Warum setzen sich manche Leute selbst viel zu strenge Regeln, die sie dann aber hinterher nur frustrieren / Garten?

Meine Oma möchte am liebsten den aller perfektesten Garten haben. Am liebsten hätte sie überhaupt kein einziges Unkraut und kein bisschen Dreck. Wenn sie in der Küche sitzt und aus dem Fenster guckt und ein kleines Unkraut sieht, hat sie keine Ruhe mehr, dann muss sie erst raus und das raus reißen.

Sie ist da so streng mit dem Unkraut, dass sie umso frustrierter ist, wenn dann doch Unkraut kommt. Manchmal ist sie so frustriert dass sie sagt: "Am liebsten alles raus reißen und Steine drauf geschüttet. Dann ist endlich Ruhe!"

Wir haben schon einige Flächen auf Omas Wunsch hin mit Schotter abgedeckt, aber selbst da findet sie dann noch Sachen, die sie stören. Vögelchen oder Mäuse bringen immer etwas Dreck wie kleine Äste oder so auf den Schotter und da ist meine Oma dann wieder frustriert.

Gestern hat sie extra jedes noch so kleinste Stöckchen aus dem Schotter geholt und war hinter her wieder total frustriert: "Man hat nur Arbeit. Nur, nur, nur Arbeit!!!"

Das hat dann selbst der Papa nicht verstanden. Da hat er gesagt: "Jetzt haben wir extra schon Steine für dich da hin geschüttet und es ist dir immer noch zu viel Natur."

Ich glaub, am liebsten hätte meine Oma gar keinen Garten, weil ein Garten, den es nicht gibt, kann auch nicht dreckig werden.

Wir müssen auch immer öfter Bäumchen und Pflanzen raus reißen und dann darf hinter her nichts mehr gesetzt werden, weil meine Oma keine neuen Pflanzen mehr haben möchte. "Macht nur Dreck und Arbeit. Nur Arbeit. Da kommt nichts mehr hin!"

Aber es ist ja meine Oma selbst, die so dermaßen streng zu sich selbst ist. Wenn es um das bisschen Dreck im Schotter geht: Man sieht es nicht! Da muss man schon direkt davor knien und die Nase direkt drüber halten, um da Dreck zu sehen. Aber die Oma meint immer, die ganze Nachbarschaft würde da hin starren.

Oder das bisschen Unkraut hinter der Gartenhütte. Es sieht absolut niemand. Man kann es überhaupt nicht sehen, von keinem Winkel aus. Höchstens aus der Luft. Aber meine Oma rackert sich ab mit Bunzenbrenner, Streuzalz und Chemie, damit es sauber ist.

Oder die Flechten auf den Steinen, die sind ganz normal. Aber meine Oma verzweifelt fast dran.

Und dann sitzt sie ganz frustriert da: "Man hat NUR Arbeit! NUR NUR NUR Arbeit!!!" Wenn meine Oma mal ein bisschen lockerer zu sich selbst wäre und vielleicht nur den zweit perfektesten Garten haben wollte, hätte sie schon weit weniger Arbeit. Es liegt ja nicht am Garten, sondern daran, wie meine Oma den Garten haben möchte.

Wie seht ihr das?

Ordnung, Natur, Pflanzen, Garten, Oma, Menschen, Gärtner, gartenarbeit, Gesellschaft

Meistgelesene Fragen zum Thema Garten