Läßt sich der Plan mit den Elektroautos überhaupt verwirklichen?

42 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wenn man ein Auto baut, braucht es immer Rohstoffe. Und die gehen etwas über den Kruppstahl hinaus. Metalle der seltenen Erden aus Krisengebieten und Ländern, die Menschenrechte verletzen, werden in JEDEM, wirklich JEDEM Auto verbaut, das LEDs, Katalysatoren, Displays, Rußpartikelfilter, Glasscheiben, Elektromotoren oder Generatoren besitzt.

Dazu kommen pro Auto mehr als einhundert Kilogramm Verkleidungsteile und Dämmstoffe, die teils direkt auf die Karosserie aufgespritzt werden. Kilometerweise Kabel, alle schön mit PVC isoliert, schlängeln sich durchs ganze Auto.

Un das bei E-Autos wie auch bei Verbrennern. Bei E-Autos besteht der wesentliche Unterschied nur darin, dass anstelle des Verbrennungsmotors samt Abgasstrang ein E-Motor inklusive Akku verbaut ist. Mal abseits davon, dass man damit schonmal den jährlichen Ölwechsel einspart, der größte Teil eines Akkus besteht aus ALuminium und Kupfer, die sich recht unproblematisch recyclen lassen.

Das viel kritisierte Lithium macht bei einem Akku in einem E-Auto 10 bis 20kg aus. Lithium kommt in der Erdkruste etwa 12 mal häufiger als Blei vor, welches zb. in Starterakkus in Autos verbaut wird. Die haben einen Bleianteil von etwa 60%, bei einer 14kg schweren Batterie, macht etwa 8,4 kg. WIe Blei abgebaut wird, willst du gar nicht wissen (die Top 10 Liste der schmutzigsten Orte der Welt (Pure Earth-Liste) beinahltet allein 4 Orte, bei denen Blei einer der Hauptursachen ist). Soviel zum Thema Rohstoffe.

Beim Thema Cobalt sinkt der Anteil im Akku immer weiter, viele HErsteller setzen schon seit längerm Auf Lithium-Eisenphosphat Akkus, die gar kein Cobalt beinhalten, Alternativen wie zb. Zebra-Batterien, die praktisch nur noch aus "Allerweltsmetallen" bestehen, sind schon länger verfügbar, an alternativen Akkutechnologienw ird schon länger geforscht.

Zur Produktion einer kWh Li-Ion Akkus (vom Moment, in dem es im Boden steckt bis zum fertigen ENdprodukt) werden zumindest bei Zellen von LG etwa 140 kg CO² ausgestoßen (Lg hat umweltfreundlichere Produktionsverfahren, der Schnitt kann bei anderen Herstellern etwa 30 bis 40kg höher ausfallen, bei Tesla dürfte er durch den hohen ANteil erneuerbarer Energien in der Fertigung geringer sein, dazu gibt es jedoch keine Zahlen). Diese LG-Zellen werden ua. im Ford Focus Electric verbaut, dessen 24 kWh starker Akku somit einen CO² Abdruck von knapp 3,4 Tonnen hat. Wenn ich das umrechne auf den Focus als 1.0 Ecoboost, der 110 Gramm CO² AUsstoß hat, müsste der Elektro-Focus etwa 31.000km fahren, bis er den CO² Rucksack des Akkus kompensiert hat, was eine mehr als realistische Fahrweise ist (CO²-neutraler Strom vorausgesetzt, nach deutschem Strommix von 474g CO² je 100km und 15kWh Verbrauch auf 100km vergrößert sich die Strecke auf ca. 87.000km, auch das ist weiterhin im Bereich des Machbaren).

Vorteile, die gezogen werden, weil Verbrennerkomponenten komplett wegfallen (ua. verschiedene Legierungen, der Abgasstrang mit Katalysator und FIlter, jährliche Ölwechsel usw.) sind hier noch gar nicht mit einberechnet. Ebensowenig die Tatsache, dass ein Akku, der für E-Auto-Verhältnisse als "verschlissen" gilt, eine Kapazität von immer noch 70 bis 80% aufweist und weiterverwendet werden kann als stationärer Stromspeicher.

