Warum Ton im Internet so viel schroffer als in der realen Welt?

Was glaubt ihr, woran es liegt, dass man im Internet so viel mehr Leute trifft, als im normalen Leben, die keine Umgangsformen haben, nie Anstand gelernt haben und kein Problem damit haben, Gesprächspartner persönlich zu beleidigen? Wenn man im normalen Leben mit jemandem in eine kontroverse Diskussion eintritt, sind ja Formulierungen üblich wie: "ich sehe das ganz anders", "ich kann dir da nicht zustimmen/nicht folgen", "ich möchte an dieser Stelle deutlich widersprechen." "Ich halte das für falsch, was du sagst."

Im Internet hingegen begegnen einem scharenweise Leute, die offenkundig ohne irgendeinen Kontakt zu, wie man früher so schön sagte, guter Kinderstube das Schreiben so leidlich gelernt haben. Anstelle der eben genannten Formulierungen liest man dann: "Denkst du eigentlich mal nach?" "Überlegst du, bevor du schreibst?" "Diese Frage könnte jeder Drittklässler besser beantworten" "Du redest hier kompletten Schwachsinn".

Im Internet sind signifikant mehr Leute unterwegs als im echten Leben, denen anscheinend jedes Gespür dafür fehlt, dass Menschen in der Kommunikation ein Bedürfnis nach Respekt haben und dass Worte auch verletzen können. Mich würden Meinungen dazu interessieren, warum das so sein könnte.

Internet, Freundschaft, Politik, Psychologie, Anstand, diskutieren, Liebe und Beziehung, Umgangsformen, Respektlosigkeit, Philosophie und Gesellschaft
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Dialyse: Was wäre eine gute Umgangslösung mit dem Pflegepersonal?

Hallo,

ich bin seit 4 Jahren an der Hämodialyse.

Leider habe ich seither viele verstörende Sätze des Pflegepersonals mir gegenüber hören müssen. Gerade ist es mal wieder extrem unangenehm und ich weiss mir einfach nicht zu helfen. Ich frage mich, wie ich damit umgehen soll. Mein Zwiespalt dabei ist: ich bin auf die Behandlung angewiesen und muss immer wieder in ein entsprechendes Zentrum gehen.

Hier ein paar aktuelle Beispiele, was ich mir so anhören muss: "Sie können froh sein, dass keine Luft in der Spritze ist", "Wer laut sein kann, dem kann es nicht schlecht gehen.", "Zu dem(!) komme ich nicht mehr", "Das passiert halt" oder "Das Leben ist nunmal so".

Zum Hintergrund: ich bin kein Querulant und auch kein Choleriker. Doch ich merke an, wenn etwas an der Behandlung nicht gut läuft und wenn die Belastung, z.B. durch häufige Fehlpunktionen des Dialyseshunts, zu gross wird, kann es sein das ich (selten) auch mal meinem Unmut Luft verschaffe, ohne zu beleidigen oder ausfallend zu werden.

Mein einziger Wunsch ist ein reibungsloser Behandlungsablauf und ein respektvoller Umgang mit mir als Patienten. Trotzdem muss ich solche Sätze mir gegenüber hören, worauf ich einfach keine Lust mehr habe. Und manchmal auch einfach wie vor den Kopf gestossen bin.

Ich habe nun dem leitenden Arzt des Zentrums eine Mail geschrieben und hoffe auf einen zukünftig angenehmeren Umgang, auch in Krisensituationen.

Trotzdem würde ich gerne eure Meinung und Sichtweise dazu hören.

Danke vorab. Schöne Grüsse

Dialyse, patientenrecht, Umgangsformen
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Chef behandelt die Mitarbeiter nicht wie sie sind, sondern wie er glaubt, dass sie sind, ist also voreingenommen,.. wie geht man damit um?

Unser Chef hat wenig Empathie, sondern ist ein leistungsorientierter Mensch, der mit der Arbeit und den Projekten seiner Mitarbeiter nach oben hin glänzen will.

Jeder, mit dessen Leistung er glänzen kann, wird von ihm hofiert, da das seinem eigenen Glanz zuträglich ist.

Er selbst beherrscht die praktische Arbeit nicht, sondern ist ein reiner Theoretiker und ein Kontrollfreak.

Seit einiger Zeit behandelt er einen Teil der Mitarbeiter sehr empathielos und hofiert dagegen andere, die innovative Projekte bearbeiten.

