Ist der „gemeine“ Jurastudent heute schlechter ausgebildet als vor 70 Jahren?

Mich würde das wirklich mal interessieren. Natürlich gilt das nicht für jeden und natürlich gibt es viele exzellente Jurastudenten. Die Frage stellt sich mir, da ich bisschen was zu Medicus gelesen habe. https://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Medicus_(Rechtswissenschaftler)

Der erzählte, dass er und seine Kommilitonen früher glücklich waren wenn sie ein halbwegs aktuellen Gesetzestext hatten. Lehrbücher gab es kaum. Das erschließen des Stoffes musste man anhand der Normen und eigener Überlegungen vornehmen.

Gleiches hat dann auch Canaris über seine Studienzeit gesagt.https://de.wikipedia.org/wiki/Claus-Wilhelm_Canaris

Nun sind ja wohl beide eine der exzellentesten Dogmatiker im Zivilrecht. Im Strafrecht sagt Frau Puppe https://de.wikipedia.org/wiki/Ingeborg_Puppe das auch in ihrem Lehrbuch zum juristischen Denken, dass es auf das Verständnis von Normen ankommt und das das vielen Studenten fehlt.

Wenn man dann mal die Ausbildungsliteratur anguckt, dann findet man wirklich nur zum BGB AT bestimmt schon 20 Lehrbücher. Jeder Student lernt eigentlich mit einem Lehrbuch und ich selber gucke auch wirklich nicht in Normen außer ich bearbeite einen Fall. Also ich hab mir noch nie ein Gesetzestext genommen und versucht mir nur anhand der Normen ein Rechtsgebiet zu erschließen.

Nun frag ich mich, ob einem da juristisches Denken abhanden kommt.

Recht, Jura, Rechtswissenschaft, Ausbildung und Studium
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Finanzierung des Jura Studiums?

Ich mache aktuell noch eine Ausbildung als Industriekaufmann, welche ich nächstes Jahr im Januar abschließen werde. Da mich dieser Beruf so ganz und gar nicht erfüllt, will ich danach in eine komplett andere Richtung umschwanken. Recht begeistert mich täglich und ist das was mich fasziniert, und das nicht erst seit gestern, sondern seit Jahren, der entsprechende Abschluss hierfür ist vorhanden. Richter oder Staatsanwalt zu sein, das wäre für mich eine Verwirklichung meines Traums. Ich möchte einen Beruf haben, der von Relevanz für die Gesellschaft ist und mit dem ich mit einer gewissen Erfüllung heimgehen kann, das ist der Industriekaufmann so überhaupt nicht. Die kaufmännischen Inhalte sind für mich alle Mittel zum Zweck und entlocken mir keine Begeisterung, ich mache die Ausbildung nur noch um sie gemacht zu haben. Ich habe aktuell ein sehr sehr hohes Frustlevel, leide an Schlafstörungen und sehne das Ende der Ausbildung sehnlichst herbei, für mich ist das eine Riesenbelastung und Herausforderung in meinem Leben. Ich möchte weniger mit den kaufmännischen Inhalten zu tun haben, sondern mich ganz auf das Recht konzentrieren und täglich mit Gesetzen und der Gesetzesauslegung zu tun haben.

Doch ich weiß aktuelle noch nicht wie ich das finanzieren soll. Ich denke mit Bafög wird es bei mir schwer aussehen- mein Vater verdient zu gut. Ist ein Nebenjob während des Studiums machbar? Ist es möglich hierfür an ein Stipendium zu kommen? Wie schwer ist es tatsächlich Richter oder Staatsanwalt zu werden?

Schule, Recht, Jura, Rechtswissenschaft, Ausbildung und Studium, Beruf und Büro
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Lebensziel fällt weg und nun?

Hallo,

schon seit einiges Jahren möchte ich Jura studieren, was auch der Antrieb während der Matura (Schweiz) war. Es wurde sozusagen zu meinem Lebensziel, zum höchsten Ziel, was ich mir gesetzt habe zu einem erfolgreichen und erfüllten Leben. Schon vor Uni Beginn hatte ich Zweifel und nach einem Monat Studium haben sie sich nur noch verschlimmert. Ich sitze in der Vorlesung und denke mir, eigentlich interessiert es mich so gar nicht, ja zum Teil ist es natürlich schon spannend, aber mein Interesse ist einfach zu wenig gross, um mich damit ein Leben lang (zumindest sehr lange Zeit) zu beschäftigen. Ich kann mir auch später im Berufsleben nicht vorstellen, meine freien Tagen oder gar Ferien für Weiterbildungskurse zu opfern. Der Beruf an sich fände ich bestimmt auch spannend, aber ich kann nicht die Freude darin finden, wie manch anderer.