Wo die Energie herkommen soll? Hat man sich beim Benzin in den frühen Jahren des Automobils ebenso gefragt, als es dieses in Form von Waschbenzin nur in Glasflaschen aus der Apotheke gab. Faktisch kann man sich hier aber gleich einen Nachteil von erneuerbaren Energien zunutze machen, nämlich dem der Stromspeicherung. E-Autos werden tagsüber auf der Arbeit geladen und nehmen damit Stromüberschüsse auf, die man zb. durch SOlar- und WIndenergie erwirtschaften kann, wenn man es länderübergreifend erweitern wöllte, könnte man sich den Strom auch gleich aus Norwegen kommen lassen und sich dafür dort finanziell an Wasserkraftwerken beteiligen. Offshore-Windenergie ermöglicht eine ganzjährig relativ gleichmäßige Energiegewinnung, und wenn sich manch süddeutscher Minister nicht gegen den Ausbau der entsprechenden Stromtrassen wehren würde, wären wir auch schon deutlich weiter damit.

Auch hier lassen wir die Wunder alternativer Energiespeicherung wie zb. in Form von Wasserstoff mal außer Acht.

Wer bei WIrkungsgraden des E-Autos von schlimmstenfalls 70%, realistisch jedoch eher um die 80-90% und genau einem beweglichen Teil noch langfristig an Verbrennerautos festhalten will, die hunderte bewegliche Teile im Antrieb haben und deren Motor es im besten Fall auf 40%, im Stadtverkehr aber schnell mal auf nur 5% Wirkungsgrad bringt, der hat den Schuss noch nicht gehört.

Lanthanoiden und Menschenrechte verletzen - eine sagenhafte Verquickung; Marktwirtschaft, Politik und Moral.

Da betrachte ich mein Heimatland in den Zeitbereichen ab 1933 bis jetzt.

Deutsche Moralapostel verlieren den technologischen Vorsprung seit 1960. Und nicht sehr klug ist es, im Ruhrgebiet die Öfen abzubauen, dann den (Edel)Stahl aus der VRC über den Seeweg zu importieren, und domestic kräftig über Luftverschmutzung und Resourcenverschwendung in diesem Land zu lamentieren.

Kaufen Sie Kleidung bei Adler oder bei Hugo Boss?

Der eine lässt Kinder unter nicht in D zumutbaren Zuständen nähen, der andere hat Uniformen für die SS geschneidert.

Immer den Ball flach halten.

Gruß aus 重慶

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@Pauli010

Naja, das mit den SS-Uniformen kann man wohl nicht mehr als Argument verwenden. Sonst wären viele Millionen von heute lebenden Deutschen immer noch gebrandmarkt, weil ein Großvater oder Großonkel Nazi war.

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@rumar

Wer behauptet, dass Millionen Deutsche Nazis waren? Und bleiben wir beim Thema.

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@rumar

Es werden alle Deutschen gebrandmarkt auch wenn kein Großvater/onkel oder wer auch immer in der Familie Nazi war.

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@Pauli010

Es gab über 7 Millionen NSDAP-Mitglieder. Und die Anzahl ihrer heute lebenden Nachkommen ist bestimmt größer als diese Zahl.

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@rumar

Und was haben die Nachkommen mit der Parteizugehörigkeit ihrer Eltern zu tun?

Nur ein Beispiel:

Der Sohn von Erwin Rommel, Manfred Rommel - damals 14 - war CDU-Mitglied und langjähriger OB von Stuttgart.

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@Pauli010

Und was haben die Nachkommen mit der Parteizugehörigkeit ihrer Eltern zu tun?

Na eben. Aber du hast doch das Thema "Hugo Boss" hier reingebracht, oder ? Ob jene Firma noch von dessen Nachkommen geleitet wird, weiß ich auch gar nicht.

Manfred Rommel schätze ich übrigens sehr.

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@rumar

Das war ein Beispiel.

Und der Firmenname Hugo Boss ist belastet, ebenso wie BASF etc. etc.

Da stehen noch Klagen an und Entschädigungszahlungen aus.

Und jetzt reichts mit diesem Nebenthema.

