Kann es sein, dass es Leute gibt, die keine Melodien verstehen?

Und damit meine ich nicht Menschen die irgendwo im Urwald leben und nie unsere "westliche" Musik mit deren Melodien und Harmonk gehört haben. Ich spreche im Extremfall von (Hobby-)Musiker, wo ich merke, dass die zwar Sachen nachspielen können, dass sie sich auch unglaublich viel Gedanken über Klang und "Positionierung von Instrumenten im Raum" und sowas machen, wo ich dann aber immer öfter das Gefühl hab, die hören nur "Klang", verstehen aber nicht Melodien oder auch Harmonien. Wenn ich mit solchen Leuten rede, dann habe ich das Gefühl man redet über völlig unterschiedliche Sachen, obwohl man das gleich hört. Teilweise ist es so, dass ich jemandem zwei Stücke vorstelle, die von der Instrumentierung zwar gleich, aber völlig andere Melodien und Harmonien haben, ich aber das Gefühl habe, dass der Gegenüber den Unterschied nicht wahrnimmt. Er hört beide mal "Gitarre und Akkordeon mit Raumhall", bewertet auch den Klang als gut oder schlecht aber erkennt nicht, dass es sich um zwei unterschiedliche Musikstücke handelt. Als ob man mit einem Menschen spricht der die eigene Sprache nicht versteht, und der nur am Ausdruck, Klang der Stimme und Mimik versucht zu erkennen was man ihm sagen will.

Ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll. Vielleicht formuliere ich die Frage anders: Kann es sein, dass die "Sprache der Melodien" verloren geht und es immer mehr (Hobby-)Musiker gibt die nur noch "Sound", "Tiefenstaffelung", "fettes Brett" und sowas wahrnehmen aber keinen Sinn mehr für die zeitliche Abfolge von Tönen oder Klängen haben und nicht mehr in der Lage sind diese als eine Aussage wahrzunehmen?

Ich habe gut in Erinnerung, dass Harold Faltermeyer bei Markus Lanz gesagt, hat, dass heute nur noch auf "Sound" geachtet wird und keine Melodien mehr entstehen. Das Gefühl habe ich auch. Sein Stück "Axel F" wird zwar noch als Klingelton runtergeladen und so, weil die Leute die Melodie offenbar als eine Art "Zitat" wiedererkennen. Ich glaube aber, dass es unmöglich ist ähnliche Werke neu zu produzieren, da ich nicht glaube, dass es genug Musiker oder Zuhörer gibt, die eine neue Melodie verstehen würden die so minimalistisch daherkommt. Ich glaube die Leute und viele (Hobby-)Musiker würden nach einer Sekunde abschalten und sagen "80er Sound, interessiert mich nicht".

Ist das alles ein Fortschritt? Oder haben die Leute einfach "aus Versehen" verlernt die "Sprache der Melodien" zu verstehen?

Oder ist das Problem eher, dass ich derzeit nur mit Deppen zu tun habe und keine richtigen Musiker kenne? :-/

Musik, musiktheorie, Harmonielehre, Melodie, Musikunterricht
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