Warum übertreibt Deutschland mit seiner Einstellung zu Völkermord?

1945 wurde die faschistische Diktatur in Deutschland gestürzt und seitdem will Deutschland mit dieser Sache nichts mehr zu tun haben.Jetzt frage ich mich,warum Deutschland mit dem Holocaust so übertrieben umgeht,während andere Länder,in denen ebenfalls Völkermorde verübt wurden,nicht so wie Deutschland damit umgehen.

Ich meine,neben Deutschland haben auch andere Nationen im Laufe der Vergangenheit auch schlimme Vökermorde begangen.Beispielsweise der armenische Völkermord im Osmanischen Reich während des 1.Weltkrieges oder der Homodomor in den 1930ern Jahren in der Sowjetunion.Nebenbei haben auch die westeuropäischen Kolonialmächte Völkermorde begangen,besonders als diese Amerika eroberten und damit die einheimischen Völker komplett auslöschten.Nebenbei sind faschistische Symbole in Italien und in Japan legal,auch wenn sie damals zusammen mit den Nazis gekämpft haben.Und das,was diese beiden Nationen während WK2 getan haben,war auch schrecklich.

Und jetzt zurück zu Deutschland: Nach dem zweiten Weltkrieg wurde alles verboten,was mit dem Faschismus und der NSDAP zu tun hat.Selbst literarische Werke wie "Mein Kampf",was einen historisch belehrt,wurden für eine Zeit lang verboten.Außerdem wurden in der deutschen Wolfenstein Version viele Sachen verändert und zensiert. Diese Zensur und das Verbieten von "Mein Kampf" finde ich völlig übertrieben.

Ich weiß,Völkermorde sind eine schlimme Sache,aber warum nehmen andere Länder,die ebenfalls so etwas begangen haben, das so locker hin,während Deutschland übertreibt?

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Warum immer mehr Massenmordfantasien?

Was mir aktuell negativ auffällt sind die zunehmende Menschenverachtung einiger weniger Menschen und die Ausrottungsfantasien gegen Menschengruppen die einem nicht genehm sind. Leider fordern Extreme z.B. den Massenmord an Männern, Nicht-Veganern oder Menschen mit anderer politischer Orientierung, ebenso widerlich und leider noch wesentlicher häufiger sind Ausrottungsfantasien gegenüber Menschen mit Migrationshintergründen, Dunkelhäutige oder Homosexuelle. 

Allerdings: Während Menschen die den Massenmord an Menschen mit Migrationshintergrund, Juden, Muslimen, Homosexuellen oder Dunkelhäutigen fordern vollkommen zurecht(!) nicht nur geächtet sondern auch bestraft werden, wird es in der Gesellschaft akzeptiert, wenn Feministen einen Mord an Männern wollen. Das mag daran liegen, dass rechte Ausrottungsfantasien viel häufiger und verbreiteter und damit gefährlicher sind als linke Ausrottungsfantasien. Diese Menschen stehen moralisch aber nicht besser da als die Neo-Nazis, auch wenn ihre politische Orientierung als links definiert wird. 

Die Nazis brachten Menschen um, weil sie Juden, Roma, Homosexuelle oder Behinderte waren. Inwiefern ist es moralischer Menschen aufgrund ihres Geschlechts umbringen zu wollen? Dafür können diese Menschen genauso wenig. Jeder Mensch ist berechtigt seine Positionen zu haben: Veganer dürfen ein Verbot von Fleisch/Milch wollen, Klimaschützer dürfen ein Verbot von Flugreisen wollen, Feministen dürfen eine matriarchalische Gesellschaft wollen. Aber Massenmord-Fantasien sollten von der Gesellschaft geächtet und sanktioniert werden. 

Ich weiß ich wage mich auf dünnes Eis wenn ich die Forderungen von Linksextremen eines Massenmords an Deutschen hier ebenfalls anspreche, da die heutigen Deutschen die Nachfahren der größten und schlimmsten Völkermörder der Geschichte sind. Allerdings würde ich sagen: Die Deutschen können die Verbrechen ihrer Vorfahren nicht rückgängig machen und haben es sich wahrscheinlich nicht ausgesucht, Bio-Deutsche zu sein. Ich halte auch Ausrottungsfantasien gegen Bio-Deutsche für unmoralisch.

Bei Mordfantasien gegen Weiße: Zwar haben Weiße in der Vergangenheit sehr viel nicht zu entschuldigendes Leid verursacht und auch heute gibt es Rassismus und Ungerechtigkeiten gegen Menschen mit dunkler Hautfarbe, dennoch können die meisten heute lebenden Weißen nichts für ihre Hautfarbe. Natürlich ist weißer Rassismus absolut dominant und das größere Problem, schwarzer Rassismus gegen weiße Menschen ist eine Randerscheinung. Er ist angesichts der Geschichte verständlicher, aber dennoch nicht moralisch.