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Sehr guter Beitrag

Aber Einwand bei der Dämmung

Denn ein E-Motor muss nicht so gedämmt werden, da er eh kaum zu hören ist

Was natürlich auch ein Pluspunkt für die Städte wäre, die ja mit Straßenlärm viele Probleme haben

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Toller Text. Aber das rumgehacke auf den Blei-Akkumulatoren ist so was von konstruiert, es geht gar nicht mehr schlimmer. Bleiakkumulatoren sind zum einen kein Muss in verbrennungsautos, zum anderen ist deren Kapazität und dadurch auch Menge an notwendigen Rohstoffen nur ein winziger Teil esines Lithium-Akkumulators. Man strickt sich halt das Bild, so wie man es für die eigene unmaßgebliche Meinung benötigt.

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@Minihawk

Ist es nicht. Das Lithium im Lithium-Akku kommt in Form einer Beschichtung der positiven Elektrode vor, im Bleiakku hingegen werden massive Bleiplatten eingesetzt, die durch ihre Größe und hohe Dichte entsprechend auch den Großteil der Masse ausmachen

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@SpitfireMKIIFan

Trotzdem Schwachsinn! Jeder Elektroautofahrer hat ein Zippo bei sich mit Benzin! Also genau so schlimm wie Verbrenner fahren. Das ist so Deien ARt, zwei Akkumulatoren mit völlig abstrus voneinander unterschiedlichen Kapazitäten zu unterscheiden. Das ist die sogenannte rosa Brille, die Elektroauto-Jünger immer aufsetzen.

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@Minihawk

Du scheinst meinen Ansatz gar nicht so richtig verstanden zu haben: Sowohl Bleiakkus als auch Lithium-Ionen Akkus beinhalten umweltgefärdende Stoffe. im Bleiakku liegen diese aber in erheblich höherer Konzentration vor.

Du hättest an dieser Stelle natürlich mal anmerken können, dass auch E-Autos nicht ohne eine 12V Hilfsbatterie auskommen können, und die meistens auch ein (wenn auch sehr kleiner) Bleiakku ist ;) Das Detail habe ich in meiner Argumentation unbeabsichtigt etwas außen vorgelassen ...

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@Minihawk

Des Blei in den Bleiakkus wird wenigstens recycelt.

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Danke für die wichtigen Informationen! Aber warum betrachtest Du ausgerechnet Kobalt als Feind?? (Andere Schwermetalle sind meiner Meinung nach viel kritischer zu sehen!): Ein Kobalt-Atom sitzt mitten im Porphyrin-Ring von Vitamin B12, das für uns Menschen EXTREM wichtig ist, da es unser Körper nicht selbst herstellen kann - und Pflanzen übrigens auch nicht, deshalb müssen Veganer sehr darauf aufpassen, dass sie genügend Vitamin B12 aufnehmen. Alles Vitamin B12 scheint von Bakterien hergestellt worden zu sein, und die brauchen dazu natürlich Kobalt, das jedoch (noch) sehr selten in der Biosphäre vorkommt. Vielleicht ist es für Veganer daher sehr günstig, wenn mehr Kobalt in die Bio-Sphäre verbracht wird!?

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@gruenefeder

Auch nicht-Veganer brauchen B12. Ich kann das was du geschrieben hast nicht ganz nachvollziehen, aber es würde für alle von Vorteil sein.

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Wow! Respekt an die Antwort, so viel interessante und vor allem KORREKTE(soweit ich das beurteilen kann😅) Infos in einer einzigen Antwort! So viel Perfektion schaffen manche in ihrem ganzen Profil nicht

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"hat den Schuss noch nicht gehört":


Ich denke, es gibt mehrere Betrachtungsweisen, als den reinen Wirkungsgrad der Motoren, der zweifelsohne zugunsten eines Elektromotrs ausgehen würde.

Wenn es uns gelingt, vom Verbrennerkonzept weg zu kommen, hin zu umweltfreundlicheren (Nicht Umweltfreundlichen !!!) Antriebstechnologien.

Aber so Dinge lassen sich eben nicht mal innerhalb von einem Jahrezehnt wuppen.

Hinzu kommen noch andere Probleme im Bereich Schifffahrt, Luftfahrt, Güterverkehr auf der Straße mittels LKW.

