Einwand gegen das islâmische Selbstverständnis: Schirk und das ausgerechnet im Qur'ân (Koran) selbst?

Der Qur'ân soll ja angeblich keinen einzigen Fehler oder Widerspruch enthalten. Er sei sowohl in sprachlicher wie auch auf inhaltlicher Ebene ein...NEIN...DAS Synonym für Perfektion. Die Behauptung, dass dieser religiöse Text übrigens unmittelbar von niemandem Geringeren als Gott bzw. Allâh stammen soll, fußt eben genau darauf:

Jede Sûrah, jeder einzelne Vers bis hin zu jedem Wort und sage und schreibe sogar jeder Buchstabe für sich hätte unter keinen Umständen besser platziert werden können. Undenkbar also, dass der kleinste Denkfehler Bestandteil dieses unfehlbaren Buches sein könne.

Dabei kann ich sogleich schon eine Stelle denken, die mir zumindest als äußerst fragwürdig gewählt erscheint:

[al-Qur'ân 23:14] احسن الخالقين (...)
[Transkription] ʾaḥsanu l-ḫāliqīna

In gängigen Übersetzungen wurde dies zumeist mit ,,der beste Schöpfer" wiedergegeben. Stünde dies tatsächlich auch so da, könnte ich ja auch nichts Weiteres daran aussetzen. Gut also, dass dies nicht der Fall ist.

Die wortgetreue Übertragung ins Deutsche lautet: der Beste der Schöpfer / von den Schöpfern. Idiomatischer wäre es eigentlich: der Beste unter den Schöpfern.

Wie kann also von mehreren Schöpfern die Rede sein, wenn es nach der Doktrin des strikten Monotheismus (TawHîd) nur einen Einzigen gibt? Wäre die deutsche Variante ,,der beste Schöpfer'' nicht um Welten eher zutreffender also und das sakrale Klassische Arabisch NICHT?

Dieser Vers allein könnte sich eventuell auch auf den Ausruf ,,Allâhu `akbar" beziehen, der des Weiteren ebenso häufig falsch übersetzt wurde: Er lautet nämlich nicht ,,Allâh ist groß'' oder ,,Allâh ist der Größte", sondern ,,Allâh ist größer".

Größer wem gegenüber? Der Menschheit, der Sünde, dem Satan? Das natürlich auch, aber ist das nicht etwas zu trivial? Allâh muss ohne Wenn und Aber größer sein als die anderen Schöpfer, d.h die anderen Götzen/Götter neben ihm. Allâh war, das sollte man hier noch erwähnen, der oberste Gott des Ka`ba-Pantheons in Makkah, der Schöpfergott quasi. Die Mekkaner waren demnach vorrangig Henotheisten und nicht einfach nur Polytheisten, sie glaubten an einen Schöpfergott.

Das soll nicht heißen, dass ich der Meinung bin, dass der Islâm eine polytheistische Religion sei -- das ist sie selbstverständlich nicht bei all der Polemik gegen diejenigen, die Allâh Götter beigesellen. Zugleich ist es doch irgendwie skurril, dass Gott selbst kein Problem hat, sich mit ANDEREN SCHÖPFERN zu vergleichen. Dass diese Wendungen überhaupt in der heiligsten Schrift aller Zeiten vorzufinden ist, das ist für mich der eklatanteste Beweis dafür, dass der Qur'ân zum Einen nicht semantisch perfekt ist; und zum Anderen, dass er unter dem starken Einfluss des mekkanischen Henotheismus entstanden ist, womit es dämlich ist, anzunehmen, dass der Qur'ân bereits seit Urzeiten bei Allâh gewesen sei -- also bevor alles andere erschaffen wurde.

Nachtrag: Bin Ex-Muslim, alHamdulillâh.

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