Hallo liebe Chemiker,
ich habe leider eine ziemlich große „Wissenslücke“ bzw. Verständnisfrage bezüglich Konfigurationsisomerie, die ich endlich einmal klären wollte!
Es fällt mir sehr schwer, ohne die Keilstrichformeln zweier Moleküle darüber urteilen zu können, ob es sich bei ihnen um Stereoisomere handelt, oder nicht. Betrachten wir das klassische Beispiel von D und L-Glucose in der Fischer-Projektion:
Die Stellung aller Wasserstoff-Atome und Hydroxy-Gruppen sind vertauscht und gespiegelt, weshalb es sich um ein Enantiomer handeln soll (Moleküle sind nicht deckungsgleich). Jedoch wird mir nicht klar, weshalb das Ändern der Position der Substitutenten in der Darstellung die Struktur des Moleküls verändern, da solche Formeln ja lediglich eine Momentaufnahme des Teilchens darstellen?
Ein simples Beispiel, von dem ich diese Schlussfolgerung ableite…:
Beides dieser Moleküle sind Ethanol-Moleküle mit einer Hydroxy-Funktion. Sie unterscheiden sich nicht in ihrer Struktur und können daher nicht als Konfigurationsisomere bezeichnet werden.
Nun sehe ich aber keinen wirklichen Unterschied zur obigen Glucose-Situation, welche im Gegensatz einen Fall von Isomerie darstellt? Ab wann entscheide ich, dass es sich um Konfigurationsisomere handelt, und wie ist das auf Teilchenebene mit der „Drehbarkeit“ von Bindungen zu erklären?
Wenn ich diese Frage endgültig klären könnte, wäre ich unendlich dankbar! Vielen Dank im Voraus!!!