Friedrich Schiller: Die Begegnung Gedichtinterpretation?

Hallo,

für die Schule muss ich das folgende Gedicht interpretieren. Kann mir jemand bitte dabei helfen, ich weiß nicht so recht wie das geht:

Die Begegnung

Noch seh ich sie, umringt von ihren Frauen,
Die herrlichste von allen stand sie da,
Wie eine Sonne war sie anzuschauen,
Ich stand von fern und wagte mich nicht nah,
Es faßte mich mit wollustvollem Grauen,
Als ich den Glanz vor mir verbreitet sah,
Doch schnell, als hätten Flügel mich getragen,
Ergriff es mich, die Saiten anzuschlagen.
 
Was ich in jenem Augenblick empfunden
Und was ich sang, vergebens sinn ich nach,
Ein neu Organ hatt ich in mir gefunden,
Das meines Herzens heilge Regung sprach,
Die Seele wars, die, jahrelang gebunden,
Durch alle Fesseln jetzt auf einmal brach
Und Töne fand in ihren tiefsten Tiefen,
Die ungeahnt und göttlich in ihr schliefen.
 
Und als die Saiten lange schon geschwiegen,
Die Seele endlich mir zurücke kam,
Da sah ich in den engelgleichen Zügen
Die Liebe ringen mit der holden Scham,
Und alle Himmel glaubt' ich zu erfliegen,
Als ich das leise süße Wort vernahm -
O droben nur in selger Geister Chören
Werd ich des Tones Wohllaut wieder hören!
 
»Das treue Herz, das trostlos sich verzehrt
Und still bescheiden nie gewagt zu sprechen,
Ich kenne den ihm selbst verborgnen Wert,
Am rohen Glück will ich das Edle rächen.
Dem Armen sei das schönste Los beschert,
Nur Liebe darf der Liebe Blume brechen.
Der schönste Schatz gehört dem Herzen an,
Das ihn erwidern und empfinden kann.«
Deutsch, Religion, Schule, Sprache, Deutschland, Recht, Gedicht, Schiller
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Ist dieser Schluss für Gedichtsanalyse "Die Irren" v. Georg Heym so korrekt?

Hallo liebe Community,

momentan schreibe ich eine Gedichtsinterpretation.

Ich bin soweit fertig, mir fehlt nur noch ein Schlussgedanke. Im Internet bin ich auf eine folgende Möglichkeit gekommen:

"Der Wahnsinn beziehungsweise das Irresein war nicht nur ein Thema, sondern wurde auch formal simuliert, um die Normen der bürgerlichen Kunst zu hinterfragen. Man versuchte ihn in bestimmten Stilmerkmalen wie dem Reihungsstil oder in der regellosen Sprache nachzuahmen. Mit dem Thema war also auch der Wandel von ästhetischen Wertvorstellungen verbunden. Der Wahnsinn kam auch der Vorliebe für das Groteske entgegen. Teils finden sich hier autobiographische Überschneidungen: Heym hatte Angst wahnsinnig zu werden, Jakob van Hoddis zeigte erste Anzeichen einer Schizophrenie und kam 1914 in die Heilanstalt, während der labile Georg Trakl unter schweren Depressionen litt, alkohol- und drogenabhängig wurde und sich das Leben nahm."

Ich möchte diesen Schluss NICHT übernehmen, zumindest nicht wortwörtlich, finde den Einleitungsgedanken und den Vergleich mit den beiden Dichtern recht gut. Mich würde nur interessieren, ob das denn so stimmt, was da steht. Recherchiert habe ich bereits, dass Georg Heym seine Juristenlaufbahn hasste, aber hatte er tatsächlich Angst vor dem Wahnsinn? Georg Trakl war wohl labil, weil er sich ja auch das Leben nehmen wollte und man ihn in ein Hospital schickte.

Aber so generell, hättet ihr an diesem Schluss etwas auszusetzen?

Vielen Dank für Eure Hilfe!

