Wo besteht der Unterschied zwischen dem Realismus und Expressionismus in der Kunst?

Hallo,

ich würde gerne wissen, wo der Unterschied zwischen diesen beiden Epochen besteht, die Frage mag zunächst simpel erscheinen, doch je länger ich mich mit der Thematik beschäftige, umso komplizierter wird es.

Nach meiner Recherche geht es nämlich beim Realismus in der Kunst nicht nur um die naturalistische Wiedergabe der Realität, sondern eben auch um die Reduktion dieser auf das Wesentliche. In den Werken von Honore Daumier, der zu den Realisten gezählt wird, werden dicke Umrisslininen verwendet, die nochmals eine gewisse Statik und Schwere vermitteln, um das damalige Leid der Bevölkerung zu erfassen. Dies erinnert mich sehr stark an die Vertreter der norddeutschen Brücke, die letztlich auch versuchen das Leid des Menschen in der Moderne zu erfassen. Wo besteht dann der konkrete Unterschied, die Epochen werden eigentlich immer als Gegenbewegungen aufgeführt, da man tendenziell sagt, dass eben der Realismus in der Tradition des Materialismus steht und demnach jegliche Form des Idealismus und den Glauben an eine übergeordnete Metaphysik (Hegel) ablehnt, während der Expressionismus als Gegenbewegung zum Materialismus entstanden ist. Doch wenn man sich Beispielsweise Daumier anschaut, so sind hier doch eigentlich eindeutig expressionistische Tendenzen zu erkennen.

Über eine gute Antwort würde ich mich freuen

Mit freundlichen Grüßen Aiska

Kunst, Schule, Abitur, Experten, Expressionismus, Kunst und Kultur, Realismus, Philosophie und Gesellschaft
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Kann mir einer bei meiner Gedichtinterpretation helfen (Expressionismus)?

Ja ich bin grade dabei eine analyse über dieses Gedicht zu schreiben:   

Nacht im Stadtpark

Ein schmales Mädchen ist sehr liebevoll

zu einem Leutnant, der verloren stöhnt.

Ein Korpsstudent mokiert sich, frech, verwöhnt,

und eine schiefe Schne pfe kreischt wie toll.

Ein Refrendar bemüht sich ohne Glück

um eine Kellnerin, die Geld begehrt.

Ein Abgeblitzter macht im Dunkel kehrt,

und eine Nut te schwebt zerzaust zurück.

Zwei Unbestimmte prügeln einen Herrn.

Mit Uniformen zankt ein Zivilist.

Ein Jüngling merkt, dass er betrogen ist

und zwei Verschmolzne haben schnell sich gern.

Ein starker Bolzen und ein Musketier

sind ganz in eine graue Bank verwebt.

Ein Gent an einem Ladenfräulein klebt,

ein greiser Onkel schnuppert geil und stier.

Ein Weib mit bloßem Kopf wird sehr gemein,

ein Louis lauert steif und rührt sich nicht.

Ein Frechdachs leuchtet jeder ins Gesicht,

und ein Kommis umfasst ein weiches Bein.

Es raschelt in den Sträuchern ungewiss

und etwas tappt auf einen steifen Hut.

Die Bäche liegen still wie schwarzes Blut,

und die Bäume fallen aus der Finsternis.

Ein Johlen rollt die Straße hin und stirbt,

ein Wurf ins Wasser, irgendwo, ganz dumpf,

ein Mauerwerk wächst wie ein Riesenrumpf,

ein unbekanntes Tier erwacht und zirpt.

Zwei Männer flüstern einen finstern Plan,

ein welkes Wesen wehrt sich hoffnungslos,

ein Schüler hat ein Bahnerweib im Schoß,

im Teich zieht schwer ein ruheloser Schwan.

Und Sterne stolpern in die tiefe Nacht,

und Obdachlose liegen wie erstarrt,

und bleiern hängt der Mond, und hohl und hart

glotzt breit ein Turm, verstockt und ungeschlacht.

Max Hermann-Neisse

Eigentlich fallen mir solche Analysen nicht schwer, aber ich hake bereits bei dem Punkt, der Deutungshypothese... Meine Vermutung war das Hermann-Neisse mit diesem Gedicht Gesellschaftskritik and der Großstadt äußern möchte und wie durch dieses Stadt Leben und die annonymität, die Menschen anfangen unmoralisch und Lustorientiert zu handeln.

Macht diese Hypothese Sinn? oder passt will er was ganz anderes Aussagen. Ich würde mich sehr über ein paar Denkanstöße freuen.

LG

deutsch, Expressionismus, Literatur, gedichtanalyse
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Expressionismus und Sonett, wie erklärt sich das?

Guten Tag

Ich schreibe morgen mein Abitur im Fach Deutsch und hätte eine Frage zum Thema Expressionismus.

Der Expressionismus war eine Zeit des Umbruchs, die fatale Veränderung des Lebens- und Kommunikationsbereiches, die Industrialisierung sowie die politische Isolierung und der erste Weltkrieg prägten diese Epoche. Die Gesellschaft verroht, das Gedrängt sein der Menschen auf engstem Raum führt zu erscheinungen der Entmenschlichung, die Kriegsbedrohung und weitere Faktoren machte die Welt instabil. Dieses akute Krisenstadium der Gesellschaft hat , für die Poeten die Voraussetzung gegeben, die Welt bewusster zu erfahren. Von dieser bewussteren Erfahrungsweise aus, scheint es so zu sein, als ob die expressionistischen Lyriker gedacht haben, dass jetzt die Zeit für eine Umgestaltung der Lyrik gekommen sei.

Inwiefern lies diese Umgestaltung platz für klassische Formen wie das Sonette?

Mit der Umgestaltung der Lyrik wurde besonders die Suche nach freien Ausdrucksformen ausgelöst, man wollte die „dichterischen Fesseln“ abwerfen, was dazu führte dass Größtenteils auf Reim, streng geregeltes Metrum und komplizierte Reim- und Strophenschema verzichtet wurde.

Das Sonette erfüllt diese Bedingungen offenbar nicht , warum wurde dennoch auf diese Gedichtform zurückgegriffen?

deutsch, Schule, Geschichte, Bildung, Politik, Psychologie, Abitur, Dichtungen, Expressionismus, Literatur, Sonett, Philosophie und Gesellschaft
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