Mit welchem Recht darf ein Staat in einem anderen Land unschuldige ermorden?
Als Lillehammer-Affäre bezeichnet man die Vorgänge um die irrtümliche Ermordung von Ahmed Bouchiki durch die Caesarea-Einheit des israelischen Geheimdienstes Mossad am 21. Juli 1973 im norwegischen Lillehammer. Im Rahmen der von der Öffentlichkeit so genannten „Operation Zorn Gottes“ war zur Vergeltung der tödlich verlaufenen Geiselnahme von München 1972 seitens der israelischen Regierung die Tötung von Ali Hassan Salameh als einem der Verantwortlichen angeordnet worden. Bouchiki wurde mit Salameh verwechselt und infolgedessen vor den Augen seiner schwangeren norwegischen Ehefrau auf offener Straße erschossen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Lillehammer-Aff%C3%A4re

Ahmed Bouchiki (arabischأحمد بوشيخي, DMGAḥmad Būšaiḫī; * 13. April1943; † 21. Juli1973 in Lillehammer) war ein in Algerien geborener Marokkaner, der seit 1965 in Norwegen lebte und arbeitete. Bouchiki wurde aufgrund einer Verwechslung vom israelischen Geheimdienst ermordet. Dies geschah im Zuge der Vergeltungsaktionen der Mossad-Einheit Caesarea[1] für die Geiselnahme und Ermordung israelischer Sportler bei den Olympischen Spielen 1972 in München. Bouchiki wurde von Agenten dieser Sondereinheit mit einem der damaligen Attentäter verwechselt und am 21. Juli 1973 von ihnen erschossen (Lillehammer-Affäre).

https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmed_Bouchiki

München, Gesellschaft, Israel, Nahostkonflikt, Norwegen, Olympia, Palästina
Was bringen solche Erklärungen der Außenministerien?

Erklärung der Außenministerien Belgiens, Dänemarks, Deutschlands, Frankreichs, Irlands, Italiens, der Niederlande, Schwedens und Spaniens zu den israelischen Razzien bei sechs palästinensischen Organisationen der Zivilgesellschaft am 18. August 2022

Die Außenministerien Belgiens, Dänemarks, Deutschlands, Frankreichs, Irlands, Italiens, der Niederlande, Schwedens und Spaniens erklärten am 18. August 2022:
Wir sind zutiefst besorgt über die Razzien, die am Morgen des 18. August 2022 stattfanden und Teil einer beunruhigenden Beschneidung des Handlungsspielraums der Zivilgesellschaft in den besetzten palästinensischen Gebieten sind. Diese Maßnahmen sind nicht hinnehmbar.
Die fortgesetzte Beschneidung zivilgesellschaftlicher Handlungsmöglichkeiten in den besetzten palästinensischen Gebieten gibt weiterhin Anlass zur Sorge. An der Seite der zivilgesellschaftlichen Organisationen setzen wir uns unbeirrt für die Wahrung des Rechtes auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit in den besetzten palästinensischen Gebieten ein.
Eine freie und starke Zivilgesellschaft ist für die Förderung demokratischer Werte und für eine Zweistaatenlösung unerlässlich. Wie wir bereits am 12. Juli erklärten, haben wir von Israel keine aussagekräftigen Informationen erhalten, die es rechtfertigen würden, dass wir unsere Haltung gegenüber den sechs palästinensischen Organisationen der Zivilgesellschaft revidieren, weil Israel beschlossen hat, sie als „terroristische Organisationen“ einzustufen. Sollten überzeugende gegenteilige Beweise vorgelegt werden, würden wir entsprechend handeln.

https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/-/2547844

Deutschland, Politik, Israel, Palästina
Sind israelische Medien zu oft zu unkritisch, wenn es um Israel geht?

