Klima - "Deutschland hat historische Schuld", sagt zumindest Greta Thunberg!?

Ich beziehe mich auf Berichte, die ich heute mehrfach gesehen hatte, z.B.:

https://www.focus.de/wissen/klima/klimapolitik/greta-thunberg-bei-luisa-neubauer-deutschland-hat-eine-historische-schuld-zu-begleichen_id_24385949.html

Es geht im Großen und Ganzen darum, dass bei den CO2-Emmisionen über die Jahre Deutschland recht schlecht dasteht. Ich hab es nicht überprüft und gehe davon aus, dass es sich dabei um korrekte Zahlen handelt - aus meiner Sicht auch nur logisch das dem so ist. Sie leitet daraus eine "historische Schuld" ab.

Deutschlands CO2-Ausstoß-Ranking korreliert in etwa mit dem deutschen Export - wir waren ja durchaus lange Exportweltmeister und sind da auch heute noch weit vorne dabei (Platz 3 mit nem Exportvolumen von 1.380US-Dollar - ähnlich viel wie die USA mit 1.431US-Dollar) - trotz Energiewende und co. Was bedeutet das aber eigentlich? Aus meiner Sicht kann man das so nicht herleiten, da wir ja eben viel exportiert haben, d.h. wir haben z./b. Produkte hergestellt, die nicht nur für uns, sondern auch für andere Länder wichtig waren - hier im Beispiel Autos, aber das können auch medizinische Geräte oder oder oder sein. Warum soll uns alleine jetzt eine Schuld angedichtet werden, diese Geräte und Autos wurden gebraucht und die haben in dem Fall eben wir gebaut - hätten wir diese nicht gebaut hätte dies jemand anderer getan - da ja der Bedarf da war.

Ein ähnliches Problem haben wir auch in der Energiepolitik - kleines völlig frei erfundenes Gedankenspiel dazu: Wenn ein Land etwa einen Kraftwerkstypen ausser Betrieb nimmt, z.b. aus Klimaschutz gründen - dann aber Strom vom selben Kraftwerkstypen importiert - dann hat sich nichts verändert, man hat nur den schwarzen Peter auf dem Papier vom einen zum anderen Land verschoben und zahlt dafür i.d.r. noch Bares Geld. Ich bin nämlich der absolut irrwitzigen Meinung das dem Klima Ländergrenzen ziehmlich egal sind.

"Wir haben damit aber Geld gemacht" - ja klar anstelle von jemand anderem. Dem Klima ist eben auch vollkommen egal wer mit der Produktion Geld macht und ich sehe auch nicht wie man daraus irgendeine "Historische Verantwortung" ableiten will. "Ihr habt damit Geld verdient also seid ihr Schuld" - das jeder diese Produkte haben wollte ist völlig egal. Seh ich ganz und garnicht so. Kleiner Vergleich hier mit Schweden (wegen Greta "zufällig" ausgewählt) - Schweden exportiert etwa 10% von dem was Deutschland exportiert - hat etwa 15% der Bevölkerung von Deutschland und hatte 2018 etwa die hälfte der CO2 Emmissionen pro Kopf, wie Deutschland - trotz guter Lage was Wasserkraft und co angeht.

Mir gehts hier nicht um die Sinnhaftigkeit von Klimamaßnahmen oder wie diese aussehen sollten oder ob es eine "historische Schuld" braucht, es geht mir rein darum ob ihr hier eine historische Schuld erkennt, und falls ja auf welcher Basis.

Grüße

Deutschland hat hier keine historische Schuld 69%
Andere Antwort 25%
Deutschland hat hier eine historische Schuld 6%
Politik, Klimawandel, Klima, Fridays For Future, Greta Thunberg
Hat die deutsche Politik beim Thema Klimaschutz völlig den Realitätsbezug verloren?

Ständig neue Horrorszenarien in punkto Erderwärmung/Weltuntergang, unbezahlbare Spritpreise, Jugendliche aus wohlhabender Schicht sitzen in Talkshows und wollen der arbeitenden Bevölkerung sagen, wie sie zu leben hat und was sie zu lassen hat?