Soll mir keine sagen, daß Teslas Semi ein großer Wurf ist, denn abgesehen von der Reichweite muß man im Güterverkehr auch die Nutzlast mit einbeziehen.

Im übrigen hat mir Deine Antwort auf die gestellte Frage recht gut gefallen.

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Die Angabe, dass Li in der Erdkruste 12x häufiger als Blei vorkommt, ist zwar korrekt, aber für die Fragestellung bedeutungslos. Es kommt nämlich auf den Grad der Anreicherung und die Zugänglichkeit des Elements in der Erdkruste an - und die ist bei den beiden Elementen sehr verschieden! Während Blei häufig in Erzlagerstätten angereichert vorkommt (in der Regel im Galenit, PbS), ist das bei Lithium so gut wie nie der Fall. Für dessen Gewinnung müssen (so v.a. im Norden Argentiniens und Chiles sowie in Bolivien) riesige Mengen an oberflächennahen Verwitterungsprodukten (Salzen) abgebaggert werden, außerdem werden große Wassermengen benötigt; ich habe selbst -beruflich bedingt- gravierende Umweltschäden in Bolivien und Chile gesehen. Allgemein betrachtet sind die Elemente der "Seltenen Erden" (meist) geochemisch überhaupt nicht "selten" - aber eben selten angereichert. So stellen die 10 häufigsten Elemente (O, Si, Al, Fe, Ca, Na, K, Mg, H und Ti) bereits über 99 Gewichtsprozent der Erdkruste, alle anderen (darunter C !) weniger als 1 %. Rubidium und Strontium z.B. sind viel häufiger als z.B. Zink, Kupfer oder Zinn; Wismut, Silber und Antimon z.B. sehr viel seltener als z.B. Yttrium, Cer oder Lanthan, welche als "selten" gelten.

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ich finde auch, dass man das Neodym- und Dysprosium-Problem nicht unterschätzen darf.

Vorweg, ich bin der Meinung, dass die Brennstoffzelle zur Zeit am vielversprechendsten aussieht. Auto mit Verbrennungsmotor haben im Moment noch einen großen Vorteil. Ihre Herstellung ist umweltfreundlicher, was hauptsächlich an der Akkutechnik und den verbauten Elektromotoren liegt. Da müssen Alternativen gefunden werden.

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@flauski

Die Alternative wird Asynchronmaschine genannt und treibt ua. den Tesla Roadster an.

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ja ist ja kein wunder, dass die E-Autos nen schlechteren Wirkungsgrad haben, da finden ja viel weniger Umwandlungen statt, da müsste halt auch eigentlich der Wirkungsgrad der jeweiligen Stromproduzenten mit rein....

Außerdem sind moderne Benziner und Diesel beim Wirkungsgrad zw 50 und 55% mit viel mehr Umwandlungen zwischen den Energieformen, die man beim Stromer auch mit einbeziehen müsste!

Ich werde auch solange kein E-Auto kaufen bis die nicht zumindest mal die 600Km Strecke im Alltag(!) schaffen, d.h. auch im Winter mit Standheizung oder im Sommer mit Klima.

Bei den meisten E-Autos sind die Akkus auch teilweise so "schlecht" verbaut, dass die bei schnellerer Fahrt ~160km/h sehr warm werden und als Schutzmaßnahme den Motor drosseln. Solange das der Fall ist werde ich NICHT umsteigen!

Da sehe ich eh mehr Potenzial in den Wasserstoffautos, da kann man genauso den überproduzierten Strom der erneuerbaren Energien nehmen um Wasserstoff aus Wasser zu spalten. Zumindest bis effizientere verfahren, ohne Erdöl, gefunden werden.

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@peddahpanh

Schlechterer Wirkungsgrad? What? 90% Tank-to-wheel über einen großen Lastbereich, 70% im Teillastbetrieb.

50% Wirkungsgrad erreichen bestenfalls riesige Schiffsdiesel, bei PKW-Dieseln liegt der Wirkungsgrad im optimalen Lastbereich bei ca. 45%, bei Benzinern bis 40%. Im Teillastbetrieb schnell auch mal nur 5%. Verluste im Getriebe nicht mit eingerechnet.