Deutsch, Schule, Psychologie, Expressionismus, Gedicht, Germanistik, Goethe, Schiller, gedichtanalyse
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Was meint Schiller in Kabale und Liebe, wenn er den Präsidenten gegenüber Louise diese Formulierung an den Kopf wirft?

Liebe Spezialisten!

Ich beschäftige mich mit Kabale und Liebe und bin auf eine Formulierung gestoßen, die zweifelsohne anrüchig ist, die ich allerdings nicht verstehe.
Die Formulierung stammt vom Präsidenten. Sie findet im zweiten Akt in der 6. Szene statt. Ferdinand hat zuvor Luise seine Liebe geschworen. Der Präsident und sein Gefolge kommt unmittelbar danach ins Haus Millers gestürmt und der Präsident will wissen, was los ist und die Beziehung zwischen Ferdinand und Luise sprengen. Dafür versucht er ihre Liebesbeziehung herunterzustufen - derart, dass sie von seitens Ferdinand nicht ernst gemeint sei, sondern Luise für ihn nur eine bürgerliche Dirne sei.
Im Zuge dessen meint er, ob denn Ferdinand nach den Treffen schön in bar bezahlt habe. Louise - in ihrer Unschuld - antwortet verdutzt, sie würde die Frage nicht verstehen. Worauf der Präsident Folgendes antwortet:

  • Jedes Handwerk hat, wie man sagt, einen goldenen Boden – auch Sie, hoff' ich, wird Ihre Gunst nicht verschenkt haben – oder war's Ihr vielleicht mit dem bloßen Verschluß gedient

Was meint er mit dem letzten Satz - "oder war's ihr vielleicht mit dem bloßen Verschluß gedient"? Der Verschluss des Mundes Ferdinands, dass er nicht "plaudere"? Oder was anderes? Ich verstehe es nicht und würde mich sehr über Erleuchtung freuen!

hochgespannt, Questionmarque

Literaturgeschichte, Literaturwissenschaft, Schiller
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Kann mir jemand diesen Text grammatikalisch korrigieren; Inhaltsangabe?

Das bürgerliche Trauerspiel „Kabale und Liebe“, das von Friedrich Schiller zwischen 1782 bis 1784 verfasst wurde, handelt von der Liebesbeziehung zwischen Luise Miller, Tochter eines bürgerlichen Stadtmusikanten, und Ferdinand von Walter, Sohn des adligen Präsidenten von Walter, die durch ein Intrigenspiel in einer Katastrophe endet. 

Ferdinand verliebt sich unsterblich in eine bürgerliche junge Frau- Luise. Aber beide Väter sind gegen diese Beziehung, wegen der Standesunterschiede, und auch Luise ist von (Skrupeln geplagt: andere Wörter für die beiden), wodurch Ferdinand Zweifel an ihrer Liebe hat, als sie die Flucht mit ihm ablehnte. Um das Zusammenkommen der beiden zu vermeiden und den Plan einer Heirat Ferdinands mit der Mätresse Lady Milford voranzutreiben, planen Präsident von Walter und sein Sekretär Wurm eine Intrige. Wurm erklärt Luise, dass ihre Eltern hingerichtet werden, wenn sie nicht einen Liebesbrief an den Hofmarschall von Kalb schreibt. Sie muss ihm versprechen, dass sie jedem sagen würde, dass sie den Brief von sich ausgeschrieben hat. Ferdinand bekommt den Brief wie geplant zu lesen und ist verletzt und verzweifelt. Blind vor Wut vergiftet Ferdinand aus Rache seine geliebte Luise und sich selbst. Im Sterben liegend erzählt sie Ferdinand von der Intrige und stirbt bevor die Väter an den Ort des Geschehens gelangen. Ferdinand verzeiht seinem Vater der seine Schuld eingesteht, und sich dann dem Gericht stellt. 

Danke im Voraus!

