Warum werden Wasserstoffautos im Vergleich zu Elektroautos so wenig gefördert?

10 Antworten

Zunächst ist es faktisch falsch, daß H2-Autos weniger gefördert werden, da ein H2-Auto ebenso ein Elektroauto ist (H2 im Verbrenner ist eine technische Sackgasse und wird heir mal ignoriert), und denselben Förderhilfen offensteht

Dann ist es Unsinn, die Reaktionsprodukte des H2 ggü. den Emissionen von Kraftwerken zu stellen, da elementarer Wasserstoff ebenso erst erzeugt werden muss. Hier müsste sich erst eine vergleichbare Effizienz über die gesamte "Energiekette" einstellen, die derzeit nicht gegeben ist.

Als Drittes wirft Wasserstoff eben eine ganze Reihe außerordentlicher praktischer Probleme auf, da er zum Beispiel nur unter Extrembedingungen transportiert und gehalten werden kann; zur Versorgung größerer Mengen Menschen ein sehr spezielles Verteilernetz aufgebaut werden müsste. Ebenso ist der Umgang mit H2 nicht ungefährlich.

Als letztes führt es wieder zum Anfang - da H2-Autos ebenso Elektroautos sind und ebenso mindestens eine Kollektorbatterie haben, profitieren sie von jeder Weiterentwicklung der reinen Batterieautos automatisch mit.

Wasserstoff ist eben hinsichtlich Lagerung problematisch. Ebenso braucht man derzeit für die Produktion von diesem noch Unmengen an Strom, ähnlich wie für die Herstellung von Alluminium.

Elektroautos haben also derzeit gesehen mehr Zukunftspotential als Wasserstoffautos, im Endeffekt scheitert es hier allerdings an den Akkus.

Einen guten Ansatz zu diesem Thema liefert allerdings Audi mit dem EGas Projekt. In diesem wollen sie Wasserstoff mit CO2 aus der Luft zu Methan umsetzen. Das so erzeugte Methan wäre bei der Verbrennung komplett CO2 neutral (Stromerzeugung nicht mitgerechnet). Der Vorteil von dem Verfahren ist, dass Methan um einiges leichter lagerbar und transportierbar ist als Wasserstoff. Ebenso kann jedes Erdgasauto mit diesem Methan fahren, wodurch die Entwicklung alternativer Motoren für den Klimaschutz nicht mehr relevant ist.

Btw zur Erzeugung von Wasserstoff gibt es anscheinend einen Lichtblick von der University of Illinois. Da wird derzeit an Bakterien geforscht welche durch ihren Stoffwechsel Wasserstoff aus einfachen Säuren wie zB Essigsäure herstellen können. Die Forscher versuchen das entsprechende Enzym zu kopieren um auf diese Art und Weise aus einfach herzustellenden Säuren Wasserstoff zu erzeugen.

Wasserstoff ist in diesem Fall eine Form der Speicherung von elektrischer Energie. Auch hier wird Strom benötigt. Man kann dadurch lediglich auf Batterien verzichten. Das hat sicher Vorteile, aber das Problem mit der Herkunft des Stroms hat man auch da.

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