Bin kürzlich Zeuge eines kleinen Unfalls geworden, bei dem es sich mir noch nicht ganz erschließt, wer jetzt tatsächlich Schuld hat. Denn auch, wenn beide Fahrer sich falsch verhalten haben, müsste es in dem Fall eigentlich einen Hauptverursacher geben.
Folgendes ist passiert: Auf einer belebten Einkaufsstraße möchte Fahrer A rückwärts aus seiner Parktasche ausparken, neben ihm ist eine weitere, die unbenutzt ist. Ein Wagen hält an, um ihn ausparken zu lassen. Im gleichen Moment nutzt Fahrer B (aus der Gegenrichtung kommend) die Gelegenheit, auf den leeren Parkplatz zu kommen, was dazu führt, dass Fahrer A rückwärts in ihn hineinfährt (oder eben beide in den jeweils anderen).
Hat hier jemand eindeutig Schuld? Ich stelle es mir so vor, dass B den anhaltenden Wagen so interpretiert hat, dass er ihm die Einfahrt zum leeren Parkplatz ermöglichen wollte. Also bog er nach links ein. Im gleichen Moment sah A, dass man ihm Platz zum Zurücksetzen lassen wollte, und fuhr los. Sofort nach dem Crash fluchte A, dass B sich ja auf "seiner" Spur befunden hätte. Dazu könnte man aber genauso gut sagen, dass er noch auf gar keiner Spur war, sondern in seiner Parktasche. Und um aus der raus und sich in den Verkehr einordnen zu können, muss man eben vorsichtig und umschauend fahren, und nicht möglichst zackig agieren, weil man der Meinung ist, dass einem schon die ganze Spur gehört, nur weil man "vermeintlich" vorgelassen wurde.
Würde mich interessieren, was Andere darüber denken und ob vielleicht ein Kenner der Materie Aufschluss geben kann. Fahrt vorsichtig! :)