Viele Menschen sind für Tierschutz und es gibt auch immer mehr Veganer und auch Landwirte, die sehr gute Konzepte haben, was ja auch schon ein guter Schritt ist. Windkraft wird immer mehr ausgebaut. Während in vielen anderen Staaten NICHTS passiert und Russland und China nicht einmal an dem Gipfel teilgenommen haben.

Jedoch wird diese FFF Bewegung aus meiner Sicht vor allem von der deutschen Politik extrem aufgesaugt und positiv verstärkt.

Die Verarmung von Pflegenden Angehörigen, Rentern und berufsunfähig berenteten Menschen wird dagegen kaum thematisiert.

In den Medien gibt es kein anderes Thema mehr.

Mein Eindruck ist, dass die Mehrzahl der Deutschen diese Bewegung gar nicht mehr unterstützt, weil die Kosten des Klimawandels immer höher und undurchschaubar er werden. Zudem scheint die FFF immer aggressiver in den Medien aufzutreten, was sich zunehmend kontraproduktiv auswirkt.

China, Umweltschutz, Ernährung, Pflege, Politik, Psychologie, erneuerbare Energien, Gesellschaft, Gesundheit und Medizin, Klima, Medien, Russland, G20 Gipfel, Tierwohl, Philosophie und Gesellschaft, Wirtschaft und Finanzen, Fridays For Future
Wie findet ihr es, dass die Ex-Sprecherin von Extinction Rebellion für Atomkraft kämpft?

Hintergrund: Zion Lights war seit 2018 Gesicht von Extinction Rebellion (XR) UK. In Deutschland ist sie weniger bekannt, aber im englischsprachigen Raum und vor allem in UK war sie in Talkshows und auf Demos Aushängeschild von XR. Sie sich als "Britische Luisa Neubauer" vorzustellen ist nicht völlig abwegig.

Sie hat jetzt bei XR gekündigt und will fortan für Atomkraft als Mittel gegen den Klimawandel kämpfen.

Sie erklärte (stark verkürzt- lest das original!):

  • Sie fühlt sich von Anti-AKW-Aktivisten in ihrer Umgebung betrogen
  • Sie glaubt, dass Atomkraft die einzige Stromerzeugungsart ist die den Planten noch retten kann
  • Warum eine Stromversorgung aus 100% EE unmöglich ist
  • Eine Verringerung von AKW-Kapazitäten habe immer zu einem Anstieg von Kohleverfeuerung geführt
  • Sie bringt Deutschland als schlechtes Beispiel das nun einen den dreckigsten Energiemix in Europa habe
  • Sie vergleicht die Anti-AKW-Haltung mit der Haltung von Anti-Vaxxern (Impfgegnern) die beide eine starke Position entgegen des wissenschaftlichen Konsens hielten
  • Sie nennt die Anhängerschaft der EE durch die Grünen die wortwörtliche Verehrung eines Sonnen-Gottes
  • Sie hat eine Pro AKW-Aktivismusgruppe gegründet Emergency Reactor (https://www.emergencyreactor.org/)

Das ist für UK etwa so als ob Luisa Neubauer FFF verließe und einen Pro-AKW-Bewegung gründen würde.

In diesem Artikel (englisch) erklärt Lights ihre Beweggründe:

https://quillette.com/2021/05/31/the-sad-truth-about-traditional-environmentalism/

Alle deutschen Artikel die ich zu dem Thema fand sind entweder hinter einer Paywall oder auf Pro-Atom-Seiten weshalb ich davon keinen verlinkt habe.

Nagut hier doch den Artikel aus meinem Feed der mich darauf aufmerksam machte (hinter einer Paywall):

https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus234484614/Ex-Sprecherin-von-Extinction-Rebellion-Warum-ich-als-Klimaaktivistin-neuerdings-fuer-Atomenergie-kaempfe.html

Vielleicht lest ihr euch ihre Argumente durch bevor ihr die Umfrage beantwortet.

