vertraglich war nicht festgehalten dass ich zu einem bestimmten Datum die Rechnung vorzulegen habe) und habe rückläufig für 7 Monate die Rechnungen bei der Musikschule eingereicht. Mein Auftraggeber meinte aber dass er das nicht zahlen wird, weil ich die Rechnungen zu spät eingereicht habe und meine Frist somit abgelaufen sei, auch die Mahnungen von meinem Anwalt blieben erfolglos. Die Sache landete vor Gericht. Mein Auftraggeber hat dabei seine Strategie verändert und behauptet nun dass ich ein halbes Jahr einfach nicht gearbeitet habe und somit alle Stunden ausgefallen seien. Bei der Zeugenvernehmung meinte einer meiner Schüler, der für die Gegenpartei ausgesagt hat) dass paar Stunden ausgefallen seien, weil ich mal krank war, aber er könne sich nicht daran genau erinnern. Zeugen, welche für mich ausgesagt haben, haben fundierte und schlüssige Argumentationen geliefert, trotzdem hat die Richterin daraufhin geschlossen dass meine Rechnungen somit in Frage zu stellen sind. Dabei spielen anscheinend die Aussagen meiner Zeugen gar keine Rolle. Was noch schlimmer ist - Gegenpartei verfügt über die gesamte Datenbankzugriffe, Anwesenheitslisten und ich habe keinen Zugriff darauf. Trotzdem hat die Richterin beschlossen dass die Beweislage allein bei mir liegt. Was noch schlimmer ist - eine vage Aussage des genannten Zeugen der nicht sicher ist ob Stunden ausgefallen seien, hat dazu geführt dass die Richterin beschlossen hat dass alle meine Rechnungen somit in Frage zu stellen sind. Ich finde diese Ungerechtigkeit gerade zum Heulen weil ich anscheinend ein halbes Jahr umsonst gearbeitet habe, als freiberuflicher Musiker finanziell noch nicht abgesichert bin und mir die Verhandlung kaum leisten kann. Noch ist nichts entschieden, bald ist die dritte Verhandlung, aber ich habe jetzt schon von der Richterin den Rat bekommen auf einen Vergleich einzugehen, was ein Witz ist gegenüber dem was er mir schuldet. Ich habe zwei Fragen

  • kann ich eine Beweislastumkehr durchbringen (mein Anwalt meint dass es nicht geht) und
  • wie oft kann ich in Berufung gehen?

Denn auch wenn ich wieder parallel 3 Nebenjobs machen muss, wie zu Studienzeiten um es mir zu leisten und noch 10 Jahre brauche, aber ich werde nicht aufhören bis mir das Geld ausgezahlt wird was mir zusteht und der psychische Terror wieder gutgemacht wird dem ich gerade ausgesetzt bin. Ich danke euch im Voraus und bitte euch wirklich nur sachliche Kommentare zu schreiben, weil ich nervlich gerade sehr empfindlich bin und keine Witze ertrage wie "such dir normalen Job"

Recht, Freiberufler, Gerichtsbeschluss
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Was ist der genaue Unterschied zwischen einer Honorarkraft, Freiberuflern, Selbstständigen und Nichtselbstständigen?

Eine Grundschule möchte eine stundenweise Kraft mit Fördermitteln einstellen lassen, die über den Förderverein mit Fördermitteln der Stadt bezahlt werden soll.

Der Förderverein gilt laut Förderantrag als Träger.

Wie muss der Arbeitsvertrag und die Arbeit gestaltet sein, damit nicht der Verein sich um Lohnsteuer, Abgaben, Anmeldung beim Finanzamt und Versicherungen kümmern muss, sondern die Hilfskraft selbst?

Was muss im Vertrag stehen? Der Förderverein kann Personalverwaltung nicht leisten, die Schule will dies auch nicht.

Wenn der Verein in jedem Fall verpflichtet ist, sich um Abgaben und Anmeldungen zu kümmern, wird der Vertrag nicht zustande kommen und die Fördermittel werden an die Stadt zurück gezahlt.

