Liegt hier Idistaviso?

Ich habe mir die letzten Jahre Gedanken über die Örtlichkeiten der Schlachtorte 9, 15 und 16 nach Chr. gemacht und festgestellt dass Kalkriese mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Endpunkt der Schlacht am Angrivarierwall war. Das bedeutet sie ist auch zugleich der indirekte Endpunkt der Schlacht bei Idistaviso und das Ende der Versuche Roms Germanien zu unterjochen. Das Problem ist allerdings wo lag Idistaviso und was heißt Idistaviso überhaupt? Ich habe mal versucht die Berichte Tacitus wörtlich zu nehmen und einen Ort zu suchen der m.E. bis ins Detail genau auf seine Beschreibung passt und sich auch mit archäologischen Funden in Verbindung bringen lässt. Dabei habe ich nur einen Ort finden können der, mit nur wenig Widersprüchen, ins Bild passt und das ist ausschließlich der Bereich zwischen Barkhausen und Loccum. Dort befindet sich die einzige Fläche die zwischen Weser und den Bergen so liegt wie Tacitus sie beschreibt und direkt über einen alten Handelsweg über Kalkriese zurück nach Rheine führt. Aus der geographischen Lage erscheint es mir sogar so als hätte Arminius die Schlacht bei Idistaviso deshalb so gelegt weil er Kalkriese von Anfang an mit eingeplant hat für den Fall dass er den Kampf nur in Etappen gewinnen konnte. Was die Bezeichnung Idistaviso betrifft bin ich in der Nähe auf etwas gestoßen was meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat nachdem ich von der Deutung "in den Stauwiesen" gelesen habe. Und zwar befinden sich an der Bastau die "Bastauwiesen" welche zwar erst später dazu gekommen sind aber interessant fand ich dass die Bastau früher einmal einen wohl etwas nördlicheren Verlauf hatte und somit in dieses Gebiet geragt haben könnte. Daher habe ich die Vermutung dass es dort damals ebenfalls eine Flussbezeichnung gegeben haben könnte welche der Ebene einen Namen gab und vielleicht sogar, ich weiß das ist etwas weit hergeholt aber nicht ausgeschlossen, der ethymologische Vorläufer der Bastau war. Vielleicht gibt es ja hier Linguisten die mir sagen können ob das überhaupt Wahrscheinlich oder möglich ist dass sich aus einer Fehlschreibung oder Fehlhörung dieses Wort gebildet hat, so wie (I)bistaviso oder so ähnlich?

Liegt hier Idistaviso?
Geschichte, Antike, Archäologie, Germanen, Römer, Philosophie und Gesellschaft
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Sind unsere Vorstellungen antiker Mythologien und Religionen durch einzelne literarische Werke verfälscht?

In vielen Fällen geht unser heutiges Bild antiker Religionen und Mythologien im wesentlichen auf bestimmte einzelne literarische Werke zurück. Unsere Vorstellung der griechischen Mythologie und Götterwelt basiert größtenteils auf der Ilias und der Odyssee von Homer. Die Vorstellung der germanischen Mythologie, bei der die Quellenlange noch viel dünner ist, auf der Edda.

In beiden Fällen handelt es sich aber lediglich um literarische Werke einzelner Autoren, im zweiten Fall sogar aus dem Hochmittelalter, als die alte germanische Glaubenswelt in Mitteluropa bereits weitestgehend vom Christentum verdrängt war, und in Skandinavien gerade ebenfalls von diesem abgelöst wurde. Ist nicht anzunehmen, dass diese Dichtungen in weiten Teilen lediglich die Fantasie ihrer Autoren wiedergeben, und nicht unbedingt die authentischen Glaubensvorstellungen des gemeinen Volkes oder der jeweiligen Priesterschaft widerspiegeln? In der heutigen Zeit ist dies ja auch oft so, wobei solche Werke dann, wenn sie hohe Popularität erreichen, im Nachhinein für ein verfälschtes Bild der ursprünglichen Sache sorgen.

Vielleicht sind hier ja ein paar Geschichts- und kulturwissenschaftlich Interessierte, die dazu ein paar interessante Informationen oder Gedanken haben. :-)

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Hattet ihr bereits in der Schule, dass Kelten und Germanen Menschenopfer durchgeführt haben?

Hallo zusammen. :-) In der Schule im Heimat- und Sachkundeunterricht haben wir damals durchgenommen, wie unserer Vorfahren lebten, von der Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit über Kupfer und Bronzezeit zur Eisenzeit durch die Antike zum Mittelalter. Wir haben Museen und nachgebaute Pfahlbausiedlungen besucht, Wanderungen zu keltischen Siedlungsresten, Grabhügeln und Schanzen in der Umgebung unternommen. Ich hatte immer den Eindruck, dass man sich große Mühe gegeben hat uns zu vermitteln, wie unsere Vorfahren lebten.

Erst viele Jahre später habe ich als erwachsener Mensch erfahren, dass Menschenopfer zum kulturellen Alltag unserer keltischen und germanischen Vorfahren gehörten, und diese Praxis erst richtig verschwand, nach dem Karl der Große im 9. Jahrhundert mehr oder weniger die ganzen deutschen Lande christianisiert hatte. In Skandinavien hat sich die Praxis wohl noch bis ins Hochmittelalter gehalten.

Selbst in den Asterix Comics, die sich so viel Mühe geben, jedes keltische Detail zu persiflieren, sieht man den gallischen Druiden Miraculix nur Mistelzweige schneiden und Zaubertränke brauen, aber nie einen Menschen rituell opfern.

Mir kommt es fast so vor, als versuche man dieses unschöne Detail aus unserer vorchristlichen Geschichte zu verdrängen. Wann habt ihr das erste mal davon erfahren? Wurde das bei euch im Schulunterricht erwähnt?

Habe ich erst außerhalb der Schule gelernt 70%
War mir bis jetzt noch nicht bekannt 16%
Habe ich in der Schule bereits gelernt 12%
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