Seine ehemalige Lieblingsmitarbeiterin wurde in den letzten Jahren von ihm über den Klee gelobt, erhielt für einen Verbesserungsvorschlag 25.000€, die besten Projekte, komplizierte Recherchen usw. Dann erkrankte sie an Brustkrebs, fiel 3 Monate aus, kam im Anschluss voll zurück und wird seither von ihm kritisch beäugt, ist angeblich zu langsam (hat GdB50).

Er kontrolliert ständig ihre Arbeit. Letztens musste ein dringender Arztermin von ihr verschoben werden und sie wartete auf den Rückruf der Klinik, hatte das Handy offen auf dem Tisch liegen und arbeitete dabei weiter.

Ein paar Tage später wurde sie angegangen, sie würde am Handy daddeln. Ihre Mails, indem sie Arbeitsergebnisse präsentiert, liest er oft nicht und unterstellt dann in Meetings, sie habe die Arbeit nicht gemacht, woraufhin sie ihn korrigieren muss. Er hat ein Bild von ihr, das nicht ihrer tatsächlichen guten Leistung entspricht und behandelt sie nach diesem schlechten Bild.

Ein anderer Kollege hatte unverschuldet auf der Dienstreise einen schweren Autounfall und konnte ein Jahr lang nicht mehr laufen und sprechen. Er kämpfte sich zurück ins Leben und war aber aufgrund einer Hirnverletzung nicht mehr so konzentriert wie früher. Der Chef liess durchblicken, dass er diesen Kollegen gerne los wäre.

Eine weibliche Kollegin in Teilzeit wird ständig dazu aufgefordert, für Meetings länger zu bleiben, früher zu kommen oder an freien Tagen rein zu kommen. Kann sie das wegen der 2 Kinder nicht leisten, so wird gemeckert, dass dies möglich sein müsse (trotz Teilzeit wegen der Kinder). Er unterstellt ihr, nicht arbeitswillig zu sein.

Fallen Kollegen wegen länger Krankheit aus, wird sich nicht nach dem Ergehen erkundigt, sondern nur, wann mit der Rückkehr zu rechnen ist.

Über Krankheiten und Arztbesuche wird sich lustig gemacht ("zeig mal, ob das so schlimm ist").

Das Miteinander wird dadurch zerstört, indem Kollegen gegeneinander ausgespielt und aufgehetzt werden.

Alle diese Kollegen leisten ihr Soll und noch mehr ab und sind engagiert.

Dennoch wird das Gefühl vermittelt, sie seien nicht gut genug, sondern Ballast.

Als die Frau des Chefs letztens schwer krank wurde, feierte er selbst erstmal 2 Monatekrank, da er Angst hatte, sie stirbt.

Wie geht man mit so jemanden um?

Arbeit, Psychologie, Benehmen, Chef, Empathie, Firma, Narzissmus, Soziologie, Umgangsformen
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Ist ein Mensch mit wenig oder gar keiner Empathie ein schlechterer Mensch bzw. hat er einen schlechteren Charakter?

.....z.B. ein Mensch, der zwar wahrnimmt, dass jemand trauert, aber der pragmatisch darauf reagiert

...jemand der Zuneigungsbekundungen sucht, aber selten und dann ungeschickt gibt

...jemand, der sagt, ich verstehe, dass dich mein Verhalten verletzt und versuche, auf dich einzugehen, aber ich schaffe es nicht immer

...jemand, der überrascht ist, wie gern ihn jemand hat und das dann überspielt

...jemand, der nur in bestimmten Phasen Nähe zulässt, diese Nähe aber immer in greifbarer Nähe wissen will

...jemand, der anderen Komplimente zu sachlichen Themen macht, sich aber schwer tut, das auf emotionaler Ebene zu machen

...jemand, der andere gerne warten lässt und deren Unmut darüber herunter spielt, aber empfindlich reagiert, wenn man ebenso mit ihm verfährt

...jemand, der andere selten nach ihren Gefühlen fragt und auch selten eigene Gefühle äussert.

Hat solch eine Person Charakterdefizite, oder ist sie einfach nur anders, aber nicht zwangsläufig schlechter? Würdet Ihr solch eine Person als kalt bezeichnen oder einfach denken, es wurde ihm/ihr nicht beigebracht?

Und wie geht man als gute/r Freund/in damit um?

Freundschaft, Beziehung, Persönlichkeit, miteinander, Psychologie, Charakter, Ego, Egoist, Emotionen, Empathie, Interaktion, Liebe und Beziehung, Soziologie, Sympathie, Umgangsformen
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Was kann man tun, wenn man in der Whatsapp Gruppe eines Vereins von einer Person öffentlich beleidigt wird?

Es geht um einen kleinen Verein mit einem 8 Personen umfassenden Vorstand, der einen Vorsitzenden, einen Stellvertreter, Kassierer, Beisitzer und Schriftführer besteht.