Ist mir völlig egal 57%
Gut - Ich war schon vorher ihrer Meinung 29%
Gut - Ihre Argumentation hat mich auch überzeugt 10%
Schlecht - Sie ist eine Verräterin an der Sache 5%
Schlecht - Aber ich respektiere ihre Meinungsänderung 0%
Umweltschutz, Religion, Umwelt, Sprache, kernkraft, Politik, Klimawandel, Atomkraft, erneuerbare Energien, Philosophie und Gesellschaft, Fridaysforfuture, Fridays For Future
Sollten die Menschen sich dem Klimaschutz unterordnen?

Aus bestimmten Kreisen der Politik und Ökonomie nimmt man immer mal wieder Stimmen wahr, die Änderungen im Umgang mit unserem Planeten fordern. Manche sprechen sich auch für Verbote aus: Seien es Einfamilienhäuser, wie die jüngste politische Debatte zeigt, oder seien es SUVs und Sportwagen, die das Klima unnötig belasten. Sollte man sie verbieten oder nicht? Letztlich leben wir in einem Staat, der Individualismus ermöglicht, wonach jeder Bürger im Rahmen der Gesetze nach seinen Vorstellungen leben kann: Wer einen teuren Sportwagen mit hoher Umweltbelastung fahren will anstatt aufs Fahrrad zu setzen, wird bisher nicht daran gehindert.

Ist dieser Individualismus im Zuge des Klimawandels noch hinnehmbar? Schließlich haben die vergangenen 30 Jahre gezeigt, dass diese individuelle Lebensweise durchaus furchtbare Konsequenzen haben kann.

Ist es an der Zeit, dass sich der Mensch dem Klimaschutz unterordnet und wir Entscheidungen nicht nach persönlichen Bedürfnissen ausrichten, sondern nach dem Klima?

In anderen Worten: Sollten SUV-Fahrer aufs Fahrrad umsteigen und Bewohner einer Villa in den Plattenbau ziehen?

Nein, auf keinen Fall 36%
Ja, der Klimawandel zwingt uns dazu 32%
Teilweise, wir müssen einen Mittelweg finden 32%
Umwelt, Menschen, Politik, Klimawandel, klimaschutz, Physik, Ethik und Moral, Philosophie und Gesellschaft, Fridays For Future
Würdet ihr sagen, dass Fridays f F auch bzw. eher ein Lifestyle ist als ein ernsthaftes Engagement?

Ich möchte hiermit nicht den Leuten, die sich wirklich ernsthaft dafür engagieren, ihre Legitimation absprechen.

Ich folge auf Instagram einem 12 jährigem Musiker, der sich für Fridays for Future engagiert. Diesem Jungen ist auch immer wieder anzusehen, dass es ihm ernst ist mit dem Umweltschutz. Z.B. hat er freiwillig ein sehr kleines Kinderzimmer. Er sagt, dass er da sowieso nur zum Schlafen ist, also kein riesiges Zimmer braucht, das geheizt werden muss.

Nun sieht man bei dem Jungen aber auch immer wieder andere Mitglieder von FfF und bei denen frage ich mich schon, ob das nicht eher Lifestyle ist. Da sind z.B. Jugendliche, die auf Demonstrationen musizieren und sich bejubeln lassen, aber die teuersten Marken-Kleider tragen. Einer von den Jugendlichen, die dort immer wieder zu sehen sind hat wahrscheinlich mindestens vier verschiedene Daunen-Jacken mit Echt-Pelz von angesagten Marken. Da fängt anscheinend der Umweltschutz nicht bei ihm persönlich an. Und eine Sängerin lief tatsächlich mit einem Pelz-Mantel rum.

Ich hab nichts dagegen, dass jemand gerne Jacken kauft. Ich selbst hab auch viele Jacken. Aber ich lass mich auch nicht als Klima-Botschafter abfeiern.

Der besagte Junge, dem ich folge, trug seine normalen, bescheidenen Kleider, die er oft trägt. Ihm kaufe ich die Ernsthaftigkeit wirklich ab. Bei den anderen Musikern denke ich eher, dass die im Mittelpunkt stehen wollen und Effekthascherei betreiben. Da ist FfF ein cooler Lifestyle, aber kein ernsthaftes Engagement.

