Was spricht gegen den Pressekodex?

Hi Leute,

ich habe hier einige Fakten aufgezählt aber kann nicht zuordnen gegen welche Richtlinien des deutschen Pressekodex diese sprechen oder ob sie das überhaupt tun, da ich den Pressekodex nicht so ganz verstehe. Könnt ihr mir weiterhelfen?

  • es geht um einen 13 Jährigen Jungen, der sehr krank ist und kurz vor dem Sterben ist und braucht ein neues Herz
  • damit dies nicht passiert wird ihn eine Schweineherz transplantiert (es gab keine Organspende von Menschen) Es passiert alles privat so, dass es keiner mitbekommt
  • Jedoch erzählt verkaufen die Eltern des besten Freunds diese Info an die Presse
  • Es wird darüber berichtet ohne dass der 13 Jährige es selbst mitbekommt und die Eltern ebenfalls

In der Berichterstattung:

  • der ganze Name, Alter, Wohnort wurde genannt
  • Alles über seine Krankheit wurde erzählt
  • alles über die Transplantation wurde erläutert
  • Es wurden Zitate des Jungen und auch die der Eltern direkt mitgeschrieben(die der Freund weiter erzählt hat)
  • Ein Foto wurde auch ohne Erlaubnis auf der Titelseite verwendet
  • Es wurde auch alles mögliche über den Arzt berichtet und die vorgehensweise obwohl der auch nichts an die Presse weitergab

später:

  • Menschenmassen waren vor deren Haus
  • woher wussten sie dass sie an dem von der Klinik zurückkamen
  • Kameras bedeckten jeden Millimeter der Autofenster
  • sie kamen alle auf die Familie zu als sie zu ihrem Haus wollten
  • der Junge war kurz davor in Ohnmacht zu fallen
  • Menschenmenge drängt auf die Polizei
  • Bei der Pressekonferenz der Familie wurde der Junge "Monster" genannt
Schule, Nachrichten, Politik, Presse, Journalismus, Jugendschutz, Lektüre, Zeitung
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Was bezweckt die "Bild" mit solchen Methoden?

Gestern kam ein kritischer Bericht der "Bild"-Zeitung heraus. Dort wurde eine Studie von Christian Drosten als "grob falsch" bezeichnet. (https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/fragwuerdige-methoden-drosten-studie-ueber-ansteckende-kinder-grob-falsch-70862170.bild.html)

Dabei berief sich die Bild auf andere Wissenschaftler. Diese distanzieren sich aber jetzt von dem Artikel der "Bild"-Zeitung. (https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-05/christian-drosten-unterstuetzung-wissenschaftler-bild-zeitung-kritik)

Ich finde, man darf natürlich alles kritisieren. Aber besonders in der jetzigen Situation sollte sich vor allem auch die "Bild", die eine riesige Reichweite hat, wohl überlegen, wie man oder was man schreibt. So einen Bericht, der Misstrauen erweckt sollte meiner Meinung nach nicht innerhalb weniger Stunden verfasst und veröffentlicht werden, man sollte mehr recherchieren und die Quellen überprüfen.

Was aber jetzt passiert ist, ist meiner Meinung nach pures Erwecken von Misstrauen und grenzt für mich sogar schon an Fake-News.

Meine Frage ist nun, was die "Bild" mit solchen Artikeln bezwecken will. Was denken sich die Journalisten dort dabei, so einen Artikel zu veröffentlichen und Menschen zu zitieren, die davon nichts gewusst haben?

Bilder, Politik, Presse, Wissenschaft, Bericht, Studie, Virologie, Zeitung, Corona, Pressefreiheit, Philosophie und Gesellschaft, Wirtschaft und Finanzen
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Tichys Einblick - konservativ oder rechts/gefährlich?

Einige Zeit lang fand ich manchen Bericht, der in "Tichys Einblick" zu lesen war, relativ passabel und sah das Ganze nicht als wichtig oder wertvoll, aber zumindest als Ergänzung oder besser gesagt "anderen Blickwinkel" zu oft sehr regierungsnahen, daher einseitigen gängigen Medien und Veröffentlichungen an - gebe ich gern zu. Als einer, der von Frau Merkel und der Union nicht mehr viel wissen will (ich bin SPD-nah, aber kein GroKo-Fan) habe ich mir das Online-Angebot Tichys aus reinem Interesse immer wieder mal angesehen.

Habe aber auch gesehen, dass da ganz viel populistischer, teilweise in Richtung Verschwörungstheorie gehender und haltloser Nonsens veröffentlicht wird. Speziell im letzten Jahr wurde das immer schlimmer, die Coronapublikationen dazu sind aus meiner Sicht unqualifiziertes Wutburger-Geschreibsel. Allein das Überfliegen hat mir schon gereicht um zu sehen, das ist nicht meine Welt.

Wohlgemerkt: Das Print-Heft hatte ich nie - ich habe nur gelegentlich online mitgelesen, bis mir das vor einer Zeit dann echt zu polemisch und zu einseitig wurde und teilweise auch ganz eindeutig deutschtümelnd, was ich nicht mag.

Wie ist dieses Magazin/diese Publikation einzustufen? Ist das nur konservativ/merkelkritisch oder schon rechtsgesonnen? Ich wurde da nie so schlau draus, es schmückte sich immer so intellektuell aber wirkte oft auch "möchtegernmäßig" und eigentlich sehr rechtsangehaucht, aber mit dem Etikett "konservativ" getarnt. Konnte das Ganze nie einordnen.

Vielleicht kann mich da jemand aufklären. Ich habe allerdings keine Lust, hier beleidigende Kommentare oder unsachliche Polemik zu lesen - das muss nicht sein.

Zeitschrift, Politik, CDU, Gesellschaft, konservativ, Medien, Zeitung, Philosophie und Gesellschaft
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