Warum empfinden zahlreiche arabische Staaten die Türkei als Bedrohung?

In der heutigen Ausgabe der FAZ heißt es:

Gleichwohl formalisiert und erweitert der Vertrag vor allem die seit rund zwei Jahrzehnten hinter den Kulissen bestehenden Verbindungen, welche die Gemeinsamkeiten Israels und der arabischen Golfstaaten abbilden: Sorge vor Iran und in geringerem Maße vor türkischen Bestrebungen sowie Ungewissheit über die künftige amerikanische Strategie in der Region.

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben sogar jüngst Kampfflugzeuge ins Mittelmeer entsandt:

am Mittelmeer – einer Region, in der die Emirate zuletzt im August aktiv waren, als sie Kampfflugzeuge zu einer gegen die Türkei gerichteten Übung nach Griechenland verlegten.

Neben den Emiraten gibt es auch zahlreiche andere arabische Staaten, die mit der Türkei Ärger haben: Syrien, Irak, Ägypten und Saudi-Arabien. Von Deutschtürken höre ich aber immer wieder, dass die Türkei äußerst beliebt sei in der islamischen Welt. Sie erinnern an das Osmanische Reich. Aber offensichtlich kommen neo-osmanische Bestrebungen bei den Arabern nicht gut an.

Warum mögen sich die Türkei und die Golfstaaten sowie Ägypten nicht?

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Wie steht der Islam zur Zerstörung von Kulturstätten präislamischer Zeit?

Im Verlaufe des Krieges in Syrien hat Daesh zahlreiche Kulturstätten zerstört, z. B. die Baaltempel von Palmyra. Auch die Wahabiten, die sich selbst für fromme Muslime halten, vollziehen so etwas. Sie zerstören sogar islamisches Kulturerbe. Wikipedia sagt:

Die Zerstörung des islamischen Kulturerbes in Saudi-Arabien findet hauptsächlich in der saudi-arabischen Region Hedschas statt, insbesondere in den heiligen Städten Mekka und Medina. [...] Zwischen 1985 und 2014 soll der saudische Staat laut Islamic Heritage Research Foundation in London um die 98 % seines historischen und religiösen Baubestandes zerstört haben. [...] Im 21. Jahrhundert werden Kulturstätten in Mekka und Medina in einem bisher unerreichten Ausmaß durch saudische Behörden beseitigt, wobei gleichzeitig Hotels, Restaurants und Einkaufszentren im Luxusbereich errichtet werden.

Derzeit lese ich ein Buch, wo von ähnlichen Zerstörungen berichtet wird:

Der Schrein von Kerbelâ wurde allerdings 1802 das Opfer einer radikal antischiitischen sunnitischen Reaktion: auf der Arabischen Halbinsel war gegen Ende des 18. Jahrhunderts die puritanische Erneuerungsbewegung der Wahhâbiten entstanden [...] Bei einem Überfall auf das reiche Wallfahrtszentrum von Kerbelâ im April 1802 [...] zerstörten die Wahhâbiten den Schrein des Märtyrerfürsten al-Husain und töteten etwa 2000 Menschen. 1804 eroberten sie Medina und 1806 Mekka; [...] in Medina zerstörten sie auf dem Baqî-Friedhof die Schreine der Imame al-Hasan, Alî Zain al-Âbidîn, Muhammad al-Bâqir und Dschafar as-Sâdiq. [Die Schiiten von Heinz Halm, 2015]

Nun haben diese Stätten viele Jahrhunderte überlebt ohne zerstört zu werden. Daher frage ich mich, wie der Islam zu dieser Zerstörung steht.

Ist es aus islamische Sicht erlaubt, solche Zerstörungen zu vollziehen?

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