Und sowohl beim E-Auto als auch beim Verbrenner gibt es für den Antrieb nur eine Energieumformung. Chemische Energie in Kinetische beim Verbrenner, elektrische in kinetische Energie im E-Auto. Plus Thermische Energie als unerwünschtes Nebenprodukt.

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Alles ganz nett, aber genauso wie man mit Blei-Akkus ein E-Auto bauen kann,

kann man mit Lithiumionen-Akku´s einen Akku für Verbrenner bauen - also das

Argument ist daneben - hat eher was mit Kosten beim Verbrenner (der braucht

nicht soviel Akku-Power...) und Gewicht/Leistung beim E-Auto zu tun.

Zumal man keinen Vorteil sehen würde für einen Lithium-Akku im Verbrenner - braucht eigenen Klimakreislauf - ein Bleiakku ist da "Pflegeleichter" - und übrigens auch lange nicht so "Brandgefährlich". Seltene Erden sind übrigens vielleicht häufiger wie Blei, aber für 10 Kg müssen schon Tonnen Erdreich ausgehoben werden... Da redest dir das schon einig schön. Zumal diese für Computer, Handy... ebenso benötigt werden. Ohne diese "Smarten" Steuerungen wird es ziemlich schnell "Dunkel". Zum Thema Wirkungsgrad: Eine Kurbelwelle im Verbrenner hat auch weit über 90 % Wirkungsgrad. Macht aber nicht das komplette Fzg. aus. Recht kurz gedacht von wegen wir schalten Kernkraft und Kohlekraft ab, bauen dafür paar Windräder (Vögel freuen sich), Solarparks ( Schön verbaut, die Landschaft...), Pumpenseen (haben wir überhaupt soviele Bergsee-geeignete Flächen?) und Biogasanlage (Wow! Wertvolles Akkerland für Genmais & co., damit dieser dann in einer Biogasanlage - was für einen Wirkungsgrad bekommen wir da dann eigentlich für den Verzicht von Nahrungsmittelnutzung zum wohle von "Grünem" Strom? Wechselspannung kann man nicht speichern. Und keiner weiß, wann wer wie laden tut. Also muß die entsprechende Vorhaltung entsprechend Großzügig sein (derzeit 86 Gigawatt im Schnitt). Das klingt ja ganz nett mit ich fahr zur Arbeit und lade, während ich arbeite. Gilt aber wohl eher nur für Normalzeit und Früharbeiter bzw. Nachtschichtler. Urlauber, Spätschichtler usw. wohl eher nicht so. Und dann wäre da noch das Vorhandensein von Parkplätzen mit Lademöglichkeit. Bei 10 Mitarbeitern, wenn der Chef es gut meint und genug Förderung bekommt mag das Invest ok sein. Wie sieht es bei einem Parkhaus für 5000 Fzg.e aus? Am besten abreißen und neubauen, denke ich mal, weil da Kabel für die Gigawatt auf die Decks nach zu ziehen wird vermutlich eine Herkulesaufgabe werden - Statisch, Finanziell und unter Sicherheitsaspekten... Aber mal will ja nicht nur den Verkehr auf Strom großflächig umstellen, sondern auch die Haushalte usw. Und lustig finde ich auch, dass man sich bei manchem Autohersteller Gedanken machte, dass man seinen Kunden nicht zumuten kann, dass er während dem Tanken AD Blue noch dazu tanken muß, aber wir denken, dass die selben Kunden Ihre "Ladegewohnheiten" an das Vorhandensein von Überkapazitäten an Strom anpaßen… Ob Sie das wohl tun? Oder wird es, sobald genug umgestellt haben, dass Modell umgesetzt wird, daß bei mir im Hinterkopf rum "spukt"? Premium-Ladeservice nenn ich es mal. Du bezahlst einen "netten" Aufschlag, dafür ist deine Ladesäule um die und die Zeit für dich reserviert und/oder entsprechende KW-Ladeleistung. Z.B. 150 KW =5-facher KW-Preis, Ladesäulenreservierung 15 Euro Aufschlag... Der Geschäftsmann kann es ja absetzen - du stehst dann halt in der Schlange und wartest die 2 h, bis die vor dir...