Jetzt denkt ihr euch bestimmt, dann wechsle doch einfach, was ist das Problem? Das Problem ist, dass ich eben Jura solch einen hohen Stellenwert gegeben habe und somit mein eigenes Selbstwertgefühl davon abhängig mache. Also was bin ich mir selbst noch wert, wenn ich nicht Jura studiere/studiert habe? Bin ich gut genug? Versteht mich vielleicht jemand?

Ich hätte zwar auch schon eine Alternative (Anglistik und Germanistik, um danach Lehrer zu werden, dass kann man in der Schweiz nur normal studieren und nicht auf Lehramt) habe jedoch Angst, dass ich den Wechsel bereuen werde... und danach in der Zukunft zu wenig Herausforderung im Alltag eines Gymnasiallehrers habe...

Irgendwie habe ich noch Hoffnungen, dass mir Jura doch noch gefallen könnte, obwohl ich ja weiss, dass ich bisher nicht überzeugt bin und irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass ich nicht will, dass es mir gefällt. Aber trotzdem habe ich Angst, dass ich das Abbrechen bereuen werde...

Vielleicht hat jemand Tipps für mich oder Erfahrungsberichte... einfach um mich nicht alleine zu fühlen...

Leben, Studium, Schule, Psychologie, Jura, Rechtswissenschaft, Universität, Ziele, Ausbildung und Studium, Beruf und Büro
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Betrug begangen - welche Folgen?

Guten Tag geehrte Community,

ein guter Kollege von mir hat im Internet Betrug begangen und ist total frustriert und ängstlich, psychisch am Boden. Da ich ihm diesbezüglich nicht weiterhelfen kann (wenig bis keine Erfahrung), melde ich mich hier zu Worte, um von eurerseits Hilfe zu bekommen.

Folgender Fall: Im Jahre 2017 hat mein Kollege, der zu diesem Zeitpunkt noch 16 Jahre alt war, ein Abonnement mit Fake Daten abgeschlossen. Er hat dafür die Webseite "fake-it.ws" verwendet. Die Angaben auf der Seite sind alle komplett erfunden und gehören keiner Person zugeordnet. Auf der Webseite gibt es auch Bank Daten, die ebenfalls nach einem Algorithmus generiert werden, um den Kauf auf der Webseite zu bestätigen, ohne das am Ende Geld vom "Konto" gezogen werden kann. Mehr zu diesem Thema könnt ihr auf folgender Seite lesen: https://www.giga.de/ratgeber/specials/fake-it.biz-fake-identitaeten-falsche-konto-daten-generieren-ist-das-legal/

Die Angegebene Mail-Adresse ist von Outlook, jedoch nicht mit realen Daten sondern ebenfalls mit Fake, bspw. sieht der so aus: "apfel@live.de".

Bei der Webseite handelt es sich um eine online Lernplattform, mit verschiedenen Abonnement Angeboten. Das heißt, mein Kollege hat sich jetzt nichts Nachhause bestellt, sondern es verlief alles online ab. Der Schaden liegt bei 540€. Als erstes kamen Mahnungen von der Seite aus, diese wurden ignoriert, da es seiner damaligen Naivität verschuldet war und er über Mögliche Konsequenzen nicht gedacht hat. Nach gut zwei Jahren meldete sich per Mail eine Anwaltskanzlei, da man ihn auf postalischem Wege natürlich nicht erreichen konnte (wegen den Fake Angaben) und das Abonnement lief 2 Jahre, aus diesem Grund melden sich sie sich wieder. Bei der Mail wird mit einem gerichtlichen Mahnverfahren gedroht. Die Anwaltskanzlei nennt sich "KSP Rechtsanwälte". Es wurde kein VPN/keine Proxy verwendet.

Mein Kollege war bereit, die Summe zu bezahlen. Jedoch riet der Anwalt ihm, nichts zu unternehmen, da das Unternehmen trotz möglicher Zahlung eine Anzeige wegen Betrug stellen könnte. Aus diese Grund sitzen wir sozusagen im Zwiespalt.

Nun meine Frage, kann man anhand der IP-Adresse (die mittlerweile 2 Jahre alt ist) und der Mail Adresse meinen Kollegen ausfindig machen? Welche Art von Post könnte er erwarten? Ist eine Hausdurchsuchung möglich?

Ich bedanke mich. Nimmt bitte Rücksicht auf seine Psyche, da er die Tat absolut bereut und nach 2 Jahren auch nichts mehr damit zu tun haben wollte. Er ist sowieso komplett belastet mit anderen Problemen in seinem Leben (Familie etc.).

Vielen Dank!

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