Gibt es eine Möglichkeit, die Kraft als Honorarkraft einzustellen, so dass diese Kraft sich selbst um die Formalitäten kümmern muss?

Es handelt sich um keine Lehrkraft, sondern eine Person, die hier und dort Kinder beaufsichtigt, spielt, vorliest etc.

Ist das zu bewerkstelligen, so dass der Verein ausschliesslich die Stunden bezahlt? Kann man den Bewerber z.B. vertraglich festnageln, die Anmeldungen beim Finanzamt, Versicherungen etc dem Verein vor Arbeitsantritt nachzuweisen?

Welchen Status muss der Bewerber dann haben? Selbständiger? Der Verein kann in keinem Fall Lohnabrechnungen erstellen, dazu fehlt es an kundigen Helfern und Zeit.

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(Wie/Wo) kann ich ohne Studium und kostenschwere Schauspielausbildung einsteigen beim Theater?

Hallo.

Ich bin 22 Jahre alt und sehr fasziniert von der Schauspielerei auf der Bühne. Erfahrungen habe ich bisher keine gesammelt, habe eine Ausbildung zur Verkäuferin abgeschlossen, möchte zukünftig jedoch nicht in meinem erlernten Beruf Fuss fassen.

Von klein auf war ich sehr begeisterungsfähig, impulsiv, sensibel, verträumt, oft ziemlich gegensätzlich in meiner Art - und von unterschiedlichen Persönlichkeiten der Vergangenheit sowie Gegenwart und deren Leben fasziniert. Deutsch (fantasieren + schreiben) und Musik waren bis zu meinem Schulabschluss meine Lieblingsfächer geblieben. Mit der Pubertät begann langsam meine Begeisterung für natürliche, authentische Filmschauspieler- innen der 70-er, 80-er und 90-er Jahre. Ich bin mir dessen bewusst, dass jede Epoche andere Kunst macht, was selbstverständlich auch für die Schauspielerei gilt. Mir ist es eher wichtig, zu verdeutlichen, dass ich keine Wahnsinnskarriere anstrebe und nur ernsthafte, menschliche Schauspieler ohne medialen Schnickschnack verehre. Vielleicht, weil ich als Mensch selbst "natürlicher Natur" bin, was ich gar nicht selten höre.

Kurz gesagt: Schon früh hat sich bei mir eine ausgeprägte und breite Palette an Emotionalität abgezeichnet. Gefühle verbergen konnte und wollte ich noch nie. Weder gute noch schlechte. Bis vor etwa zwei Jahren empfand ich dies als Fluch. Inzwischen bin ich fest davon überzeugt, meiner Sensibilität und meinem feinen Gespür für die Zwischenmenschlichkeit Raum und Sinn zu schenken, endlich damit aufzuhören, diese Eigenschaften als Schwäche anzusehen, sondern als Stärke einzusetzen. Am besten beruflich!

So kam schleichend das Interesse für die Schauspielerei in mir auf. Mal laien-hobbymässig, mal ernsthaft mit Ausbildungsplänen etc.. Ich habe einen Sekundarschulabschluss, der in etwa dem deutschen Realschulabschluss entspricht. Meine Lehre hat, wie bereits erzählt, nichts mit Bühne oder Kunst zu tun. Nun die wichtige Frage: Ist es überhaupt möglich, ohne Bezirkschule/Gymnasium sowie ohne jegliche Bühnenerfahrung und - ganz wichtig - ohne die Möglichkeit der Finanzierung einer teuren Schauspielausbildung in Form eines Studiums, in diese Branche einzusteigen?

Besteht realistisch gesehen die Chance, sich ohne Studium und Vitamin B als Hobby durch kleine Theatergruppen empor zu arbeiten? Wer hat Erfahrungen in dieser Richtung gemacht, kennt jemanden, der ohne fette Brieftasche und Privatschule zum professionellen Bühnenschauspieler geworden ist?

Danke.

Julia

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