Da ist das nächste Problem: Selbst die Schnellladung stoppt ein Fzg. für 20 min. (abgesehen davon, dass die Akkus in gewissem Maße "tolerieren", aber keinesfalls "mögen"...) die Ladesäule. Schonmal im Urlaub auf der Autobahn unterwegs gewesen? Teilweise stehen die LKW´s bis auf dem Standstreifen raus, weil kein Platz ist. Seit Jahrzehnten haben wir das Problem nicht gelöst. Und nun kommen noch die PKW´s, die keine 700-1300 Km mit einer Tankfüllung schaffen, sondern nur noch in der Top Konfiguration unter Optimalen Bedingungen 400 Km beziehungsweise knapp darüber - können sich die wenigsten aber leisten... - und stehen alle 300-400 Km für 20 min. an den Ladesäulen. Wie groß sollen den die Stellflächen an den Autobahnen sein um das zu "kompensieren"?

Letztlich wird es darauf hinaus laufen, dass wir abhängig von unseren Nachbarn werden - Sie müssen unsere Spitzen mit in Ihr Netz "wegpuffern" und uns liefern, wenn wir brauchen. Liefern ist kein Problem - da kassieren Sie. Ob die Polen, wenn der Streit um Reparationszahlungen weiter eskaliert, unsere Überkapazitäten abnehmen? Oder wenn Paris und Berlin sich im Umgang mit... nicht einig sind? Oder oder oder...!

Das einzige, was "steuerbar" an erneuerbaren Energien ist, sind Wasserkraft (angesichts Dürren und Hochwasser aber nur "begrenzt") und Biomasse.

Interessantes Experiment. Mal sehen, wann es jedem klar wird, was das letztlich für ALLE bedeuten wird. Grün rufen und weiter wie bisher wird nämlich so nicht funktionieren... Mal sehen, wann der "Groschen" fällt... Da sehe ich z.b. das Bindeglied Wasserstoff und Gas. E-Mobil ist Super! In der Stadt, aber auf Strecke - viel Spaß, wenn die erste Mio. rein Elektrisch unterwegs ist (keine Hybrid, die noch mitgerechnet werden...)!

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@Digibike
Seltene Erden sind übrigens vielleicht häufiger wie Blei, aber für 10 Kg müssen schon Tonnen Erdreich ausgehoben werden

Lithium ist kein Metall der seltenen Erden.

Eine Kurbelwelle im Verbrenner hat auch weit über 90 % Wirkungsgrad. Macht aber nicht das komplette Fzg. aus.

Behauptet auch keiner. Wenn aber ein Vergleich daneben ist, dann der.

Wind und Sonnenenergie haben den enormen Vorteil, dass sie kostenlos und praktisch unbegrenzt zur Verfügung stehen. Kohle nicht.

wird vermutlich eine Herkulesaufgabe werden - Statisch, Finanziell und unter Sicherheitsaspekten

Genauso, wie man es im Jahre 1900 für eine Herkulesaufgabe gehalten hätte, die 128 Mio. Liter Benzin und Diesel TÄGLICH für den Verbrauch deutscher PKW bereitzustellen. Nachdem tausende Tankstellen, Raffinierien und Förderanlagen gebaut wurden, hats dann doch geklappt. Strom produzieren wir schon länger, die Problematik besteht bisher, wie du schon richtig angemerkt hast, vor allem in der effizienten Speicherung überschüssiger Energie. Wobei an Technologien wie Power-to-Gas uä. bereits geforscht wird. Würde man erneuerbare Energien jetzt auch genauso aggressiv bauen, wie es Politiker schon seit Jahren fordern, wären wir jetzt auch schon erheblich weiter...

die selben Kunden Ihre "Ladegewohnheiten" an das Vorhandensein von Überkapazitäten an Strom anpaßen

Genau darauf wirds aber hinauslaufen, wenn sich der Staat mal aufraffen würde, auch wirklich in großem Stil Ladesäulen überall zu errichten. Da Fahrzeuge den Großteil der Zeit ohnehin nur herumstehen, oft länger, als eine volle AKkuladung Zeit in Anspruch nehmen würde, kann man die LAdeleistung auch flexibel in Abhängigkeit vom Stromangebot regeln.

du stehst dann halt in der Schlange und wartest die 2 h, bis die vor dir...

