Ist nach Auschwitz kein allmächtiger Gott mehr denkbar?

Ich muss einen Vortrag über die Theodizeeproblematik von Hans Jonas halten.
Ich habe Schwierigkeiten beim Verstehen des Textes. Kann mir vielleicht jemand beim Zusammenfassen der Grundgedanken dieses Textes helfen?

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"Und damit kommen wir zu dem, was vielleicht der kritischste Punkt in unserem spekulativen theologischen Wagnis ist: Dies ist nicht ein allmächtiger Gott. In der Tat behaupten wir, um unseres Gottesbildes willen […], daß wir die althergebrachte mittelalterliche Doktrin absoluter, unbegrenzter göttlicher Macht nicht aufrechterhalten können. Lassen Sie mich das zuerst auf rein logischer Ebene begründen. […] Absolute, totale Macht bedeutet Macht, die durch nichts begrenzt ist, nicht einmal durch die Existenz von etwas anderem überhaupt, etwas außer ihr selbst und von ihr Verschiedenem. Denn die bloße Existenz eines solchen anderen würde schon eine Begrenzung darstellen, und die eine Macht müßte dies andere vernichten, um ihre Absolutheit zu bewahren. Absolute Macht hat dann in ihrer Einsamkeit keinen Gegenstand, auf den sie wirken könnte. Als gegenstandslose Macht aber ist sie machtlose Macht, die sich selbst aufhebt. „All“ ist hier gleich „Null“. […] 

Nach Auschwitz können wir mit größerer Entschiedenheit als je zuvor behaupten, daß eine allmächtige Gottheit entweder nicht allgütig oder (in ihrem Weltregiment, worin allein wir sie erfassen können) total unverständlich wäre. Wenn aber Gott auf gewisse Weise und in gewissem Grade verstehbar sein soll (und hieran müssen wir festhalten), dann muß sein Gutsein vereinbar sein mit der Existenz des Übels, und das ist es nur, wenn er nicht all-mächtig ist. Nur dann können wir aufrechterhalten, daß er verstehbar und gut ist und es dennoch Übel in der Welt gibt. Und da wir sowieso den Begriff der Allmacht als zweifelhaft in sich selbst befanden, so ist es dieses Attribut, das weichen muß. 

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Vielen Dank und liebe Grüße

Religion, Schule, Auschwitz, Glaube, Gott, Philosophie, Theodizee, Hans Jonas
Warum wurde der Auschwitz I Lagerkommandant Arthur Liebehenschel hingerichtet?

Ich beschäftige mich seit einigen Wochen mit dem ersten Auschwitz Prozess in den 60ern in Frankfurt und höre mir die ganzen Tondokumente und Zeugenaussagen von KZ Überlebenden an. Dabei ist mir sehr oft der Name Arthur Liebehenschel aufgefallen. Liebehenschel löste 1943 den Auschwitz Lagerkommandanten Höß ab, der in ein anderes Amt befördert wurde. Liebehenschel wird von den KZ Häftlingen durchweg, als ein gutmütiger und sehr weicher Mensch bezeichnet, der versucht hat, die grausamen Umstände in Auschwitz, abzumildern und den Häftlingen damit zu helfen. Er ließ die Stehbunker abreißen und die schwarze Wand entfernen an der vorher unter Höß Massenweise Häftlinge hingerichtet wurden. Er veranlasste dass Häftlinge die flüchteten und wieder eingefangen wurden nicht mehr erschossen werden, wie es noch unter Höß der Fall war. Er veranlasste selber keine Selektionen mehr und wenn aus Berlin der Auftrag zur Selektion kam ist er nach Berlin gefahren und hat versucht seine Vorgesetzten davon zu überzeugen, dass diese nicht nötig sein. Er hat Häftlinge die zur Vernichtung vorgesehen waren, da sie schon so ausgemergelt waren, durch mehr Nahrungsmittel versucht wieder aufzupeppeln. Damit diese nicht nach Birkenau in die Vergasung gehen mussten und wieder arbeiten gehen konnten. Einige berichteten dass Liebehenschel gesagt hat, dass er das Elend nicht ertragen kann, wie man mit den Menschen umgeht. Und hat die Parteiführung kritisiert. Er wurde dann aufgrund seiner Bemühungen für die Häftlinge 1944 ins bereits geräumte Vernichtungslager Majdanek versetzt. Sein Vorgänger Höß bezeichnete ihn als unfähigen Menschen. Als Liebehenschel weg war kam der Lagerkommandant Baer an seine Stelle, der die Zustände in dem Lager wieder verschärfte und alle mildernden Maßnahmen durch Liebehenschel, wieder abschaffte und Häftlinge die flüchteten sofort erschießen ließ, außerdem wieder eigene Selektionen durchführte und Hinrichtungen wieder erlaubte. Er beteiligte sich zusätzlich auch freiwillig an Selektionen und Vergasungen im Vernichtungslager Birkenau (Auschwitz II). Warum hat man das was Liebehenschel für die Menschen getan hat in Polen (Krakau) beim Gerichtsverfahren nicht berücksichtigt, sondern ihn genauso wie Höß hingerichtet? Baer wurde nie dafür belangt. Er starb 1963 bevor der Auschwitz Prozess in Frankfurt startete.

Warum wurde der Auschwitz I Lagerkommandant Arthur Liebehenschel hingerichtet?
Geschichte, Auschwitz, Drittes Reich, Hitler, Holocaust, Nationalsozialismus, kriegsverbrechen

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