Wie kann das rein materialistische Weltbild das Phänomen des Bewusstseins erklären?

Es wird bei den materialistischen Erklärungsversuchen immer wieder von einer "Emergenz" gesprochen, die irgendwie aus einer rein atomar/elektrischen Wechselwirkung - ohne jedwedes Bewusstsein - scheinbar aus dem Nichts ein komplexes Bewusstsein entstehen lässt, mit allen Sinnen und sogar komplexen, kaum in Worte zu kleidenden Emotionen, die wir während unseres Lebens erfahren!

Das Phänomen der Emergenz ist ein wahrlich faszinierendes, da es auf einfachsten Regeln basiert und daraus komplexe Ergebnisse schafft - doch stets begründet auf etwas, das schon in primitiver Form vorhanden ist. Es bildet etwas, das (scheinbar) mehr ist als die Summe seiner Teile. Doch dieses "Mehr" ist schon als Information in dessen Bestandteilen enthalten, auch wenn wir es noch nicht erkennen können.

Da entsteht nicht einfach et

was aus dem Nichts. Wir sind nur mit unserem begrenzten Verstand nur nicht dazu in der Lage, die Komplexität des Zusammenspiels vorherzusehen.

Mit dem Bewusstsein verhält es sich diametral anders, denn die Elementarteilchen für sich genommen enthalten nicht die kleinste Spur von Bewusstsein, nicht einmal als Informations-Fragment, da kann logischerweise auch im Komplex nicht einfach 'Etwas' aus 'Nichts' entstehen, denn Multiplikationen mit 0 bleiben stets 0!

Das ist Fakt und da ändert auch keine noch so materialistische Ansicht etwas daran!

Ich will hier auch im Grunde niemanden von irgendwas "überzeugen", denn jeder soll glauben/nicht glauben, was er will.

Mich beschäftigt jedoch die Frage, wie Menschen mit Bewusstsein und Emotionen, an ein rein zufälliges Zusammenspiel von Atomen und Elektronen glauben können, dass aus der - per Definition - bewusstlosen Materie, angeblich auf einmal deren ureigenes Ich-Gefühl entstehen lässt...

Das ist eine rein philosophische Frage, vollkommen unabhängig von persönlichem Glauben/Religion, - also bitte auch auf eben jener Ebene antworten & argumentieren.

Ich freue mich über jede Antwort! :-)

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Wo in den vedischen Schriften findet sich die Chakrenlehre?

Hallo allerseits,

in einer Hausarbeit über René Descartes, der den Sitz der Seele in der Zirbeldrüse verortet hat, würde ich gerne einen Querverweis auf die altindische Chakrenlehre machen, da die Zirbeldrüse (vielleicht bekannter unter dem englischen Namen "pineal gland") ja anscheinend als höchstes der sieben Chakren gilt (wobei ich bisher dachte, dass dieses sich außerhalb des stofflichen Körpers befinde, nämlich knapp über dem Scheitel?).

Websites über Chakren, die praktische Anleitungen geben, finden sich viele, aber bisher leider kaum Quellenangaben zur tatsächlichen altindischen Literatur. Im englischsprachigenen Wikipedia-Artikel "Pineal gland" wird suggeriert, dass die Identifikation des sog. dritten Auges mit der Zirbeldrüse gar nicht auf die hinduistischen Mystiker, sondern auf die westliche Theosophie (Madame Blavatsky) zurückgeht. (Im deutschen Artikel "Zirbeldrüse" wird hingegen behauptet, dass hinduistische Mystiker die Zirbeldrüse mit dem Kronenchakra identifiziert haben.)

Selbst im deutschen und englischen Wikipedia-Artikel "Chakra" befindet sich leider auch keine einzige Quellenangabe zur Primärliteratur, d.h. zu den vedischen Schriften selbst.

Weiß hier jemand mehr drüber? Taucht die Zirbeldrüse überhaupt in der vedischen Literatur auf? Wenn ja, wo?

Vielen Dank!

Deutschland, Politik, Chakra, descartes, zirbeldruese, Veden
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Wie versteht René Descartes den Begriff der Wahrnehmung?

Hallo! Danke, dass du auf meine Frage geklickt hast! :)