Damit es dazu nicht kommt, braucht es überall Ladesäulen. Die "Stromtankstellen", die manche Komune baut und zu denen dann alle hinfahren sollen, sind ein idiotischer Ansatz. Das gesamte Konzept Tankstelle wird mit der E-Mobilität wohl aussterben.

Wie groß sollen den die Stellflächen an den Autobahnen sein um das zu "kompensieren"?

Mit neuen Akkutechniken steht eine Reichweitensteigerung um den Faktor 5 und mehr im Vergleich zu Li-Ionen Akkus im Raum, einhergehend mit immer weiterer Senkung der Akkupreise durch Massenproduktion. Die Zukunft könnte entsprechend so aussehen, dass man von München bis zur Ostsee nonstop hoch fährt. Einer konkurrenzlosen Reichweite sei dank.

Letztlich wird es darauf hinaus laufen, dass wir abhängig von unseren Nachbarn werden -

Was alles ANdere als eine dumme Idee ist. Norwegen zb. produziert Strom aus Wasserkraft in gigantischen Mengen. Eine staatenübergreifende Energieversorgung wäre bei dieser Thematik mehr als angebracht, wozu hat man denn eine europäische Union?

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„Wenn man Elektroautos baut, braucht man doch bestimmte Rohstoffe z.Bsp. für die Autobatterien und ….. Strom wird immer noch auch über Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke produziert“

Da sind also zwei verschiedene Abteilungen zu untersuchen. Die erste hat hier SpitfireMKIIFan ausgiebig bearbeitet. Die zweite wird allgemein mit vielen Missverständnissen und Vereinfachungen diskutiert. 

Ich übernehme hier einmal die verbreitete Rechnung, derzufolge bei Elektroautos im Produktionszyklus oft mehr Energie umgesetzt wird als im Verbrauchszyklus. Solange und soweit v.a. die Akku-Produktion keine Fortschritte macht, und das Elektroauto auch noch vorwiegend aus fossilen Rohstoffen und Kernenergie gespeist wird, ist somit das Elektro-Auto (unter Vernachlässigung der Kernenergie) ein deutlich größerer Klimakiller als das Verbrenner-Auto.

Zur zweiten Abteilung, der Energieversorgungs-Wirtschaft, schrieb ich hier vorgestern einen größeren Beitrag zur Frage https://www.gutefrage.net/frage/wie-dumm-sind-wir-strom-verbraucher-dass-wir-uns-alles-gefallen-lassen    

Darin machte ich auch eine Randbemerkung zur „Sauberwaschung des Elektroautos“ mit der „Schwedischen Stromwaschmaschine“. Dort verwies ich auch auf einen aktuellen Artikel im SPIEGEL (Nr. 37/19, S. 74), wo erfreuliche Entwicklungen zur Speichertechnik dargestellt werden, wenngleich nicht für den mobilen Einsatz.

In meinem o.g. Beitrag problematisierte ich die weit verbreitete optimistische Annahme, hierzulande läge der nachhaltige Anteil der Elektroenergieversorgung bei rund 40%. Die Berechnung ist komplex und schwer nachvollziehbar angesichts des europäischen Verbundsystems mit 14% Anteil an Windkraft und Fotovoltaik (s. o.g. Quelle), der Verlagerung von Atomkraftwerken über Staatsgrenzen, den diffusen Quellen der „Herkunftsbezeichnungen“ des Stromes und schließlich den makabren Umetikettierungen des Stromes („Stromwaschmaschinen“).

Es wird auch meistens vernachlässigt, dass im Vergleich zum Verbrennerauto, „Wheel to well“ gerechnet, mit dem Elektroauto angesichts der zahlreichen Energiewandlungen mit ihren spezifischen Verlusten, den Stromtransportverlusten sowie den üblichen winterlichen elektrischen Fahrkabinenheizungen (Hier ist keine beiläufige Abwärme nutzbar!) weitaus mehr Energie umgesetzt wird. Das wird beim Fahrzeug gewöhnlich verdrängt, beim Stehzeug dagegen, der elektrischen Wohnungsbeheizung, durchaus beachtet, wenngleich hier große Energiespeicher-Potentiale (z.B. wirtschaftliche sog. „Eisspeicher“) möglich sind ohne Transportverluste wie beim Fahrzeug.

