Wohnung und Ladenlokal von Steuer absetzen?

Anfang des Jahres habe ich ein Unternehmen gegründet. Da es gut läuft, wollte ich aus der Garage raus und mir ein Ladenlokal anmieten.

Nun habe ich das perfekte Ladenlokal zur Miete gefunden. Zu dem Laden gehört auch eine 3,5-Zimmer Wohnung, die durch eine Tür des Ladenlokals direkt verbunden ist. Nicht separat. Wirklich direkt verbunden und nicht getrennt mietbar.

Angenommen ich richte die Wohnung ein, baue eine Küche ein und renoviere das Badezimmer, so dass man dort wohnen könnte... Kann ich diese Kosten steuerlich absetzen, bzw. als Betriebsausgaben verbuchen?

Es wäre ja sozusagen eine Geschäftswohnung, die als Geschäftssitz des Unternehmens eingetragen ist und gleichzeitig betrieblich genutzt werden würde (Büroraum, WC für Gäste, Küche aber auch "privates" Schlaf- und Wohnzimmer)

Ich kenne einen Freund, der eine große Firma leitet. Innerhalb des Betriebes (im Obergeschoss des Firmengebäudes) ist eine Wohnung, in der er gelegentlich übernachtet, da sein primärer Wohnsitz etwas weiter weg ist. Diese setzt er komplett von der Steuer ab. Mietkosten, Möbel als BGA etc... Kann ich das dann nicht auch so machen?

Was gibt es zu beachten? Welche Regelungen gibt es? Gibt es irgendwelche Tricks? Dürfte ich in der Wohnung leben? Oder muss es rein gewerblich für die steuerliche Absetzbarkeit sein? Leider habe ich nicht viel darüber gefunden...

Ich freue mich über jede Antwort!

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Wird in der Einkommensteuererklärung Monats- bzw. Tagesgenau abgeschrieben?

Hallo,

die anschaffungsnahen Herstellungskosten für eine Immobilie müssen ja wie die Anschaffungskosten über 50 Jahre abgeschrieben werden (Bsp. Kernsanierung mit über 15% Investitionssumme des Kaufpreises innerhalb der ersten drei Jahre). Bsp. 3-Familienhaus mit 40% Eigennutzung und 60% Vermietung. Sanierungsdauer: 2-3 Jahre.

1. Wenn ich es richtig verstanden habe, werden Werkzeuge/Geräte die sich während der Baumaßnahme vollständig abnutzen oder GWG sind, zu den "anschaffungsnahen Herstellungskosten" gerechnet und zusammen mit dem Gebäude über 50 Jahre abgeschrieben. Wie ist das jedoch, wenn ich am 01.04.2019 an Werkzeug gekauft habe, dann am 05.05.2019 ein Werkzeug, dann am 01.08.2019 Bauschutt weggefahren habe, am 02.09.2019 ebenso. Muss man für jeden einzelnen Posten das Jahr 2019 die Abschreibung erst anteilig ausrechnen? (Monatsgenau, Tagesgenau). Ohne Abschreibungssoftware bei über 100 Posten sicherlich sehr aufwändig. Oder wie würde das ein Steuerberater machen?

2. Fahre ich nun im Jahr 2020 Bauschutt weg (Bsp. am 01.01.2020 für 100 Euro), wird dies dann in der Steuererklärung anteilig zur Abschreibung (anschaffungsnahe Herstellungskosten) hinzugerechnet. Die Frage wäre, ob dann für die 100 Euro die 50 Jahre neu beginnen oder man 49 Jahre nimmt, da die Abschreibung des Gebäudes ja bereits 2019 angefangen hat.

3. Ich habe nun zum Beispiel einen Bohrhammer (Kosten ohne Mwst Bsp. 300 Euro), welcher laut AfA-Tabelle eine Nutzungsdauer von 7 Jahren hat. D.h., ich kann erst wählen, ob ich GWG/Sofort-Abschreibung nutze (da unter 800 Euro) oder nicht. Nehme ich Abschreibung, so kann ich die 7 Jahre Abschreibung nutzen, ohne es den anschaffungsnahen Herstellungskosten hinzuzurechnen, wo es sonst mit 50 Jahren abgeschrieben wird. Richtig?

4. Entscheide ich mich nun für den Bohrhammer (300 Euro) für "Abschreibung nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer", dann müssen künftig auch alle anderen Werkzeuge/Geräte (die auch unter 150 bzw. 250 Euro) abgeschrieben werden. Sprich, ich wähle nicht die Art von Werkzeug zu Werkzeug, sondern einmal für das Jahr :-). Im nachfolgenden Jahr erfolgt dann eine neue Entscheidung und ggf. dann eine eigene Poolabschreibung für neue Geräte.

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