Hat Faust Gretchen wirklich geliebt?

Vor einiger Zeit hatte ich eine ziemliche Diskussion mit meiner Lehrerin darüber, ob Faust Gretchen wirklich geliebt hat.

Sie war der Meinung (soweit ich mich erinnere), dass er anfangs noch eher von Lust gesteuert war und dann in der ersten Szene in ihrer Wohnung anfängt, wirklich Liebe für sie zu empfinden.

Ich dagegen bin der Meinung, dass er die ganze Zeit nur von Mephisto manipuliert wird. In der Hexenküche wird gesagt:

Du siehst, mit diesem Trank im Leibe,

Bald Helena in jedem Weibe.

Nach meiner Interpretation soll der Zaubertrank auch sein Verlangen nach Frauen wecken und ihn dazu bringen, sich zu verlieben. Dass ihm dann Gretchen über den Weg läuft und zum Objekt davon wird, ist ein unglücklicher Zufall. Für wirkliche Liebe halte ich das aber nicht, da er eben nur durch den Trank dazu gebracht wird.

Im Nachfolgenden hilft ihm Mephisto weiter, weil er will, dass Faust das Glück und Zufriedenheit findet und zum Augenblicke sagt: "Verweile doch, du bist so schön.". Dann wäre ja die Wette gewonnen und könnte Faust versklaven.

Die ganze Liebesgeschichte halte ich also für sehr wenig romantisch, sondern für die Manipulation des Teufels, die schließlich dafür sorgt, dass ein unschuldiges Mädchen zu Tode kommt.

Gibt es einen Fehler in meiner Interpretation?

Was ist eure Meinung zu der Beziehung?

Deutsch, Schule, Faust, Goethe, Liebe und Beziehung, Literatur, Gretchen, Mephisto
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Textwiedergbe/Inhaltsangabe zu dieser Rede?

Eine Kunst, die sich über die von Mir bezeichneten Gesetze und Schranken hinwegsetzt, ist keine Kunst mehr, sie ist Fabrikarbeit, ist Gewerbe, und das darf die Kunst nie werden. Mit dem viel missbrauchten Worte ‚Freiheit’ und unter seiner Flagge verfällt man gar oft in Grenzenlosigkeit, Schrankenlosigkeit, Selbstüberhebung. Wer sich aber von dem Gesetz der Schönheit und dem Gefühl für Ästhetik und Harmonie, die jedes Menschen Brust fühlt, ob er sie auch nicht ausdrücken kann, loslöst und in Gedanken in einer besonderen Richtung, einer bestimmten Lösung mehr technischer Aufgaben die Hauptsache erblickt, der versündigt sich an den Urquellen der Kunst.

Aber noch mehr: Die Kunst soll mithelfen, erzieherisch auf das Volk einzuwirken, sie soll auch den unteren Ständen nach harter Mühe und Arbeit die Möglichkeit geben, sich an den Idealen wieder aufzurichten. Uns, dem deutschen Volke, sind die großen Ideale zu dauernden Gütern geworden, während sie anderen Völkern mehr oder weniger verlorengegangen sind. Es bleibt nur das deutsche Volk übrig, das an erster Stelle berufen ist, diese großen Ideen zu hüten, zu pflegen, fortzusetzen, und zu diesen Idealen gehört, dass wir den arbeitenden, sich abmühenden Klassen die Möglichkeit geben, sich an dem Schönen zu erheben und sich aus ihren sonstigen Gedankenkreisen heraus- und emporzuarbeiten.

 

Wenn nun die Kunst, wie es jetzt vielfach geschieht, weiter nichts tut, als das Elend noch scheußlicher hinzustellen, wie es schon ist, dann versündigt sie sich damit am deutschen Volke.

> Wilhelm II. (1859–1941; Deutscher Kaiser 1888–1918):

Rede zur Einweihung von Denkmälern an der Berliner Siegesallee (1901)

Wie schreibe ich eine Inhaltsangabe zu dieser Rede? Stellt er die ,,Kunst“ nicht als die ,,Literatur“ hier dar?

Hat jemand auch eine eigene Stellungnahme zu diesem Text?

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Wie findet ihr diese hypothetische Begegnung zwischen mir und Göthe?

Göthe stand vor mir. Also der Mann, der seit dem Beginn meines literarischen Schaffens zum zweiten degradiert wurde. Mit traurigem Blick sah er mich an. “Wie konnte so ein Knabe mich nicht nur ersetzen, sondern regelrecht vergessen machen!?” Ich hielt kurz inne um ihn eine präzise, wie auch schonende Antwort zu geben, ohne dabei den Wahrheitsgehalt meiner Aussagen siginifikant zu beeinträchtigen. Ich entgegnete: “Du bist ein Großer, mit deiner Wortgewalt hast du Jahrhunderte geprägt, dass in diesem von physischen Gesetzmäßigkeiten bestimmten Raum, die Zeit immer weitere Produkte, die sich der Literatur verschreiben zu erschaffen vermag, lässt es unmöglich erscheinen nie mehr von einem Menschen der Nachwelt übertroffen zu werden. Göthe schien nachdenklich, ehe er mir entgegnete: “Dann mein Knabe wirst auch eines Tages du übertroffen sein und wirst Zweiter, dann Dritter usw. Ich schaute ihn an und erwiderte: “Nein, manchmal ist diese Welt, die von den uns bekannten Dimensionen beherrscht wird in der Lage Dinge zu erschaffen, die nicht mehr besser gemacht werden können, weil die physikalischen Gesetzesmäßigkeiten und Grenzen nichts besseres mehr zulassen. Daher muss ich mich einer solchen Betrachtung, die geradezu von mir transportiert wurde ausklammern.” Göthe schien als würde er Gott gegenüberstehen, er wurde ehrfürchtig: “Was bist du bloß für ein Mensch? Ein Mensch oder ein Gott?” Ich war enttäuscht von dem Dichter, der so viele zu beeindrucken vermochte. Zumindest in der Zeit, die vor meinem Betreten der Weltbühne lief. Ich beendete die Konversation mit: “Ich bin nicht Gott! Nur weil ich unglaubliches mit meinen Worten zu erschaffen vermag. Ich bin jemand, der sich in den von Gott geschaffenen Möglichkeiten bewegt.” Göthe weinte vor Glück mich erleben zu dürfen und ich verabschiedete mich.

Wie findet ihr den Text?

Ich denke so könnte eine Begegnung zwischen mir und Göthe ablaufen.

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