Kurioserweise bemühte sich vor wenigen Jahren die EU-Kommission, ausgerechnet die Nachtspeicherheizungen (nicht die elektrischen Direktheizungen wohlgemerkt!) unter Strafe zu stellen. Damit wären die Energiespeicherheizungen soweit reduziert worden, dass man die Kapazitäten der regenerativen Energiequellen hätte reduzieren müssen. Bei der Politik darf man also wenig Sachverstand erwarten, die richtet sich bei ihrem Handeln schließlich am Sachverstand des Wählers aus.

Weiterhin werden bei der Elektroauto-Thematik für mich unverständlicherweise zwei Bereiche gar nicht öffentlich diskutiert:

Erstens ist es für die Klimaentwicklung und die für Schonung fossiler Ressourcen völlig irrelevant, ob die Schadstoffe über mobile Auspuffe oder stationäre Kraftwerksschlote emittiert werden, für die Gesundheit in Ballungsgebieten aber durchaus.

Soweit also wie hierzulande die Kraftwerksschlote in den Metropolen mit großer Verkehrsdichte stehen, ist für die Gesundheit nichts gewonnen. Zwar mögen einerseits die hohen Schlote den Unrat etwas weiter regional streuen als die Fahrzeuge im Ballungsgebiet. Aber auf der anderen Seite verbreiten die Verbrennerautos mit ihren Reichweiten die Emissionen weit in die provinziellen Landschaften, während bei den Elektroautos, wo immer sie auch verkehren, nur die zentralen Kraftwerksschlote dort rauchen, wo die Luft schon dick ist.   

Zweitens wird bei der diskutierten Bewertung des Elektroautos völlig der Entwicklungsstand der regionalen technischen Infrastruktur und der geografischen Gegebenheiten vernachlässigt.

Wo z.B. wie heute in China die Versorgungsstruktur noch weitgehend im Grundausbau ist, dort lassen sich zunächst noch vergleichsweise einfach die Kraftwerksschlote von den luftverpesteten Metropolen räumlich trennen.

Weiterhin verfügt China z.B am Jangtsefluss mit dem Dreischluchten-Wasserkraftwerk über eine installierte Leistung von 22 GW. Damit ließe sich ganz Österreich 2,6-fach versorgen. Das ermöglicht am Jangtsefluss die geologische Formation. Der gewaltige Stausee überflutet alte Kulturschätze und Kulturlandschaften und ist in dieser Größe für die erzielte Stromversorgung samt Speichervolumen zweifellos überflüssig. Dessen ungeachtet lassen sich aber damit im Radius von ca. 1000 km rechnerisch gleichzeitig 200_000 Elektro-Autos mit jeweils 110 KW völlig emissionsfrei versorgen. Bei angenommenen 80% Standzeiten reicht das für eine Million Fahrzeuge, das sind 83% des gesamten Berliner Fahrzeugbestandes. Leider hat uns die letzte Eiszeit in ihren Berliner Endmoränen nicht vorausschauend so eine energiewirtschaftlich vorteilhafte Formation gestaltet. 

Nach den derzeitigen Stand der Technik ja.

Während Eisenteile und Verbundwerkstoffe bei herkömmlichen Autos gut getrennt und fast zu 100 % recycelt werden können steckt das mit dem Batterien noch in den Kinderschuhen.

Deren Rohstoffe werden in Chile od in Afrika im Hagebau unter erhöhen Umweltschäden abgebaut , vor allen Wasser um die die Rohstoffe zu lösen.

Das Recycling der Batterien wird derzeit noch entwickelt.

Ein e Auto hat den Vorteil , dass es da wo es fährt Emissionsfrei fährt, aber der Strom muss erzeugt werden , bzw die Solarzellen , bzw Windräder müssen erzeugt und ausgestellt werden , die Aufwendige Infrastruktur, wie Hochspannungsleidungen damit es zu Hause an der Steckdose geladen werden kann.

Auch wirkt sich momentan noch negativ aus , dass solche Fahrzeuge das hohe Gewicht der Batterien mitschleppen müssen .

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