Deutsch, Schule, Familie, Sprache, Grammatik, Inhaltsangabe, Plagiat, Schiller, Perfekt, Präsens
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Was bedeutet literarhistorische und geistesgeschichtliche Einordnung?

Hallo liebe Community,

dies müssen wir bei unserer nächsten Deutschklausur wissen. Ich habe mir folgendes zusammengeschrieben und würde gerne wissen, ob das richtig ist (geht jetzt speziell um die beiden Begriffe, nicht direkt, was im Realismus und Naturalismus geschehen ist):


Literarhistorisch bedeutet, zu wissen, von wann bis wann die Epoche war und „wie“ die Autoren quasi geschrieben haben. Geistesgeschichtlich bedeutet, zu wissen, was in der jeweiligen Epoche z. B. politisch vorging und das „außen rum“, was jetzt nicht direkt mit Literatur zu tun hat. 

Literarhistorischer Hintergrund im Realismus:

-         Epoche 1848-1890

-         Sprache: Schlichte und einfache Sprache, viel Humor, realitätsnah, keine Wertung (Leser soll sich selbst ein Bild machen), oft Rahmenerzählung, bei der der Erzähler dann möglichst objektiv berichtet

-         unwichtigstes Werk: Drama

 

Geistesgeschichtlicher Hintergrund im Realismus:

-         langsame Verelendung der Gesellschaft durch Überstädterung, Spannungen zwischen wohlhabendem Bürgertum und armen Arbeitern, Abkehr von Religion wegen Feuerbach

 

Literarhistorischer Hintergrund im Naturalismus:

-         Epoche 1880-1900

-         Sprache: Detailgenaue Sprache, Sekundenstil (wie in Zeitlupe berichtet), besonderer Wert auf das Hässliche

-         wichtigstes Werk: Drama

 

Geistesgeschichtlicher Hintergrund im Naturalismus:

-         wie im Realismus (nur stärker), Aufkommen der sozialen Frage

Deutsch, Schule, Geschichte, Epoche, Goethe, Literatur, Realismus, Schiller, Naturalismus
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Verteidiger von Wilhelm Tell?

ich Muss in Deutsch Wilhelm Tell im Gericht vertreten. Ich habe mal was geschrieben aber bin mir nicht sicher ob es ok ist. Könnt ihr mir bitte eine Ehrliche (nicht gemeine) Antwort darauf geben ob es gut ist und wenn nicht mir bitte Verbesserungs Vorschläge geben? Danke und LG

Am Anfang war Wilhelm Tell Ein ruhiger Mensch der erst zu schaute ohne zu handeln oder ohne Gewalt zu handeln. Doch dies war bevor er von Gessler aus seinem Frieden geschreckt wurde und zum Handeln gezwungen war. Der Landvogt war grausam. Dies war wohl bekannt. Ein Beispiel dafür ist die so eben von Stauffacher geschilderte Apfelschussszene. Selbst als Tell ihn anflehte sich zu erbarmen und nicht der Tyrann zu sein der er sonst war, blieb Gessler unberührt. Noch dazu wagte er es seine Famile zu bedrohen. Und da, als Tell merkte , dass man der Tyrannei nicht mehr entkommen konnte entschloss er sich den Gessler zu erschießen, um die Kinder und ganz Schwyz zu beschützen. Als es Ueit war seinen Plan auszuführen bedrohte der Vogt eine Frau , die für die Freiheit ihres Mannes flehte, und ihre Kinder zu zertrampeln. Hätte er also in dem Moment nicht geschossen wären Unschuldige gestorben und zwar mehr als nur eine. Also plediere ich auf sein Wiederstandsrecht welches von Notwehr gestärkt wurde. Das Wiederstandsrecht schließt den Tyrannenmord als letztes Wiederstandsmittel nicht aus, welches hier offensichtlich der Fall war.

Buch, Deutsch, Schule, Drama, Klassiker, Literatur, Schiller, wilhelm tell, sage, Tell, Geschichten
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