Als Künstler leben möglich?

Hallo zusammen, meine momentane Situation: Ich bin eigentlich gelernte Bürokauffrau, eine der schlechtesten. Von vorne herein wusste ich, dass der Beruf nichts für mich ist - doch nach etlichen Praktika war dies der einzige Beruf, der übrig blieb. Ich war dementsprechend unzufrieden und habe mich durch die Ausbildung gequält.

Schon früh hatte ich den Wunsch, ein Instrument zu lernen, Theater zu spielen etc. jedoch wurden alle meine künstlerischen Wünsche nicht ernst genommen und als Spinnerei abgetan. Mit der Begründung ich könnte davon nicht leben. Fakt ist, als Bürokauffrau kann ich auf keinen Fall mehr arbeiten, da ich nach einem Arbeitstag Selbstmordgedanken bekomme, da mir mein Leben einfach nichts mehr wert ist und ich einfach nur todunglücklich bin beim Gedanke, am nächsten Tag wieder diese trockene Arbeit zu machen.

In der Zeit meiner Arbeitslosigkeit habe ich bislang folgendes getan:

-diverse Kurzgeschichten geschrieben und ein Buch angefangen zu schreiben

-Beitritt bei einer Schauspieltruppe

-Klavier- und Gesangsunterricht

Wonach meine Seele vor allem verlangt, ist sich auszudrücken, heißt ich möchte/muss erschaffen, schöpfen können. Tue ich das nicht, so werde ich krank, geistig wie auch körperlich. Kann ich mich dagegen künstlerisch entfalten, blühe ich auf.

Allerdings verstehen das die Wenigsten. Daher fühle ich mich ziemlich alleine, da es in meinem Umfeld niemanden gibt, der so empfindet oder mich verstehen würde. Ich werde hier nur als Spinnerin angesehen und auch dementsprechend herabgewertet. Dazu kommt noch die Arbeitslosigkeit und dass ich mich mit allem Alltäglichen sehr sehr schwer tue. Alles Künstlerische geht mir dagegen sehr leicht von der Hand. Aber danach fragt keiner und so haben die Leute (ich wohne in einem Dorf) ihre Bestätigung, ich sei unter ihrem Wert. Darunter leide ich schon sehr.

Die Frage ist nun: Wie geht es weiter? Es fällt mir so schwer den nächsten Schritt zu planen. In welche Richtung? Und wohin? Bewerbungsvideos an Schauspielschulen schicken? Oder mich für ein Studium einschreiben (wobei ich erst die Deltaprüfung bestehen müsste)? Meine Kurzgeschichten einschicken und das Beste hoffen? (Für das Buch brauche ich noch mindestens drei Jahre und in dieser Zeit muss ich von etwas leben.)

PS: Bürotätigkeit an künstlerischen Institutionen ist auch keine Lösung, da es einfach die rationale Arbeit mit zahlen ist, die mich auslaugt und verkümmern lässt. Das habe ich bereits erfahren.

Was meint ihr dazu?

An wen könnte ich mich wenden?

Wo könnte ich Feedback für meine Werke bekommen?

Wie soll es bei mir nur weitergehen?

Ich freue mich auf eure Antworten und bedanke mich im Voraus!

Kunst, Schule, Künstler, Ausbildung und Studium

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