Ist es normal, dass meine Trauer um meine verstorbene Schwester nicht einfach verschwindet?

Guten Morgen,

im Jahr 2019 hat sich meine Schwester leider nach ihrer Selbsteinweisung in eine Psychiatrie mit einem Sprung von einem Parkhaus ihr Leben genommen. Sie hat also Suizid begangen.

Hinterlassen hat sie natürlich mehrere trauernde Angehörige (so auch mich selbst, ihren jüngeren Bruder), rätselnde und trauernde Kollegen und Freude, als auch Haustiere (Hunde).

Was sie jedoch leider nicht hinterlassen hat, ist ein Abschiedsbrief, der hätte eine Erklärung für ihren Entschluss darstellen können. Das macht es mir auch so schwer, darüber "hinweg zu kommen", falls so etwas überhaupt möglich ist.

Mir ist nicht viel über die genauen Umstände bekannt, jedoch weiß ich, dass keine Krankheit wie Krebs oder Kreislaufleiden im Spiel gewesen sein sollen, aber eine Paranoia soll wohl vorgelegen haben. Im Vorfeld ist sowohl meiner Familie, als auch den Kollegen und Freunden und auch mir davon nichts aufgefallen, was darauf hätte schließen lassen.

Im Nachhinein machte ich eine Psychotherapie, die mir diesbezüglich jedoch leider nicht wirklich helfen konnte. In meiner Familie sprechen wir irgendwie nicht über dieses Thema, auch die Art und Weise, wie es zu dem Tod meiner Schwester gekommen ist, ist ja auch in der Gesellschaft eher ein Tabuthema und auch nicht angenehm anzusprechen.

Daher frage ich mal hier im Forum nach, ob es normal ist, dass meine Trauer um meine Schwester nicht von alleine einfach so verschwindet. Wird das überhaupt möglich sein? Ich meine, es ist nun schon etwa 2 Jahre her. Ist es dann noch normal, an meine Schwester zu denken?

Vielen Dank für alle sensiblen und sachlichen Antworten, gerne auch ausführlich, es fällt mir nicht leicht, über dieses Thema überhaupt zu reden oder zu schreiben.

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Habt ihr euch schon mal Gedanken über eure Beerdigung gemacht?

Vorneweg mir geht’s gut. Alles bestens aber ich wollte mir einfach mal präventiv Gedanken darüber machen.

Wie stellt ihr euch eure Beerdigung vor?
Soll sie so sein wie jede andere auch, soll sie etwas besonderes sein, soll sie besonders witzig sein?

Wo und wie wollt ihr beerdigt werden?
Wollt ihr in einen Sarg, oder eine Urne, oder wollt ihr eine Seebestattung oder, dass eure Asche irgendwo verstreut wird, oder gar einen Tree of Life, oder irgendwas anderes?

Mir persönlich ist es eigentlich egal wie ich schlussendlich beerdigt werde. Für mich tut es auch so günstig als möglich. Was ich allerdings will ist eine mega fetzige Beerdigung/Trauerfeier. Ich will, dass alle in bunten Klamotten kommen, dass für Cocktails gesorgt ist und es eim gutes Essen gibt. Zum Beispiel einen Smoker mit einem tollen pulled pork darauf oder gar ein Spanferkel. Laute Musik soll es dazu geben.

Ich finde es persönlich unmöglich selbst mit dem Tod noch Geld verdienen zu wollen. Für die Feier an für sich okay, es soll ein Fest der Freude sein. Man will/soll doch in guter Erinnerung bleiben.. Der Trend alles ruhig ist und in Trauer zu sein, alle schwarz finde ich sehr ungemütlich und bedrückend. Ich mein.. Life goes on. Ein Paar Tage später kann man doch auch wieder lachen. Es ist doch schön, dann lieber in guter Erinnerung zu leben. Oder?

Ist es überhaupt möglich bzw. Erlaubt eine mehr oder weniger „Beerdigungsparty“ zu gestalten?

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Ich weiß nicht mehr weiter..?

hey, ich bin w/15 und total verzweifelt. Seit mein Dad vor 3 Jahren gestorben ist, hat sich so viel geändert und bei mir läuft gerade in der Familie alles den Bach runter. Es gibt nur noch Streit, meine Mutter schreit mich an, es ist immer eine doofe Stimmung und mein Bruder bekommt gar nichts mehr auf die Reihe, wird den Abschluss nicht schaffen und zieht sich immer mehr zurück. Es tut mir einfach weh zu sehen, was aus meiner damals zufriedenen Familie geworden ist und auch ich fühle mich immer einsamer.

Ich gehe bereits zu einer Schulpsychologin, habe aber das Gefühl, dass sie meine Probleme immer nur schön reden will, obwohl es mich immer mehr Schlaf kostet. Da mein Bruder nichts schafft, will wenigstens ich meine Mama stolz machen, damit sie vielleicht mal bemerkt, dass es mich auch noch gibt, aber wenn ich nur in Scheiße stecke, kann ich eben in der Schule nicht die Leistungen bringen, die ich mir wünsche.

Obwohl ich mich echt anstrenge, werde ich immer nur als "faul" abgestempelt und keiner interessiert sich für mich. Alle denken, nur, weil mein Dad vor 3 jahren gestorben ist, dass ich darüber hinweg bin, aber es wird einfach nur noch schlimmer.

Könnt ihr mir Rat geben? Seid bitte nicht so grob, ich bin momentan am Ende...

Danke im Voraus! LG josie

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Trotz kein Kontakt zu Vater auf die Beerdigung gehen?

Hallo,

ich möchte gern wissen wie ihr zu den Thema steht.

Wenn man zu einem sehr nahen Familienteil (nicht ohne Grund) über Jahre hinweg keinerlei Kontakt und keinen emotionalen Bezug mehr hat und nicht mal die eigenen Kinder diesen kennen, würdet ihr hingehen?

Mein Mann und ich sehen das sehr unterschiedlich. Er meint der Anstand schreibt uns allen vor das man hingeht, einen Strauß mit mit persönlicher Schleife abgibt und sich als leibliches Kind mit in die Schlange stellt und sich Beileidserklärung aussprechen lässt.

Mir dagegen kommt das geheuchelt vor. In unserem Falle bin ich meinen Vater so egal wie er mir. Und das ist mittlerweile gut so und eine bessere Emotion als im Gegensatz vor gut 20 Jahren. Fast den gleichen Zeitraum hatten wir keinen Kontakt.

Warum also die 400km fahren und so tun als trauert man, wenn das doch gar nicht der Fall ist. Mir kommt das nicht anständig sondern eher unanständig und falsch vor. Und dann auch noch die Blumen mit Grüßen von mir und den Enkeln die er nicht Mal kannte... Oder Beileidserklärung entgegen nehmen... Anderseits ist aber auch unhöflich für die echt trauernden dann zu sagen das man diese nicht will. Wie käme man dann darum, in diese blöde Reihe gezerrt zu werden?

Was denkt ihr? Vlt ist einer von euch in einer ähnlichen Situation gewesen, wie habt ihr sie gelöst?

Vielen Dank für eure Antworten.

Familie, Tod, Beerdigung, Benehmen, Liebe und Beziehung

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