Guten Tag,
vor einigen Tagen war ich allein am späten Abend spazieren. Zu der Zeit war es fast völlig dunkel, bis auf einige durch die Straßenlaternen ausgeleuchteten Wege. Als ich dann relativ am Ende meines Spaziergangs in eine Seitenstraße eingebogen bin, hörte ich aus der Entfernung (25-30m) Stimmen am plaudern (sonst waren die Straßen leer => keine weiteren Menschen oder Autos). Hierbei dachte ich mir noch nichts ... doch plötzlich entgegnete mir ein lautes Bellen. Sofort versuchte ich das Geräusch zu lokalisieren und dachte mir: ,,Ach, das kommt von irgendeinem Garten." Doch als meine Augen geradeaus blickten, sah ich (sehr wahrscheinlich aus dem Auto mit dem angeschalteten Abblendlicht kommend) ein großes schwarzes Tier auf mich zurennen. Mein Gehirn schaltete sofort in den Realisierungs- und Wie-handele-ich-in-dieser-unbekannten-Situation-Modus und brachte mich erstmal in Angriffsstellung, während es versuchte, die Art des Tieres herauszufinden.
Dieser Part war durch das immanente Bellen relativ schnell abzufrühstücken. Es war ein sehr großer, schwarzer Hund mit kantiger bis sportlicher Körperform, speziell im Bereich des Gesichts. Somit dachte ich mir ebenso hastig wie der Hund bellend und unangeleint auf mich zurennt, dass das proaktive Verteidigen nicht die beste Lösung darstellt. V.a. im Hinblick darauf, dass der Hund nur noch 10m von mir entfernt ist, seine Geschwindigkeit nicht verringert und es den Besitzern, die seelenruhig weiter plaudern, auch nicht weiter schert.
Überdies habe ich so absolut gar keine Ahnung was Hunde angeht und wie man in solch einer Situation handelt.
Also habe ich die nächstbeste Gelegenheit ergriffen und bin, nachem ich ein hoffnungsloses, aber dennoch lautes ,,Hej!" von mir abgegeben habe, über den neben mir verlaufenden Maschendrahtzaun in ein fremdes Grundstück gesprungen, welches unerwartet über 3 Meter in die Tiefe ging. Diese Tiefe realisierte ich auch leider erst während meines Sprunges, konnte mich aber trotzdem noch einhändig am Zaun festhalten und hing dort dann erstmal für ein paar Sekunden wie bestellt und nicht abgeholt.
Keine Sorge, ich habe nur kleine Schürfwunden und Prellungen erhalten und weder der Zaun noch das Grundstück hat etwaige Schäden davongetragen (den Zaun habe ich nur etwas zurückbiegen müssen).
Der Hund war dann auch verwirrt und ist zurück zum Besitzer, die das ganze Ereignis gar nicht einmal mitbekommen haben und wahrscheinlich ins Haus sind.
In meiner Introvertiertheit habe ich mich auch mehr dafür interessiert, wie ich aus dem Grundstück unbemerkt herauskommen ohne dass ich als Einbrecher eingestuft werde, als dass ich die Besitzer auf mich aufmerksam gemacht habe. Letztlich bin ich dann mit einem Fünkchen Paranoia weiter nach Hause gegangen und habe den Rest des Abends mit ,,Overthinking" verbracht.
Dies führt mich gleichauf zur Frage: Wie hätte ich nun (besser) reagieren sollen? ,,Einfach stehenbleiben" schien mir etwas zu Lebensmüde. Aber klärt mich (gerne/bitte) auf!
Vielen Dank und schöne Grüße!