Ich lerne gerade für mein Abitur, Philosophie ist mein drittes Fach. Im Moment beschäftige ich mich mit Descartes' Unterscheidung von Seele und Körper. Sicher ist vielen die berühmte Sentenz "Ich denke, also bin ich" bekannt. Nun definiert Descartes das Denken, doch seine Definition kann ich leider nicht vollständig nachvollziehen. Ich zitiere aus "Die Prinzipien der Philosophie": "Unter Denken verstehe ich alles, was derart in uns geschieht, dass wir uns seiner unmittelbar aus uns selbst bewusst sind. Deshalb gehört nicht bloß das Einsehen, Wollen, Bildlich-Vorstellen, sondern auch das Wahrnehmen hier zum Denken. Denn wenn ich sage: 'Ich sehe; oder: ich gehe, also bin ich' und ich dies von dem Sehen oder Gehen, das vermittels des Körpers erfolgt, verstehe, so ist der Schluss nicht durchaus sicher; denn ich kann glauben, ich sähe oder ginge, obgleich ich die Augen nicht öffne und mich nicht von der Stelle bewege, wie dies in den Träumen oft vorkommt; ja, dies könnte geschehen, ohne dass ich überhaupt einen Körper hätte." Hier sagt Descartes, dass der Mensch durch das Sehen oder Gehen als rein körperliche Aktivität keine Gewissheit über die eigene Existenz erlangen könne. Dieser physische Zustand liege schließlich außerhalb des Denkens, doch ist der Glaube zu sehen oder zu gehen nicht bereits ein mentaler Zustand?

Nun differenziert Descartes zwischen dem "Sehen oder Gehen, das vermittels des Körpers erfolgt" und dem "Bewusstsein meines Sehens oder Gehens" : "Verstehe ich es aber von der Wahrnehmung selbst oder von dem Bewusstsein meines Sehens oder Gehens , so ist die Folgerung ganz sicher, weil es dann auf den Geist bezogen wird, der allein wahrnimmt oder denkt, dass er sähe oder ginge." Inwiefern unterscheidet sich die hier beschriebene geistige Aktivität vom soeben angesprochenen (Irr)Glauben, zu sehen oder zu gehen? Die bewusste Wahrnehmung des Sehens oder Gehens sei also ein Garant für das Sein. Ich verstehe nicht, wieso die Aussage "Ich sehe [...], also bin ich" nicht sicher sei bzw. wie jemand eine solche Behauptung überhaupt aufstellen kann, wenn das Sehen rein körperlich erfolgte. Der Satz "Ich sehe [...], also bin ich" erfordert doch eine vorhergehende bewusste Feststellung / Wahrnehmung des Sehvorgangs.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich den Begriff der Wahrnehmung bei Descartes richtig erfasst habe. Der Textabschnitt irritiert mich total. Nach meiner jetzigen Auffassung bedeutet Wahrnehmung hier das "Sich-bewusst-machen" von körperlichen Vorgängen oder Zuständen. Descartes meint doch nicht die Sinneswahrnehmung, oder? Das würde mich nämlich total durcheinander bringen...

Falls du eine Ahnung hast, kannst du mir den Textabschnitt erklären? Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, die Frage durchzulesen :). Ich weiß, sie ist sehr lang, doch ich wusste nicht, wie ich mich bei dem Thema kurz fassen sollte.

Schule, Psychologie, Anthropologie, Erkenntnistheorie, Philosophie, descartes, Philosophie und Gesellschaft
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Ist dieser Gedankengang eher dem Empirismus oder dem Rationalismus zuzuordnen?

Eine Freundin fragte heute in einer Chatgruppe was wir zu den Themen Nihilismus, Existenzen usw. denken. Sie erläuterte ihre Gedanken, nämlich dass sie momentan alles im Leben anzweifle, selbst Gegenstände usw. bei denen es für uns selbstverständlich erscheint, dass diese existieren. Sie meinte es könne ja sein, dass wir alle nur getäuscht werden und diese Sachen eigentlich gar nicht wirklich existieren. Dasselbe bezog sie dann auf Gott und meinte man kann zwar nicht beweisen dass ein Gott existiert, man kann aber auch nicht beweisen dass er nicht existiert, folglich bezeichnet sie sich als Nihilistin bzw. Agnostikerin.

Auf die Frage wie wir darüber denken antwortete ich spontan, ohne länger drüber nachzudenken, dass ich ihre Gedanken nachvollziehen kann, ich aber nicht der Meinung bin dass wir nicht sicher sein können dass Dinge existieren. Schließlich hat jeder Mensch eine ähnliche Wahrnehmung, die auf den Sinnen beruht, und diese macht es uns möglich für uns selbst zu beweisen und die Erkenntnis zu bekommen, dass Dinge existieren. Mit dieser Methode kann man auch ausschließen, dass ein Gott existiert. Deshalb bezeichne ich mich als Atheistin.

Sie meinte dann, was ich sage klingt "sehr empirisch". Ich dachte allerdings immer, ich wär eher so auf der Seite des Rationalismus, da ich insbesondere den Gedankengang von Descartes bezüglich der Erkenntnistheorie sehr gut nachvollziehen kann. Da ich in dem Thema nicht mehr so drin bin, wollt ich euch (Hobby-)Philosophen fragen, wo ihr mich eher einordnen würdet und warum.

Danke.

Religion, Menschen, Erkenntnistheorie, Ethik, Gott, nationalismus, Philosophie, descartes, Empirismus
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