Ich würde mir wünschen, dass die Menschen Mordfantasien gegen Menschengruppen nicht hinnehmen. Ich stelle klar, dass ich rechte Ausrottungsfantasien keineswegs verharmlosen oder von ihnen ablenken will, sie sind in der Mehrheit und ein Problem unserer Gesellschaft, dass schlimm ist und bekämpft werden muss. Nur finde ich die linken Ausrottungsfantasien kaum besser, aber leider in der Gesellschaft akzeptiert.

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Wohlstandsparadoxon?

Der Titel ist etwas übertrieben aber er klingt cool.

Es ist 00:55Uhr Nachts Zeit für eine meiner Fragen die ich im nachhinein vielleicht bereuen werde mal schauen.

Also folgendes Problem, wir wollen ja alle dass es allen Menschen gut geht. Ich glaube niemand würde nein sagen wenn er mit einem Knopfdruck alle Armut, jeden Hunger und Krieg auslöschen könnte, sodass jeder Mensch auf der Welt so im Wohlstand leben kann wie ein Deutscher Staatsbürger in Deutschland.

(Wer sich jetzt über Harz 4 beschwert hat noch nie echte Armut gesehen)

Nun das Problem ist allerdings laut gewissen höchst wissenschaftlichen Studien bräuchte die Menschheit 3 Erden wenn jeder Mensch auf dem Lebensstandart Deutschlands leben würde

https://www.scinexx.de/news/geowissen/ab-heute-braeuchten-wir-eine-zweite-erde-2/

Außerdem ist unser Rohstoffskonto sowieso schon um 0,75 Erden überzogen. Und desto mehr Länder sich vom Wohlstand her uns annähern desto größer wird der Rohstoffverbrauch globalgesehen und desto mehr Erden würden wir brauchen.

Nun helfen wir dennoch vielen Staaten bei ihrer Entwicklung. Wird das dann nicht irgendwann dazu führen dass uns die Rohstoffe ausgehen? Von den Folgen des Klimawandels mal abgesehen?

Die Seite von der ich das hab bietet angebliche Lösungen die mir aber wie ein tropfen auf den heißen Stein erscheinen.

So wie ich das sehe müssen wir alle entweder unseren Lebensstil radikal ins negative verändern und ärmer leben oder wir lassen die Weltbevölkerung um zwei drittel schrumpfen.

Und wir wissen alle dass niemand den ersten Weg haben will.

Die eigentliche Frage ist: Was hab ich übersehen? Das kann doch nicht sein. Irgendwas muss ich falsch verstanden haben. Hab ich was übersehen?

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Warum tut sich die Türkei so schwer mit dem Völkermord an den Armeniern?

Warum tut sich die türkische Regierung, ebenso wie viele türkische Staatsbürger*innen im Ausland, so wahnsinnig schwer damit, den Völkermord an den Armeniern anzuerkennen? Ich verstehe es einfach nicht, auch, da es nun schon so lange her ist. Kein/e heute lebende Türk*in war doch dabei und trägt dafür persönliche Verantwortung.

Mich als Deutschen kostet es nicht wirklich viel, anzuerkennen, dass Deutschland den Völkermord an den Herero und Nama 1905 verbrochen hat und dass es die Shoah verbrochen hat. Denn ich selber war nun mal nicht daran beteiligt, weil ich noch nicht lebte.

Der Schrecken, das Schaudern und die Trauer, die mich in KZ-Gedenkstätten ergreifen, führt mich, und ich denke die meisten anderen, ja auch nicht in erster Linie zu der Frage: "Was hat Deutschland da bloß getan?" sondern eher zu der Frage: "Wie konnte das nur passieren, dass Menschen anderen Menschen so etwas entsetzliches angetan haben?" Ich werde dann immer innerlich mit Fragen konfrontiert wie: "Wie hättest du dich verhalten? Hättest du Verfolgten geholfen? Hättest du mitgemacht, um deinen Hintern zu retten?" Beunruhigende Fragen, die ich nicht beantworten kann, die niemand beantworten kann. Aber sie gehen für mich an die Substanz, weil ich Christ und Mensch bin und nicht, weil ich Deutscher bin.

Und dementsprechend sehe ich die besondere Verantwortung Deutschlands für die Shoa (und die Shoah haben nun mal Deutsche auf Deutschem Boden verbrochen) darin, daran zu arbeiten, dass sich auf der ganzen Welt solche entsetzlichen Gräuel nicht wiederholen und dass die ständig geschehenden gravierenden Menschenrechtsverletzungen weniger werden.

Worin mag die Blockade und der Schmerz vieler türkischer Menschen genau liegen, was mag sie davon abhalten, anzuerkennen, dass die - aus meiner Sicht zweifelsohne - große Nation Türkei diesen furchtbaren dunklen Fleck in ihrer Geschichte hat?

Es hebt sie ja aus anderen Nationen gar nicht besonders negativ heraus, denn mir fällt nicht wirklich eine Nation ein, die neben manchem, worauf sie stolz sein könnte, nicht auch richtig schreckliche dunkle Flecken in ihrer Geschichte hat.

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