Ältere Schwester obdachlos, drogensüchtig, verschuldet und vorbestraft: Wieso sehe ich sie trotzdem als Vorbild?

Mir (bin 23) wurde immer gesagt, dass ich mir an meiner 25-jährigen Schwester kein Beispiel nehmen sollte. Trotz ihrer Situation inspiriert sie mich aber trotzdem und ich sehe sie als Vorbild.

Meine Schwester und ich lebten bis 2018 bei unserer Mutter. Wir haben beide immer Schule geschwänzt und haben schon mit 14/15 Alkohol getrunken. Wir haben außerdem keinen Schulabschluss und haben noch nie gearbeitet. Das ging so lange, bis unsere Mutter dann 2018 ins Gefängnis musste.

Ich war damals 20, meine Schwester 23. Wir haben nicht gewusst wo hin. Wir haben also beide einfach abgewartet und nichts getan. Wir warteten sozusagen so lange ab, bis die Wohnung geräumt wurde.

Anfangs haben wir bei einer nahegelegenen Heide gezeltet. Das funktionierte nur 3 Wochen. Anwohner haben dann das Ordnungsamt involviert. Wir wurden angezeigt und mussten ein hohes Bußgeld wegen Umweltverschmutzung zahlen. Da meine ältere Schwester bereits wegen Schwarzfahren vorbestraft war und in Vergangenheit Bußgelder nicht zahlte, wurde sie gleich in Erzwingungshaft genommen. Somit trennten sich unsere Wege.

Ich war weiterhin obdachlos. Zog durch die gegend, suchte Pfandflaschen, und habe in alten Abrisshäusern gehaust.

Als es draußen kälter wurde, bekam ich vom Sozialamt einen Platz in einem Obdachlosenheim zugewiesen. Später dann bekam ich eine Sozialwohnung.

Meine Schwester bekam zwischenzeitlich ebenfalls in einem Obdachlosenheim unter. Sie nahm Drogen, hat sich hoch verschuldet und zog dann zeitweise durch mehrere Städe, wo sie u.a. Kokain und Marihuana konsumierte. Sie wurde schwanger und das Kind wurde ihr nach der Geburt gleich weggenommen. Außerdem war sie zeitweise entmündigt/hatte einen Betreuer.

Später bekam sie eine Wohnung. Letzten Monat wurde ihre Wohnung geräumt. Seitdem ist sie wieder obdachlos.

Ich frage mich immer wieder, wie sie es wohl schafft. Ist es normal, dass sie trotzdem eine Vorbildfunktion für mich hat?

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Was tun, wenn eine nahestehende Person dem schlechten Einfluss eines engen Freundes unterliegt, der säuft und sein Leben nicht auf die Kette bekommt?

Was tun, wenn der beste Kumpel des Partnes oder die beste Freundin der Partnerin, oder eine enge Freundin der Schwester ihr Leben nicht auf die Kette bekommen und der Dir nahestehenden Person diese "Freundschaft" schadet?

Wenn zum ständigen Saufen animiert wird, zum Dauerzocken bis in die Morgenstunden, zum Arbeit Schwänzen, zum Kiffen o.ä.

-Würdet Ihr Euch sagen, das ist Sache meines Kumpels, meiner Partnerin, meiner Schwester, egal ob sie dadurch ständig versackt? Es ignorieren und nichts sagen?

-Würdet Ihr ihnen sagen, dass ihr den vermeintlich besten Freund für einen Loser haltet und aufzeigen, dass sie auf sich aufpassen und nicht dieser Person in die Lethargie folgen sollen?

Oder was würdet Ihr tun?

Manche Leute hängen so sehr an den Lippen von Dummschwätzern, Influencern, Gamern, It-Girls usw., dass man sich manchmal fragt, warum seht Ihr nicht, dass Ihr diese "Vorbilder" und Leithammel gar nicht braucht und selber toll seid?

Warum lasst Ihr Euch lenken und beeinflussen und zerstört Euer Leben oder werdet zu Abziehbildern?

Hat man da das Recht, mal Klartext zu reden, was man von diesen Vorbildern hält?

Man sollte ihnen die Augen öffnen. 79%
Anderes und zwar.. 14%
Nicht einmischen, sind erwachsen. 7%
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