Warum konnte Syrien bisher jeden westlichen Versuch zum Sturz der Regierung standhalten?
Diese Kräfte [Saudi-Arabien und Israel] teilen das Ziel der USA, die Region schwach und zer­stritten zu halten. [...] Wir können die Feindschaft zurückverfolgen bis zu Syriens zentraler Rolle in den Arabisch-Israelischen Kriegen, be­sonders jenen von 1967 und 1973 [...]. Danach hatte Syriens Unterstützung der iranischen Revolution im Jahr 1979 das Land zum Feind der USA gemacht. Schon seit 1980, unter der Regierung von Carter, versuchte Washington einen ,Regimewechsel' in Damaskus durchzusetzen. [...] Die nächste strategische Wende gegenüber Syrien kam nach den Angrif­fen vom September 2001 auf das World Trade Centre in New York, und der Entscheidung von Bush dem Zweiten, einen ,Krieg gegen den Terror' zu erklären. [...] [S]eit 2005 [hatte] US-Außenministerin Condoleezza Rice begonnen, von der Verbreitung eines ,kreativen Chaos' in der Region zu sprechen, um den Plan von Präsident Bush für einen Neuen Mittleren Osten voran­zubringen (Karon 2006). Ausgehend von den Traditionen der Großmächte setzte Washington eine neue Strategie des ,teile und herrsche' in Kraft. [...] Israel war tief verwickelt in den Plan eines Neuen Mittleren Ostens, und in der Zeit von Juli bis August 2006, nachdem sie ,grünes Licht' aus Washington erhalten hatten (Hersh 2006), besetzten sie unter einem Vor­wand den südlichen Libanon. Das eigentliche Ziel war, die Hisbollah zu schwächen und zu entwaffnen. [Der schmutzige Krieg gegen Syrien von Tim Anderson, 2016]

Während andere Regierungen zügig gestürzt wurden (Afghanistan, Irak, Libyen), hat es der Westen weder in den 1980er Jahren geschafft Syriens Regierung zu stürzen noch ab 2011.

Woran liegt es, dass Syrien allen westlichen völkerrechtswidrigen Versuchen zum Sturz der Regierung standhält?

Islam, Geschichte, USA, Politik, Irak, Islamismus, Syrien, Ethik und Moral, Philosophie und Gesellschaft
Sind wir die Besatzer oder Befreier Afghanistans?

Medien berichten:

Der Anschlag auf das World Trade Center und das Pentagon war für die damalige US-Regierung unter George W. Bush der Auftakt für ein lange geplantes Projekt, unliebsame Regime in Nah- und Mittelost zu beseitigen. Am liebsten hätte die Bush-Entourage als erstes den Irak angegriffen. [...] So geschah es, obwohl 15 der 19 Attentäter vom 11. September aus Saudi-Arabien stammten. Den engen Verbündeten zu bombardieren erschien aber abwegig. Also nahm man die Taliban ins Visier, die Osama bin Laden Unterkunft gewährt hatten. Mit Freiheit, Demokratie und Menschenrechten, die stets zur Begründung für US-geführte Kriege in der islamischen Welt herangezogen werden, hatte das nichts zu tun. [...] Mit Billigung der NATO wie auch Berlins setzen die USA ein Marionetten-Regime ein, welches außerhalb einer dünnen, westlich orientierten Mittel- und Oberschicht in Kabul über keinerlei nennenswerten Rückhalt in der Bevölkerung verfügte. [...] Für die meisten Afghanen waren die NATO-Truppen ebenso Besatzer wie vor ihnen die Sowjets.

Mit dem Finger zeigt man auf die Islamisten. Groß angelegte Interventionen in fremden Ländern führt aber der Westen durch.

Sind wir die Guten oder die Bösen? Wie würdet ihr euch fühlen, wenn fremde Mächte auf einmal Bomben auf Deutschland werfen, so wie der Westen es in islamischen Ländern macht?

Besatzer 60%
Befreier 40%
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Sind die USA wirklich das große Hindernis für Frieden in islamischen Ländern?

Eine kritische Stimme in einem Gespräch sagte mir:

Die Katastrophen haben erst angefangen, als die amerikanischen Soldaten kamen und das Land [Afghanistan] ins Chaos stürzten. [...] Sie wollten auch im Irak Demokratie einführen. Stattdessen wurde das Land ins Chaos gestürzt und es gab zahlreiche Vergewaltigungen durch amerikanische Soldaten und Misshandlungen.

Im Irak wurden durch den Krieg über 300.000 Zivilisten getötet, in Afghanistan beinahe 50.000 Zivilisten. Das sind nur die unmittelbaren Opfer der Kriege. Es hat in der Vergangenheit auch zahlreiche Regime Changes gegeben. Ohne den Putsch 1953 in Iran hätte es sehr wahrscheinlich nicht die Revolution 1979 gegeben, die den Ersten Golfkrieg mit 1 Million Todesopfern zur Folge hatte. Natürlich haben die USA diesen Krieg nicht ausgelöst, aber ihre Politik hat diesen begünstigt. Ebenso haben die USA aktiv dazu beigetragen den Syrienkrieg durch die Unterstützung verschiedener Gruppierungen am Leben zu erhalten, in dessen Verlauf über 500.000 Menschen getötet wurden.

Die USA begründen ihre Aktionen häufig mit Frieden und Demokratie, arbeiten aber gleichzeitig mit diktatorischen Regimen wie Saudi-Arabien zusammen, weswegen die Begründung scheinheilig erscheint.

Sind die USA ein Hindernis für mehr Frieden? Oder hätte es das auch alles ohne die USA gegeben?

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Warum werden viele IS-Terrorist*innen in Deutschland angeklagt und nicht in Syrien und im Irak?

Wenn ich als deutscher Bürger im Ausland eine Straftat begehe, dann komme ich dort ins Gefängnis. Würde ich Präsident Erdogan in der Türkei beleidigen, wird man mich dort anklagen.

Medien berichten in den letzten Monaten immer wieder von Rückholaktionen sogenannter IS-Terrorist*innen. Jetzt ereignete sich wieder ein Fall, wo sich IS-Terroristen in Frankfurt vor Gericht äußern:

Die 29 Jahre alte Frau aus Lohne in Niedersachsen ist wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt, weil sie tatenlos dabei zugesehen haben soll, wie das Kind verdurstete. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr außerdem Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland und Kriegsverbrechen vor.

Weiteres Beispiel:

Das Auswärtige Amt hat drei deutsche Anhängerinnen des »Islamischen Staates« und zwölf Kinder aus einem Gefangenenlager in Syrien gerettet. Sie sollen umgehend nach Deutschland ausgeflogen werden.

Mich wundert, dass sich unsere Regierung so viele Gedanken und Sorgen um deutsche IS-Terroristen macht.

Warum will Deutschland die Terrorist*innen unbedingt ins Land holen? Warum verantworten sich deutsche IS-Terrorist*innen nicht in Syrien und im Irak vor dem Gericht, wenn sie dort schwere Verbrechen begingen?

Islam, Türkei, Krieg, Deutschland, Politik, Irak, Islamismus, Justiz, Syrien, Ethik und Moral, Islamischer Staat, Philosophie und Gesellschaft

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