Die Hauptlast der Arbeit, das Planen, Organisieren, Sozialkontakte zu anderen Vereinen, Politik und Verwaltung, Feste, Bestellungen, Spendengesuche usw geht komplett über den Vorsitzenden, der hauptsächlich von der Kasse und den Beisitzern unterstützt wird.

Der Stellvertreter ist aus beruflichen Gründen selten anwesend und maximal zu 10% in das Vereinsgeschehen eingebunden. Wenn er überhaupt den Verlauf in der Whatsapp Gruppe verfolgt, wird nur flüchtig überflogen, die Hälfte verstanden und praktisch kaum mitgeholfen.

Um Termingeschäfte, Antragstellungen usw... hat er sich nie gekümmert, was dazu führt, dass er nur geringfügig über das Geschehen informiert ist.

Letztens wurde vom Vorsitzenden ein geringer Betrag von knapp 100€ für satzungsgemäße Zwecke freigegeben.

Daraufhin wurde dieser vom Stellvertreter öffentlich in der Vereins Whatsapp Gruppe zur Rede gestellt, die Ausgabe als Verschwendung dargestellt und der Vorsitzende als inkompetent dargestellt.

Dieser stellte unrichtige Behauptungen auf sachliche Art klar, worauf der Stellverteter sich in einen regelrechten Rausch hinein steigerte und begann, die psychische Gesundheit des Vorsitzenden in Frage zu stellen.

Die anderen Mitglieder äußerten ich privat gegenüber dem Vorsitzenden, dass er alles richtig mache, jedoch bekam dies der Stellvertreter nicht mit und fühlte sich aufgrund des fehlenden öffentlichen Widerspruchs bemüßigt, den Vorsitzenden weiter zu beschimpfen.

Der Vorsitzende ignoriert mittlerweile die Angriffe des Stellvertreters und postet normal das Tagesgeschäft, was für alle von Belang ist.

Dies reizt den Stellvertreter zu weiteren Angriffen. Diese finden ausschliesslich öffentlich statt. Zb was ist mit dir los? Was stimmt mit dir nicht?

Was kann der Vorsitzende dagegen tun? Welche Rechte hat er?

Verein, Politik, Recht, Psychologie, Soziologie, Umgangsformen, Vereinsrecht, WhatsApp, Philosophie und Gesellschaft
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Wie fragt man politisch korrekt nach der Herkunft eines Menschen?

Bin im Moment etwas fassungslos. In irgendwelchen News, glaube "Der Westen" war's, hatte ich heute früh von einem vermeintlichen Skandal gelesen. Herr Bohlen hatte wohl irgendein Kind nach seiner Herkunft gefragt, und, weil es wohl ziemlich asiatisch aussah/aussieht, diese Frage, nachdem die Antwort scheinbar "Herne" war, nochmals nachgefragt.

Ich habe die Sendung nicht gesehen, wundere mich jedoch, was an dem Interesse nach der Herkunft eines Menschen schlimm sein soll. Meine damalige Freundin war Kurdin, und natürlich, weil sie durchaus so aussieht, als wenn sie nicht in einem bayerischen Kuhdorf zur Welt kam (und ihre Erzeuger optisch eher auch keine Urbayern sind), hatte ich sie gefragt, wo sie herkommt. Das ist zum einen höflich, weil es bedeutet, dass man nicht einfach durch einen Menschen hindurchschaut, zum anderen vermutlich das Normalste der Welt, wenn einem ein Mensch nich schnurzpiepegal ist. Und ganz sicher: Hätte mir meine Freundin gesagt, dass sie einem alten deutschen Adelsgeschlecht entstammt, ich hätte dann durchaus noch mehrmals nachgefragt. Ich bin tatsächlich, je mehr ich darüber nachdenke, wie so etwas ein Aufreger sein kann, geplättet.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass man mit Menschen, welche nicht 1,90 Meter groß sind, blaue Augen und blondes Haar haben (und weitere tendenziell deutsche oder skandinavische Erscheinungsmerkmale) überhaupt nicht sprechen oder etwas fragen, da ganz sicher in diesem (tschuldigung "Irrenhaus") inzwischen alles Nazi ist, was mit Anstand, Interesse, normaler Kommunikation und Sterblichen zu tun hat.

Wie seht ihr dies bzw. wie frägt man als absolut stromlinienförmig politisch korrekter Mensch sein Gegenüber nach "irgendwas"?

Psychologie, Anstand, Umgangsformen, politisch-korrekt, Philosophie und Gesellschaft
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