Ich habe vermutete Endometriose. Es passen sehr sehr viele Symptome und das seit über 10 Jahren (bisher wurde ich von Ärzten abgewimmelt, aber ich bin dran, das richtig diagnostizieren zu lassen).
So viel dazu, aber darum geht es mir in dieser Frage nicht. Heute bekam ich meine Periode und ich hatte unfassbare Schmerzen. Normalerweise helfe ich mir mit Schmerzmitteln, die ich frühzeitig nehme, sobald ich merke, es fängt langsam an. Heute kam es aber sehr plötzlich und der Schmerz kam innerhalb von 10 Minuten. Wenn der Schmerz einmal richtig da ist, wirken Schmerzmittel sehr viel schlechter und langsamer. Dann war auch noch ein Problem, dass ich eben erst zu Mittag gegessen hatte und mein Magen komplett voll war. Auch das verlangsamt die Wirkung nochmal.
Ich lag ca. 2 1/2 Stunden mit nicht auszuhaltenden Schmerzen im Bett. Ich hab gezittert, mein Atem ging rasselnd, ich hab gewimmert, geweint, gestöhnt, mich gekrümmt. Der Schmerz war 8/10, wenn 10 der am stärksten vorstellbare Schmerz ist. Nach 1 1/2 Stunden ging es langsam runter, auszuhalten wurde es dann eben ab 2 1/2 Stunden.
Dann kam meine Mutter nach Hause (ich bin erwachsen, aber gerade bin ich im Elternhaus). Sie weiß von meinem Verdacht, dass ich Endometriose habe. Ich sagte ihr, ich hatte unfassbar dolle Schmerzen. Sie sagte nur, ich weiß dass das schlimm ist, ich kenn das (sie bezieht sich auf ihre eigenen früheren Schmerzen, die aber nur selten mal richtig schlimm waren, sie teilt nicht dieselbe Geschichte damit wie ich). Sie sagte aber auch, es gibt schlimmere Schmerzen, als ich sagte, es war 8/10, und schaute mich dabei skeptisch an.
Wieso ist es so schwer zu glauben, dass die Schmerzen so schlimm sind? Warum fühlt man das Bedürfnis, es trotzdem noch zu verharmlosen und zu relativieren? Warum findet man es notwendig, Betroffenen in akuten Schmerzschüben zu verdeutlichen, es gibt schlimmere Schmerzen. Zur Einordnung: Endometriose wird als eine der 20 schmerzhaftesten Erkrankungen, die existieren, eingestuft. Schlimmer als ein Herzinfarkt, und viele Betroffene sagen sogar, ihre Periodenschmerzen sind schlimmer als Geburten, die sie erlebt haben.
Zu hören, es gäbe schlimmere Schmerzen, während ich emotional und körperlich gerade mal wieder was richtig Schlimmes durchgemacht hatte ... Ich fühle mich so unverstanden und im Stich gelassen. Ich sehne mir gerade einfach nur noch die Diagnose herbei, bei der ich eigentlich zu 100% weiß, dass es die Krankheit sein wird (neben Periodenschmerzen habe ich noch unzählige weitere Symptome, die dafür sprechen). Ich hoffe, dass ich meinem Umfeld dann endlich verdeutlichen kann, wie schmerzhaft das ist.