Wie seht ihr das alles?

PS. Ich möchte keine beleidigenden, hetzerischen Antworten.

Umweltschutz, Verhalten, Jugendliche, Klimawandel, klimaschutz, Gesellschaft, Fridays For Future
Wie kann man gegen auf diese Aussage von Fridays for Future (FFF) und Grünen Gegner am besten antworten?

Heute war ja eine große FFF-Demo in Frankfurt, wo es darum ging gegen die Banken zu demonstrieren die große Industrieprojekte finanzieren die maßgeblich für einen hohen CO2 verbrauch verantwortlich sind.

Wie häufig war die Reaktion in den Sozialen Medien oft sehr negativ von einigen Menschen.

Hauptargument war eigentlich immer dass die Demonstranten erstmal selber ihr Lebensstil ändern müssen bevor sie Forderungen aufstellen.

Ich finde so eine Aussage so hirnlos dass es einem schwer fällt darauf prompt zu antworten.

Erstens bin ich mir sicher dass ein großer Anteil durch den Verzicht auf Autos und Fleisch viel dazu beitragen und dass der durchschnittliche jungeGrüne auch nicht so konsumgeil ist wie andere jugendliche im selben alter.

Zweitens WAS HAT ES MIT DEM EIGENTLICHEN THEMA ZU TUN ?? wie Welt befindet sich in einer großen Klimakrise welches sich in Jahrzehnten zu einer Katastrophe entwickeln kann. Das es wissenschaftlich unumstritten ist und es keine zweifel für den anthropogenen Klimawandel gibt braucht ich nicht näher erläutern.

Aber warum werden diese Demos so negativ von vielen bewertet ?

Meine Theorie ist es dass die Angst vor gesetzlichen Veränderungen so groß ist dass man das Thema damit verharmlost dass man lieber auf den vermeintlich hohen CO2 Fußabdruck von jugendlichen und Demonstranten eingehen will um die Problematik ins lächerliche zu ziehen.

Wie seht ihr es ?

Politik, Klimawandel, Philosophie und Gesellschaft, Fridays For Future
Was ist die Alternative zum Kapitalismus, wenn wir mehr Klimaschutz wollen?

Die FAZ berichtet:

Fridays for Future trägt beim „zentralen Klimastreik“ in Frankfurt den Klimaprotest dorthin, wo er nach Meinung der Bewegung hingehört: vor die Tür der deutschen Banken. [...] Die Kritik richtete sich [...] gegen das kapitalistische Wirtschaftssystem [..], das nach Ansicht vieler Teilnehmer für die weltweite Krise verantwortlich ist. „ Das Überleben der Menschheit hängt von der Zerstörung des Kapitalismus ab“, sagte eine Rednerin. [...] Als Organisationen sind außer Fridays vor Future unter anderem Greenpeace. Seebrücke, Ende Gelände und die Verdi-Jugend vertreten. Auch Linksradikale sind dabei, zum Beispiel die kommunistische Freie Deutsche Jugend (FDJ). Auf ihrem Plakat steht: „ Mit kapitalistischer Produktionsweise gibt es keinen Umweltschutz.“ [...] Eine Rednerin vom zapatistischen Ya-Basta-Netz äußert sich ebenfalls radikal. Sie stellt den Klimawandel in einen Zusammenhang mit Genoziden und anderen Verbrechen. „Verantwortlich für diese Schmerzen ist ein System – der Kapitalismus.“

Der Kapitalismus ist laut der Redner brand gefährlich, wenn Vergleiche zu Genoziden gezogen werden. Die Meinung vertritt nicht jedermann.

Inwieweit ist der Kapitalismus schuld am Klimawandel? Was ist die klimagerechte Alternative zum genozidalen Kapitalismus?

Es gibt eine Alternative zum Kapitalismus, nämlich 54%
Es gibt keine Alternative zum Kapitalismus 27%
Wir brauchen eine Mischung aus Kapitalismus und ... 19%
Politik, Klimawandel, kapitalismus, Ethik und Moral, Philosophie und Gesellschaft, Wirtschaft und Finanzen, Fridays For Future

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