Hallo zusammen,
ich brauche dringend Rat zu meiner aktuellen Situation im Studium und mit BAföG.
Ich bin derzeit im 5. Semester und habe bisher BAföG-Leistungen erhalten. Mein Leistungsnachweis liegt aktuell beim BAföG-Amt, allerdings habe ich bisher keine Rückmeldung bekommen.
Zu Beginn meines Studiums hatte ich einen 0€-Bescheid bekommen, weil mein Vater, zu dem ich 15 Jahre lang keinen Kontakt hatte, angeblich zu viel verdienen würde. Das kam genau vor meinen ersten Prüfungen. Weil ich schon davon ausgehen musste, dass ich das Studium finanziell nicht stemmen kann, habe ich einige Prüfungen gar nicht erst geschrieben.
Danach habe ich den Kontakt zu meinem Vater gesucht und ihn über meine finanzielle Lage informiert. Er sagte jedoch, er könne mich nicht unterstützen und meinte u.a.: „Der Unterhalt kann nicht geändert werden, das ist so seit 15 Jahren vom Jugendamt beschlossen.“ (Ich habe bis dahin knapp 200€ monatlich bekommen, obwohl sein Gehalt stark gestiegen ist, was ich wegen des fehlenden Kontakts nicht wusste).Einige Monate später änderte sich mein BAföG-Bescheid glücklicherweise durch Halbgeschwister auf ca. 400€ monatlich.
Beim nächsten Antrag bekam ich jedoch erneut einen 0€-Bescheid, weil mein Vater im folgenden Jahr nochmals deutlich mehr verdiente. Daraufhin beantragte ich Vorausleistung und bekam diese auch bewilligt, aber das Ganze zog sich über etwa 7 Monate hin. In dieser Zeit war ich finanziell extrem unsicher und habe mich sogar erkundigt, ob ich lieber eine Ausbildung anfangen sollte. In dieser Phase kamen weitere Prüfungen dazu, die ich nicht geschrieben habe. Psychisch war ich überall, aber nicht bei Prüfungen.
Bis vor zwei Monaten habe ich nebenbei gearbeitet, musste aber kündigen, weil ich mich für eine praxisorientierte Stelle bewerben musste. Nach der Vorausleistung brach der Kontakt zu meinem leiblichen Vater endgültig ab, da er mich und auch meinen Bruder (bei dem er sich in der Zeit, in der wir Kontakt hatten, nicht meldete) schlecht geredet hat, nicht antwortete und meinte, er sei keine „Bank“. Das hat mich zusätzlich stark belastet.
Seit Beginn des Studiums musste ich täglich zwei Stunden zur Uni pendeln und genauso lange zurück. Vor drei Monaten habe ich endlich eine Wohnung mit einem Freund gefunden, die wir nächsten Monat beziehen könnten, das gab mir Hoffnung, dass sich meine Lage bessert. Jetzt ist es aber so, dass mir die weitere Förderung untersagt wurde, weil ich aktuell nur 65 CP anerkannt habe. Mir ist bewusst, dass das sehr wenig ist (eigentlich sollte man nach dem 4. Semester im besten Fall 120 CP haben bzw. je nach Hochschule mindestens 90 CP). Allerdings sind bei mir noch 10 CP nicht korrigiert, und durch weitere Prüfungen im Laufe des 5. Semesters würde ich am Ende auf ca. 125 CP kommen.
Ich will das aufholen, aber psychisch war es mir bisher nicht möglich. Die familiäre Situation, die sich seit Studienbeginn wieder geöffnet hat, zusammen mit den finanziellen Problemen, hat bei mir eine Blockade ausgelöst, Prüfungen „einfach mitzuschreiben“. Ich hatte ständig das Gefühl, wenn ich mitschreibe, muss es sofort mit Bestnote sein, sonst werden die Probleme nur noch größer. Durch den Druck und die psychische Belastung habe ich jetzt kein Geld mehr für die Wohnung, weiß nicht, ob ich mein Studium überhaupt noch fortsetzen kann, und bin komplett unentschlossen, was ich als Nächstes tun soll.
Im nächsten Semester hätte ich ein Praktikum, warte aber noch auf Rückmeldungen von Betrieben. Das Praktikum muss nicht bezahlt werden, was meine Unsicherheit zusätzlich verstärkt. Eine Mail ans Studierendenwerk habe ich bereits geschrieben und meine Lage geschildert, aber bisher keine Antwort bekommen. Ich sehe die Chancen auf eine weitere Förderung als eher gering, weil ich nicht weiß, ob und wie meine Belastungen anerkannt werden (das hängt ja auch von der zuständigen Person beim Amt ab).
Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Ich bin für jede Hilfe dankbar.
LG Kristian und viele Dank im Voraus!!