Diese Frage habe ich mir gestellt, nachdem ich ich die folgende Post auf Instagram gelesen habe:

Es ist offiziell und ein handfester Medienskandal. Israel gab heute zu, verantwortlich für den Tod von fünf Kindern in Gaza zu sein. Zuvor beschuldigte die israelische Regierung den "Palästinensischen Islamischen Dschihad" (PIJ) für den Beschuss verantwortlich zu sein. Über den Report berichtete als erstes die israelische Zeitung Haaretz.
Nicht nur die BILD übernahm unverifizierte Behauptungen Israels ohne kritische Recherche. Auch die @tagesschau betonte, in Gaza wären Zivilisten nicht (nur) durch israelischen Beschuss, sondern auch durch "fehlgeleitete Raketen" getötet worden. Das ARD-Büro Tel Aviv schickte mir sogar eine unprofessionelle Belehrung und behauptete, eigene Quellen zu haben, die das bestätigen würden.
Das ist ein Medienskandal. Zahlreiche deutsche Medien geben ungefiltert Propaganda der israelischen Regierung - die wohlgemerkt Aggressor und Kriegsteilnehmer war - wieder und prüfen diese nicht durch Recherche. So wird der Tod von palästinensischen Zivilisten durch israelisches Militär relativiert. Es geht nicht darum, dass Raketen der Hamas oder PIJ durchaus auch Palästinenser treffen können. Es geht darum, dass Israels Militär keine glaubwürdige Quelle für solche Behauptungen ist und kein echter Journalismus stattfindet.

Quelle:

https://www.instagram.com/p/ChUkNldMYQl/?utm_source=ig_web_copy_link

Danke für die hilfreichen und sachlichen Antworten im Voraus!

Sind israelische Medien zu oft zu unkritisch, wenn es um Israel geht?
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Warum wird beim Thema Israel die Blut-und-Boden-Ideologie angewendet?

Hallo Freunde des Nahostkonfliktes,
schon etwas länger plagt mich die Frage, warum Anhänger derer, die die Handlungen des palästinensischen Staates bzw. deren Kämpfer unterstützen oft auf das Argument verweisen, ihnen würde "das Land gehören, weil sie seit Generationen dort gelebt hätten und das Land somit ihrem Volk und deren Kultur angehöre".

Eigentlich kann man hier bereits eine zweite Frage stellen, weil der Begriff des "Volkes" eh schon historisch kontrovers ist. Etwa so sehr wie alle Germanenstämme als homogene Masse zu betrachten, ist es nicht besonders akkurat eine Nationalität mit einer einzigen Kultur zu verbinden.

Vielmehr verstehe ich nicht ganz, wieso dieses oben genannte Argument überhaupt noch Verwendung findet, wenn es auf der selbigen Logik basiert, die schon einmal Teil eines menschenverachtenden Regimes war und dessen Handlungen legitimierte.

Weiterhin scheint es auch komisch, dass dieses Argument in diesem Konflikt Gebrauch nimmt, jedoch bei anderen Nationen vollkommen fehl vom Platz ist. Würde diese Logik nicht auch einen Russlandfeldzug in die Ukraine legitimieren, geschweige denn in Polen? Dort leben auch "Völker und Kulturen", denen sich Russland als Ursprung deklariert. Trotzdem haben wir (außerhalb des zurzeit herrschenden Angriffskrieges auf Polen) eine gesetzliche wie auch gesellschaftlich allgemeine erkannte Grenze dieses Landes und eine Legitimierung weltweit als eigener Staat.

Warum also argumentieren Menschen für die Missachtung von gesetzlich festgelegten Grenzen eines Landes? Israel ist nicht das einzige Land, dessen "Volk und Kultur" heterogen ist und es ist auch nicht das einzige Land, dass durch Kolonialisierung erkauft wurde.

In dieser Frage lasse ich extra alle anderen Fragen aus. Es ist klar, dass sowohl Hamas als auch der Zionismus diesen Konflikt nicht als klaren moralischen Gewinner verzeichnen können. Ich frage mich lediglich, warum niemanden diese Parallelen zu Nazigedankengut auffällt und ich versuche zu verstehen, warum man überhaupt so argumentieren möchte.

Tldr: Wie legitimieren Antizionisten das Blut-und-Boden-Argument, wenn es auf Nazigedankengut basiert?

Heiß diskutierte Grüße,

euer Alex

Geschichte, Politik, Israel, Nahostkonflikt, Rhetorik, Zionismus, Nazideutschland

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