Sollten Fremdwörter komplett eingedeutscht werden?

Natürlich gibt es all die vielen Fremdwörter, welche technisch gesehen keinen Sinn machen so wie sie geschrieben werden aber eben so in ihrer Herkunftssprache geschrieben wurden. Wörter wie Physik oder Computer.

Denkt ihr diese Wörter sollten eingedeutscht werden und zum Beispiel Füsik und Kompjuter geschrieben werden? Ursprünglich habe ich diese Idee für abscheulich gehalten da sie für mich, jemanden der es anders gelernt hat, unglaublich hässlich aussieht. Jedoch habe ich mich angefangen für Linguistik zu interessieren und kam so auch bald an Ideen für gewisse Rechtschreibreformen vorbei. Und als jemand dessen Muttersprache Polnisch ist, weiß ich das das genau das ist was in der Polnischen Sprache gemacht wird. So wird Regisseur zu reżyser und Baguette zu bagiet(ka).

Nun wie wäre das im Deutschen? Das macht ja eigentlich Sinn, oder? Das wird ja auch teilweise schon mit manchen Wörtern gemacht. Zugegeben beide Varianten sind zugelassen aber so kann man Fotograf anstatt Photograph schreiben und Majonäse anstatt Mayonaise. Würde ja Rechtschreibung deutlich vereinfachen oder liege ich da falsch? Und weil ich Lust habe gibt es noch eine Abstimmung.

Alle Worte sollten ihre ursprüngliche Rechtschreibung beibehalten 58%
Manche so Andere so 37%
Ganz streng jedes Wort verdeutschen 5%
Deutsch, Schule, Sprache, Fremdwörter, Linguistik, rechtschreibreform, Rechtschreibung, Reform, Linguistik Sprachwissenschaft
9 Antworten
Warum soll ich “Vers” als [fɛʁs] und nicht als [vɛʁs] aussprechen?

Ich weiß natürlich, was der Duden darüber schreibt, aber wie kommt er da­zu? Im­mer­hin wird V in allen anderen la­tei­ni­schen Fremd­wör­tern als [v] ge­sprochen, außer in ein paar Fäl­len, wo es mit der deut­schen Aus­laut­ver­här­tung kol­li­diert (Nerv, brav). Das amt­liche Regel­werk no­tiert zwar (S. 30) schwan­ken­de Aus­sprache des v in ei­ni­gen Wör­tern, gibt aber keine Regel oder Be­grün­dung an.

In Öster­reich ist die [vɛʁs]-Aus­sprache all­ge­mein üb­lich, und sich sehe nicht, daß das ir­gend­welche sprach­lichen Pro­ble­me auslöst.

Hier ein paar regelkonforme Beispiele: Vakanz, Valenz, Variable, Vase, Vehi­kel, Vene, Ven­til, Verb, Ver­dikt, veri­ta­bel, Vesper, Veto, Vibrator, Vikar, Viper, Vize, Villa, violett, Vitrine, Vitriol, Vokal, vulgär. Außer­dem gibt es Dutzen­de an­de­re Fremd­wörter, die eben­falls von lat. vertĕre kom­men und alle mit [v] ge­sprochen wer­den: Kon­ver­sa­tion, kon­ver­ti­bel, in­vers, Konto­verse, uni­versal, verti­kal, versiert, Ver­sion, ver­sus, di­vers.

Dazu kommt, daß ich die Satanischen Verse sehr gerne lese, aber ungern an einer sa­ta­ni­schen Fer­se er­kran­ken möch­te. Wozu führt man eine ir­regu­lä­re Aus­sprache ein, wenn man da­mit eine un­nöti­ge Zwei­deu­tig­keit her­vor­ruft? Regel­bruch zur Ver­mei­dung von Zwei­deu­tig­keit wäre doch viel eher nach­voll­ziehbar.

Das einzige Argument, das ich mir vor­stel­len könnte: Vers ist älter als die mei­sten an­de­ren er­wähn­ten Fremd­wör­ter und wur­de alt­hoch­deutsch fers ge­schrie­ben (9. Jhd), aber mit­tel­hoch­deutsch vers. Von den hier Ge­nann­ten scheint nur ahd. vespera (8. Jhd) älter zu sein. Gibt es denn einen Hin­weis auf eine histo­risch durch­gehen­de [fɛʁs]-Aus­sprache in ir­gend­einem Eck des deut­schen Sprach­raumes?

Ich sage [fɛʁs] (so wie “verseucht”) 93%
Ich sage [vɛʁs] (so wie “Version”) 7%
Deutsch, Sprache, Aussprache, Fremdwörter, Grammatik, Phonetik, Phonologie, Abstimmung, Umfrage
9 Antworten

Meistgelesene Fragen zum Thema Fremdwörter